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Luca Turilli verlangt da von seinen Hörern einiges. Dieses Stück Musik vereint so viele verschiedene Einflüsse, dass eine sehr breite Akzeptanz für verschiedenste Arten von Musik vorhanden sein muss, um nicht einfach nur die Nase zu rümpfen. Da ist der Bombast-Metal, wie wir ihn von Rhapsody schon zur Genüge kennen. Da sind immer wieder kurze Speed-Metal-Fetzen mit ordentlichem double-bass, die richtig Druck machen. Da ist Lucas Vorliebe für sehr extravagante Gitarren-Solos, die nach seinen eigenen Worten von Paganini inspiriert sind. Nicht zu überhören ist Lucas Nähe zur Folk-Musik: wars im letzten Album die Polka, ist es diesmal eine waschechte italienische Tarantella, die er da mit eingebaut hat. Moment, waren da Inka-Panflöten? Jaja, ich habe mich nicht verhört. Das klingt wie das Geschrammel aus der Fußgängerzone! Weiters zeigen Französische Hörner, Chorpassagen (die sogar mal kurz an die Bach-Interpretationen der Swinlge Singers erinnern) und der Einsatz eines Streicherquintetts, dass Luca auch die klassische Musik mit einarbeitet. Und dann noch die Synthesizer! Also spätestens da scheided sich unter den Hörern die Spreu vom Weizen. Ich glaube, da habe auch ich erst mal entsetzt geguckt. Im Endeffekt finde ich es aber eher witzig als peinlich, was Luca damit gemacht hat. Und dann sind da seine regelmäßigen Brüche in der Spannung des Albums. Ob man dann über die ruhigen Titel und Balladen hinwegspringt oder sie als willkommene Abwechslung begrüßt - nun ja, Geschmacksache.
Und da ist noch was, das mich persönlich sehr beeindruckt: lateinische Textpassagen! Konkret hat Luca diesmal Textfetzen aus dem klassischen lateinischen Requiemtext eingearbeitet (Confutatis, Rex tremendae, Dies ire, Requiem aeternam). Sonst kann man nur sagen: Wer nichts mit Fantasy am Hut hat, sollte beim Text besser weghören (oder kein Fantasy Metal kaufen ;-), denn das ist der übliche Schmus: Prophezeiungen, kosmische Kräfte, verzweifelte Liebe, huhuu!
Trotz all dem, oder vielleicht gerade deswegen: ein vielschichtiges, beeindruckendes Werk, das ich mir sicher oft anhören können werde, bevor es fad wird.
Abschließend lässt sich sagen, dass für alle Turilli und Rhapsody Fans der Kauf dieser Platte nur WÄRMSTENS zu empfehlen ist. Marduk-Anhängern jedoch dürfte diese Platte gewaltig aufstoßen, da Turilli es einfach nicht lassen kann, die CD mit Kitsch nur so zu überladen. ;-)
Zweifellos treten jedoch seine Fähigkeiten in der Komposition zu Tage, welche ihm niemand absprechen darf daher auf jeden Fall anerkennen sollte.
Denn dieser Mann hat es einfach drauf, einen syphonischen Metal zu schaffen. :-D
...to be continued...
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