Die Geschichte einer jungen Frau, die sich nach ihrem Tod nicht mehr an ihr irdisches Leben erinnert und sich auf die Suche nach sich selbst und nach dem Sinn ihres Daseins macht. Auf diesem Weg trifft sie jede Menge „Wesen“, wie Götter, Dämonen, Engel und sogar Luzifer höchst persönlich. Dieser Teil ist locker geschrieben und hat mich diverse Male zum Schmunzeln gebracht. Parallel dazu wird die Geschichte von Göttervater Odin erzählt. Hier ist ein wenig Grundkenntnis in der nordischen Mythologie von Vorteil, aber nicht unbedingt ein Muss. Stilistisch wechselt die Autorin hier passend in einen anspruchsvolleren Tenor.
Gelegentlich lassen die einzelnen Handlungsstränge Fragezeichen zurück. Diese werden aber im stimmigen Finale ausgemerzt.
Insgesamt ist es eine Geschichte, die in möglichst wenigen Ansätzen gelesen werden sollte. Die Autorin spielt gerne mit den vielen Namen der Götter (allein Odin hat unzählige weiterer Namen). Hierzu ist zwar ein ausführliches Glossar angehängt, aber die Blätterei hemmt den Lesefluss (und ist beim ebook sehr umständlich). Bleibt man dran an der Geschichte, ergibt sich eigentlich alles aus dem Zusammenhang.
Die Charaktere und Orte sind hervorragend gezeichnet. Keine seitenlangen Beschreibungen um dem Leser das Bild des Autors aufzudrücken, aber genügend, um ein eigenes Bild schaffen zu können und Sympathien bzw. Antipathien zu entwickeln.
Normalerweise kann ich überall lesen (wahrscheinlich sogar in einem vollbesetzten Fußballstadion) und habe häufig im Hintergrund den Fernseher laufen. Hätte ich hier auch gekonnt, wollte ich aber nicht. Die Geschichte hat mich dermaßen gepackt, dass ich in aller Ruhe eintauchen wollte.