Dieses Buch stammt nicht von Johannes von Jerusalem. Von ihm sind allenfalls die 40 Verse, die bei grosser Schrift und grossen Abständen knapp 30 Seiten einnehmen. Der eigentliche Autor und Interpret der Verse wird nirgends erwähnt. Es dürfte sich aber um einen Kirchendogmatiker handeln.
In einem ersten Teil wird das Leben des Johannes von Jerusalam und die Geschichte der von ihm geschriebenen und lange Zeit verschollenen Manuskripte geschildert. Im zweiten Teil sind die 40 Verse, die angeblich von Johannes von Jerusalem stammen, ohne Kommentar abgedruckt und im dritten und letzten Teil nochmals, jedoch folgt nach jedem Vers eine kurze 'Tatsachenschilderung der heutigen Zeit' wie es der unbekannte Autor des Buches nennt.
Die Interpretationen sind ziemlich absonderlich und hanebüchen. So wird die Kraft der Sonne mit Kernenergie gleichgesetzt und das eben begonnene als das zweite Jahrtausend bezeichnet. Die kirchendogmatische Brille führt den Interrpreten dazu von der Untrennlichkeit von Seele und Körper auszugehen, Genforscher werden mit Nazis verglichen und die einzig wahre Religion ist die katholische. Nicht erwähnt werden die zahlreichen Greueltaten die im Namen der Kirche verübt wurden. Dass Menschen getötet und die Frauen vergewaltigt werden, geschah ja leider nicht erst am Ende des letzten Jahrtausends. Die Christen haben dies zuvor millionenfach v.a. auf dem amerikanischen Kontinent vorgemacht. In einem Vers des Johannes werden Rache für die Kreuzzüge in Aussicht gestellt, was wohl bedeutet, dass es auf diesen Kreuzzügen alles andere als christlich zu und herging.
Der unbekannte Interpret der Verse kritisiert den Sextourismus mit Kindern in Asien und Afrika. Dies ist sicher berechtigt. Als frommer Kirchenmann stände es ihm allerdings besser an zuerst vor der eigenen Türe den Dreck wegzuwischen, den die Priester seiner Kirche unzähligen Kindern und Jugendlichen, die ihnen anvertraut worden waren, angetan haben. Für den Autor sind Gefühle wie Liebe lediglich 'Bewegungen der kleinsten Teilchen auf Wellenfeldern'.
Dieses Buch passt eindeutig nicht in mein Büchergestell.