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Propheten des Aberglaubens - Der deutsche Kreationismus zwischen Mystizismus und Pseudowissenschaft
 
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Propheten des Aberglaubens - Der deutsche Kreationismus zwischen Mystizismus und Pseudowissenschaft (Broschiert)

von Jochem Kotthaus (Autor)
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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2 gebraucht ab EUR 9,00

Produktinformation

  • Broschiert: 160 Seiten
  • Verlag: Lit-Verlag; Auflage: 1., Aufl. (Dezember 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3825870324
  • ISBN-13: 978-3825870324
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 1.260.386 in Bücher (Die Bestseller Bücher)


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58 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Nichts für echte Skeptiker, 7. Mai 2004
Im Vorwort, verfasst vom Evolutionsbiologen Prof. Dr. Ulrich Kutschera, liest man: „Herr J. Kotthaus hat mit dem vorliegenden Buch eine umfassende Analyse des deutschen Kreationismus vorgelegt, aus der die Hintergründe und Motive der christlichen Evolutionsgegner hervorgehen. (...) Würde die kreationistische ‚Theo-Biologie' in unseren Schulen und Universitäten Eingang finden, so wäre nicht nur naturwissenschaftliches Forschen und Lehren beeinträchtigt, sondern auf lange Sicht gesehen der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland in Gefahr." (S. 8)

Christliche Evolutionsgegner beeinträchtigen naturwissenschaftliches Forschen und Lehren und bringen den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland mit „Theo-Biologie" in Gefahr? - Man ist gespannt, wie der Autor, Diplom-Pädagoge und in der Kinder- und Jugendarbeit tätig, diese unglaubliche Behauptung des Vorworts nun auf 156 Seiten mit wissenschaftlich überprüfbaren Belegen unterfüttert.

Zunächst schränkt der Autor ein, dass seine Arbeit „stark aus einer erkenntnis- und wissenschaftstheoretischen Position argumentiert" (S. 13) - und verweist für Leser, die den Austausch fachdidaktischer Sachargumente suchen, auf makroevolutions-befürwortende Werke (Kutschera) und makroevolutions-kritische Werke (Junker/Scherer).

Untertitel und Vorwort des Buches lassen eine spezielle und umfassende Analyse des „deutschen Kreationismus" inklusive der behaupteten Gefahr für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland erwarten. Mindestens die Hälfte des Buches beschäftigt sich jedoch mit kreationistischen Autoren und Positionen aus dem US-amerikanischen Raum. Dies überrascht, weil der Autor selber zutreffend feststellt, dass die Situation in Deutschland anders ist als in den USA. Kotthaus' Blick auf die hierzulande kaum relevanten „internationalen Vorläufer" (S. 31) des deutschen Kreationismus gerät ihm zum Ersatzthema; auch eine differenzierte Darstellung z.B. von Intelligent-Design-Argumenten im deutschsprachigen Raum unterbleibt.

Weiter betont er, er wolle eine oft gefühlsgeladene Debatte nicht weiter emotionalisieren (S. 13), setzt jedoch an anderer Stelle z.B. Prof. Dr. Gitt von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt Braunschweig persönlich herab, indem er ihn wörtlich als „Kettenhund des deutschen Kreationismus" (S. 35) bezeichnet. Aus welcher „erkenntnis- und wissenschaftstheoretischen Position" heraus Kotthaus bei solchen Textstellen argumentiert, wenn er derart diffamiert, erschließt sich einem methodisch skeptisch denkenden Menschen nicht.

Kritische Relevanz in vorliegendem Werk besitzen wohl die zahlreichen pauschalen Charakterisierungen und undifferenzierten Behauptungen, z.B. die Kennzeichnung des deutschen Kreationismus als „organisierte, fundamental-christliche Wissenschaftsfeindlichkeit" (S. 31) oder, aus dem Kreationismus resultiere „eine gesellschaftsweite Zwangsreligiosität und -moralität, die Ent-Wissenschaftlichung der Welt, eine fundamental-religiöse Diktatur" (S. 114). Ein kreationistisches Wissenschaftsbild zementiere „ungleiche gesellschaftliche Verhältnisse" (S. 87), so der Autor, und eine kreationistisch geprägte Wissenschaft als Basis aller Forschung und Lehre werfe jede Gesellschaft „in einen mittelalterlichen, von Mystizismus und Halbwahrheiten zerfressenen Zustand" (S. 87) zurück. - Sachargumente und Begründungen für derartige Behauptungen fehlen, und welche erkenntnis- und wissenschaftstheoretischen sowie soziologischen Beobachtungsarrangements Kotthaus zu solch weitreichenden Statements veranlassten, erschließt sich dem Leser nicht.

Fazit: Statt einer umfassenden Analyse des „deutschen Kreationismus", wie Titel und Vorwort dies vorgibt, bearbeitet Kotthaus selektiv einige metatheoretische Aspekte eines sehr undifferenziert formulierten bloßen Kreationismusbegriffes. Naturwissenschaftliche Kreationismuskritik bietet das Buch nach eigenem Bekunden nicht, aber selbst auf eine Bestätigung durch Wissenschaftstheorie und Soziologie muss der Autor vergeblich hoffen. Zudem entgeht ihm offensichtlich, dass das Wort „wissenschaftlich" selbst kein wissenschaftlich absoluter Begriff ist, auf den er ein Definitionsmonopol hätte. Früher in der Schule hieß dies: „Thema verfehlt".

