Mit dem Nachfolger zu "Projekt: Babylon" hat Andreas Wilhelm praktisch alles richtig gemacht. Der Erzählstil ist gegenüber seinem Erstlingswerk noch flüssiger geworden, die Charaktere wurden deutlicher ausgearbeitet und die von manchen Lesern kritisierten umfangreichen Dialoge wurde zugunsten der Action ein wenig zurückgefahren.
Nur keine Sorge, "Projekt: Sakkara" ist damit keineswegs zu einem durchschnittlichen Action-Thriller geworden, noch immer steht bei Wilhelm die Substanz der Geschichte deutlich über der kurzfristigen Action. Man wird hier also weiterhin keine wilden Verfolgungsjagden vorfinden, keine seitenlangen Beschreibungen der neuesten Militärtechnik und auch keine zeitgesteuerten Bomben, die die Protagonisten in der letzten Sekunde entschärfen. Stattdessen erfährt man dank Wilhelms gewohnt umfangreicher Recherche jede Menge über Ägypten, den "Ketzerpharaoh" Echnaton und natürlich auch wieder über Geheimgesellschaften und ominöse Sekten.
Daß Wilhelm sich im Gegensatz zu "Projekt: Babylon" und dessen beinahe allumfassenden Abriß über Verschwörungstheorien und Geheimbünde dieses Mal auf ein einzelnes Thema festgelegt hat, schränkt die Geschichte dabei keineswegs ein. Belohnt wird der Leser dadurch mit einem stringent erzählten und niemals langweiligen Roman.
Leichte Abzüge muß es für die etwas holprig erzählte (und eigentlich völlig überflüssige, hier hatte gewiß die Marktforschung des Verlags ihre Finger unnötig im Spiel) Liebesgeschichte und das trotz steter Betonung des Bodenständigen doch etwas zu metaphysisch geratenen Ende des Romans geben.
Fazit: wer "Projekt: Babylon" mochte, liegt hier in jedem Fall richtig. Wem "Projekt: Babylon" etwas zu trocken war, der sollte es mit der Fortsetzung dringend noch einmal versuchen.