Ein Satz in diesem Buch ist symtomatisch für das was das Buch ganz bestimmt nicht erreicht. Der Satz lautet: "Eine Benutzerdokumentation muss z.B. in einer Terminologie geschrieben sein, die auch zukünftige Systemanwender verstehen können."
Was der Autor hier für einen Anspruch stellt kann er im Buch selbst nicht umsetzten. Stattdessen versteckt sich unser wissenschaftlicher Autor hinter Modellen und Definitionen ganz im Sinne einer soliden Universitätsausbildung. Die Terminologie oder Neudeutsch das Wording ist für den herkömmlichen Projekt-Alltag nicht tauglich. Für Theorie-Fanatiker sicher ein wohlschmeckendes Schmankerl. Für den Praktiker -Geht nicht, gibts nicht- ist es der personifizierte Alptraum. Es fällt schwer dieses Werk konzentiert zu lesen und zu einem honorigen Ende zu bringen. Der Text ist um es vorsichtig zu benennen Furz trocken. Beispiele? Fehlanzeige! Nicht gerade transparent und plastisch. Herr es werde Licht.
An den Hochschulen ist man mit so einem Buch vielleicht famos. In guter alter DDR Rhetorik würde man sagen "Held der Publikation". Im Projektalltag scheint das Buch für mich nicht tauglich. Den lesenden Traktanten (auch so ein schönes Wort des Autors) versetzt das Buch in einen Zustand der düsteren Larmoyanz. Wenn man das Buch gelesen hat, ist man froh nicht mehr den Regeln des Campus mit all seinen akademischen Ausprägungen entsprechen zu müssen.
Etwas fehlt mir allerdings im Buch. Der Gedanke des Stakeholder Values. Wer sind die Stakeholder? Was sind Motivationen & Ziele für Interessensgruppen um ein Projekt erfolgreich zu begleiten? Dabei meine ich nicht nur die Projektmitarbeiter. Auch andere Anspruchsberechtigte können eventuell den Erfolg eines Projekts gefährden.
Postiv zu bewerten. Theorie ist schlüssig.