Angesichts der Fülle verfügbarer (besserer) Literaturquellen sind das Literaturverzeichnis eher als dürftig und die Quellen als mangelhaft ausgewertet zu bezeichnen; für einen seriösen Journalisten würde es sich verbieten, dergestalt zu recherchieren. Wer sich anschickt, kreationistische Positionen auf die vorgelegte Art erkenntnis- und wissenschaftstheoretisch zu Fall bringen zu wollen, widerlegt vielleicht einige selbstkonstruierte Strohmann-Argumente, bleibt seinen Lesern jedoch die Einlösung seines eigenen Anspruches schuldig.

Sprachlich scheint „Propheten des Aberglauben" eher als Kampfschrift gegen ein von Kotthaus wahrgenommenes Feindbild verfasst zu sein und müsste wohl mehr auf psychologischen als auf wissenschaftstheoretischen Aussagegehalt hin analysiert werden. Den zweiten Bewertungsstern vergebe ich somit für das interessante Psychogramm, das der Autor mit dem vorliegenden Werk von sich selber preisgibt. Nichts für echte methodische Skeptiker.

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43 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Am Thema vorbei, 1. Juli 2004
Von Michael Burger "Informatiker" (Frohnhofen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Als ich mir dieses Buch kaufte, hoffte ich auf eine sachliche und zumindest ansatzweise faire Kritik am Kreationismus in Deutschland, doch ich wurde sehr enttäuscht.

Allein schon Kutscheras Vorwort zeigt, worum es in dem Buch eigentlich geht, nämlich sicherlich nicht um eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Kreationismus.

Der Autor selbst unternimmt kaum Bemühungen beim eigentlichen Thema zu bleiben, sondern erzählt hauptsächlich von den USA. Argumente egal welcher Art wird man keine (oder mit VIEL Wohlwollen nur wenige) finden. Stattdessen scheut er nicht davor zurück Wissenschaftskollegen wie Werner Gitt zu beleidigen, nur weil diese eben nicht seine Sicht der Dinge vertreten. Mich wundert es fast, dass die Kritisierten solche Verleumdungen kommentarlos hingeben.

Fazit: Weder sachlich, noch wissenschaftlich und erst recht nicht überzeugend.

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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Immer noch höchst aktuell, 27. September 2009
Schöpfungslehren gehören zum Grundbestand religiöser Überzeugungen. Biologische Phänomene wie die Zweckmäßigkeit der Organismen oder die Existenz biologischer Arten wurden bis ins 19. Jahrhundert auch innerhalb der Wissenschaft weithin als Schöpfungstatsachen gedeutet. Darwins Evolutionstheorie war nicht der einzige, aber sicher mit der markanteste Schritt zur Emanzipation der Biologie aus dieser ideologischen Verklammerung. Es gab zwar weiterhin Bemühungen, Entstehung und Geschichte der Organismen religiös zu deuten. Zu Darwins Zeit beispielsweise durch den Botaniker Asa Gray, im 20. Jahrhundert durch den Ornithologen Otto Kleinschmidt oder den Paläontologen Teilhard de Chardin. Diese Vermittlungsversuche blieben indes marginal, wohl auch, weil sie weder dem wissenschaftlichen noch dem religiösen Weltbild gerecht werden konnten. Die großen Kirchen haben sich mit der Trennung zwischen Wissen und Glauben seither nolens volens arrangiert.

Anders stellt sich die Situation in protestantisch-freikirchlichen Gemeinden, katholisch-fundamentalistischen Gruppen und verschiedenen kleineren Religionsgemeinschaften (v.a. den Zeugen Jehovas) dar. Hier hat in den letzten Jahrzehnten eine soziale Bewegung vermehrten Zulauf gefunden, die nicht nur die liberale Gesellschaft ablehnt, sondern auch die Evolutionstheorie zu ihrem bevorzugten Feindbild erkoren hat. Ersetzt werden soll sie durch eine religiöse, oft auf einer (angeblich!) wortgetreuen Bibelauslegung basierenden Schöpfungslehre. Nach einem einflussreichen Buch dieser Bewegung aus den 1970er Jahren spricht man auch vom ,Kreationismus'. In den USA sind diese Form der Religiosität und mit ihr der Kreationismus weit verbreitet; aber auch in Deutschland geht ihre Anhängerschaft in die hunderttausende und sie ist ebenso um politischen Einfluss bemüht. Die amerikanischen Biologen haben erfahren müssen, dass die Kreationisten an letzterem Punkt nicht zu unterschätzen sind. Mangelnde Sachkenntnis machen sie durch Fanatismus und Einsatzbereitschaft mehr als wett.

Wer sich einen Überblick über die Kreationisten-Szene, ihre Ziele, Ideen, Protagonisten und Methoden verschaffen möchte, dem ist der vorliegende Band des Pädagogen Jochem Kotthaus sehr zu empfehlen. Er geht zum einen auf die Ursprünge der Bewegung in den USA ein und schildert einige wichtige Schlüsselereignisse der letzten Jahrzehnte. Zum andern wird die Situation in Deutschland dargestellt; auch hier werden wichtige Organisationen, Autoren und Publikationen im Überblick besprochen. Dabei wird vor allem eines deutlich: der Kreationismus ist keine einheitliche Ideologie, sondern er ist genauso heterogen, wie die Gruppen, die ihn vertreten. Die Analyse wird ergänzt durch eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Behauptungen der Kreationisten aus wissenschaftstheoretischer Perspektive. Kotthaus' eigener Standpunkt ist religiös, er argumentiert aber dafür, strikt zwischen Glauben und Wissenschaft zu trennen.
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5.0 von 5 Sternen Sachliche Warnung vor dem Einfluss von Pseudowissenschaft
Der Autor gibt eine sprachlich einfach und auch für Nicht - Akademiker gut verständliche Erklärung des Kreationismus und der Absichten dahinter. Lesen Sie weiter...
Am 1. Juni 2005 veröffentlicht

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