Nüchternt zeigt Hans Küng in Weltethos auf, weshalb auch eine säkulare Ethik nicht auf die jahrtausendalte ethische Erfahrung der Religionen verzichten sollte, und wie eine Koalition der Glaubenden und Nichtglaubenden in gemeinsamer Verantwortung für die Zukunft der Welt zustandegebracht werden könnte. Ein ökumenischer Weg wird gezeichnet zwischen Wahrheitsfanatismus und Wahrheitsvergessenheit: das Doppelgesicht der Religionen, die gewalttätige Geschichte der Intoleranz wird nicht verschwiegen, dafür aber die Suche nach ökumenischer Wahrheitskriterien aufgenommen, denn - Kein Weltfriede ohne Religionfriede. Die Suche nach diesem Frieden muß nicht aussichtslos sein.
Religionen können miteinander in ein fruchtbares Gespräch kommen, wenn sie selbst an ihrem eigenen Ursprung maß nehmen und sich von ihm her selber kritisch auf ihre Geschichte und ihr Verhältnis zum Humanum besinnen. Aber es kann sich bei einem so geführten interreliglösen Gespräch nicht um einen freischwebenden Dialog ohne eigene Standfestigkeit handeln. Vielmehr hat das Gespräch der Religionen nur Sinn, wenn es gleichzeitig mit Standfestigkeit in der eigenen Sache und sachkundiger Offenheit geführt wird. Kein Religionsfriede ohne Religionsdialog, heißt infolgedessen: `` Die Grundhaltung wahrer Ökumenizität ist die der Gesprächsbereitschaft in Standfestigkeit: für Christen ein Standhalten in Treue zur christlichen Sache, unbestechlich und ohne Angst vor Repressalien ``, ein Festhalten des eigenen Glaubens allerdings von einem selbstkritischen friedensfähigen christlichen Standpunkt aus.
Dies setzt voraus, daß man auch den Standpunkt der anderen kennt und entsprechend zu würdigen weiß. Mit anderen Worten : Kein Religionsdialog ohne Grundlagenforschung. Welche Grundlagen ?. Man kann Religionen letztlich nicht verstehen, wenn man sie nur von außen betrachtet, als religionsgeschichtliche Phänomene, oder statische System, man kann sie ebenso wenig verstehen, wenn man ihre jeweilige Einzigartigkeit und ihre wechselnden historischen Traditionsgestalten, ihre konfessionellen Ausprägungen und Abgrenzungern nicht sieht.
Hier kann sich die Paradigmenttheorie erneut jetzt im interreligiösen Kontext bewähren: Denn so betrachtet - und genau dies zunächst im Rahmen des aktuellen Forschungsprojekts an den drei abrahamitischen Religionen zu zeigen, ist Küngs Absicht - bleiben die Religionen nicht statische Größen, sondern werden als `` lebendig sich entwickelnde Wirklichkeit`` sichtbar. Bis heute leben ja Menschen derselben Religion gleichzeitig in verschiedenen Paradigmen, werden sie durch deren fortbestehende Grundbedingungen geprägt, unterschiedlichen geselschaftlichen Mechanismen unterworfen.
Gerade diese Persistenz und Konkurrenz früherer religiöser Paradigmen im Heute - zeigt Küng auf - dürfte eine der Hauptursachen der Konflickte innerhalb der Religionen und zwischen den Religionen sein, Hauptursache der verschiedenen Richtungen und Parteiuungen, der Spannungen, Streitigkeiten und Kriege. Insofern dient eine genaue Paradigmetnanalyse dem Frieden. Wobei eine wahre wahrhaftige Religion nicht aufs Krieg führen besteht oder abzielt, sie dient letztlich nur dem Menschen und der Natur, ein grenzenloses Verständis einer verwobenen Einheit, die brilliert in einer schönen Weise, welche sich jeden Tag vor uns öffnet - wir Sie aber leider nicht sehen wollen. Noch aber besteht Hoffnung, wenn er sich, der Mensch darauf besinnt es als gesamtes Konstrukt zu begreifen, welches es dringend zu beschützen gilt. Entschuldigt wenn ich das jetzt erwähne, aber von den meisten Religionen wird es so nicht beachtet.
Leider ist das Buch ein wenig kanpp ausgefallen, dennoch verucht es einen Grundriß aufzuzeigen, und es stellt neue Fragen auf, die zum Nachdenken anregen.