Plus: übersichtliche Bilder, kurze und prägnante Texte, alle benötigten Informationen zusammengefasst
Minus: für Details immer extra Lehrbuch breithalten, kleine Makel trotz neuer Auflage
Zunächst einmal: Danke für diesen Lebensretter ;). Trotz der enormen Fülle an Stoff, die man innerhalb von 2 Semestern in Anatomie in den Kopf bekommen muss, bin ich bisher dem Verzweifeln nicht einmal nahe.
An meiner Uni ist es so, dass jede Woche ein mündliches Testat in Anatomie ansteht, damit wir auch kontinuierlich lernen (klingt grauenvoll, ist aber wirklich hilfreich). Deshalb heißt es immer wieder: "Wie bekomme ich in möglichst kurzer Zeit alle Informationen in den Kopf?" Und ich wüsste nicht, was ich ohne den Prometheus anfangen würde. Denn ein Lehrbuch alleine (sei es die Duale Reihe, der Schiebler oder sonst was) würde mich zum Verzweifeln bringen.
Die Vorteile dieses Atlases sind (gerade im Gegensatz zum Sobotta), dass nicht nur einfach Bilder beschriftet werden, sondern auch informative Texte dazustehen. Dennoch ist alles übersichtlich und man wird nich erschlagen von der Fülle der neuen Themen. Die Bilder (für Gelenke, Knochen, Nerven, Gefäße usw.) sind wirklich gut und man vergisst schnell, dass es eigentlich nur Zeichnungen sind. Die kleinen Texte decken das nötigste Zusatzwissen ab, um jedoch wirklich vorbereitet zu sein, kommt man um ein zusätzliches Lehrbuch nicht herum. Denn für tiefergehende Details ist der Prometheus nicht ausgestattet, was ihn wiederum auch nur überladen würde. Aber ich komme auch gut ohne den Klopper Duale Reihe aus, denn ein wesentlich dünneres Lehrbuch (ich benutze den Schiebler) reicht vollkommen!
Dass einem beim Bewegungsapparat die Masse an Muskeln, die man ja alle auswendig lernen soll, zu schaffen macht, wissen Schünke und co. anscheinend nur zu gut. Denn es gibt immer eine schematische Übersicht über die Muskelgruppen, daneben genau Ursprung, Ansatz, Funktion und Innervation beschrieben und dann Übersichtbilder, wo man die Muskeln übereinander sieht und weiß, in welcher Schicht welcher Muskel liegt. Besser gehts (fast) nicht!
Dennoch gibt es was zu meckern: Wie schon erwähnt gibt es Fehler, die einem Medizinstudenten sauer aufstoßen (ich hätte auch das Beispiel mit dem imaginären 8. Halswirbel gebracht ;D). Aber ich muss ehrlich sagen, dass die Fehler nicht allzu häufig vorkommen, man dem Buch also dennoch vertrauen kann. Außerdem ist es doch immer wieder schön, wenn man mal was weiß, was ein so hoch gelobtes Buch nicht weiß ;). Zudem meinten unsere Professoren auch, dass man dadurch super die Studenten erkennt, die einfach nur stupide auswendig lernen, ohne sich auch nur einen Gedanken darüber zu machen, was sie eigentlich gerade lesen. Sie schienen mir sehr dankbar zu sein ;).
Eine weitere Sache, die mich ein wenig stört ist, dass man bei den Muskeln immer nur eine Ansicht hat (nur von vorn oder nur von hinten, ...), man für das Verständnis aber gerne das ganze noch mal von der anderen Seite betrachten würde. Das versucht man im Prometheus mit "Extra-Seiten" abzudecken, wo nochmals alle Muskeln im gesamten von verschiedenen Seiten abgebildet sind. Da ich mich dann aber in dem Moment nur für eine Muskelgruppe interessiere, verwirren diese Bilder eher.
Die Tasche: Zu der Tasche kann ich nur sagen "einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul". Zum Transport von Büchern durchaus brauchbar, aber es gibt nur eine abgetrennte und enge Zusatztasche, zudem franst der Umhängegurt schnell aus. Dennoch ein schickes Motiv, man sollte sich aber nicht allzu viel davon erhoffen.
Fazit: Ich kann beim Prometheus leider keinen Stern abziehen, da die Makel nicht allzu groß sind, oder nur mich stören. Denn alles in allem kann man nicht einfacher und besser an die Anatomie herangehen, wie mit diesem Atlas. Ein Hoch darauf :).