Zeichentrickserien sind mittlerweile zu einem festen Bestandteil der Kultur geworden: trotz aller Kritik hinsichtlich oft klischeehaft und überzeichneter Darstellungen können sie doch als Kulturprodukte angesehen werden, in denen manchmal der Gesellschaft in symbolischer Form ein Spiegel vorgehalten wird. Normen und Werte werden in (Zeichentrick-) Serien ebenso thematisiert; eventuelle Lösungsmöglichkeiten, die im Alltagserleben des Zuschauers liegen, werden aber eher seltener geboten: dafür läßt der Zeichentrickfilm zu viele künstlerische Möglichkeiten offen, die das Unmögliche möglich machen. In der Diskussion über Medieninhalte und Medienwirkungen werden, beinahe schon traditionell, zwar die in den Medien dargestellten aggressiven Verhaltensweisen berücksichtigt, das prosoziale Verhaltenspotential wird hingegen weitgehend vernachlässigt. Ausgehend von dieser Überlegung sollten vor allem die verdeckten prosozialen Wirkungen auf Rezipienten untersucht werden, wozu sich gerade Fernsehserien wie "Die Simpsons" eignen, da hier prosoziale Verhaltensweisen oft nicht offen sichtbar gemacht werden im Gegensatz zu Fernsehserien wie z. B. den "Waltons". Ein Ziel der vorliegenden Untersuchung sollte sein, positive Verhaltensgrundmuster in der genannten Zeichentrickserie aufzufinden und hinsichtlich ihrer Wirkung auf den Rezipienten zu beschreiben. Hierbei werden verschiedene Variablen unterschieden (Geschlecht; Simpson-Kenner - Simpson-Nichtkenner).