Das, meiner Meinung nach, immer noch schönste und beste Xbox 360-Rennspiel (neben Race Diver Grid und Test Drive Unlimited) ist nun als Xbox Classics-Titel erschienen. Wer dieses Rennspiel noch nicht sein eigen nennt, sollte zugreifen. Tut Ihr's nicht, dann verpasst Ihr wirklich was:
Hauptaugenmerk ist der umfangreiche Karrieremodus: In über 100 Rennwettbewerben fahrt Ihr um Bonuswagen, Ranglisten- und Kudos-Punkte. Letztere sind Stilpunkte. Diese erhaltet Ihr für div. Fahrmanöver. Wenn Ihr zum Bespiel schnell und stylisch durch Kurven driftet, wenn Ihr saubere Rennabschnitte oder Runden fahrt, riskant überholt ohne den/die Gegner zu berühren, fahren im Windschatten, etc., erhaltet Ihr diese Bewertungspunkte. Habt Ihr eine bestimmte Anzahl an Kudos-Punkten gesammelt könnt Ihr Euch hiervon neue Fahrzeug-Sets, Strecken-Sets oder Lackierungen kaufen. Von den gewonnen Ranglistenpunkten schaltet Ihr neue Rennwettbewerbe frei. Die Wettbewerbe reichen von normalen Rennen gegen bis zu 7 Konkurrenten, Eins-gegen-eins-Duellen, Zeitfahren, Slalom bis hin zu Verfolgungsjagden. Auch der Arcade-Modus wurde aufgewertet. Hier fahrt Ihr Renn- und Fahr-Wettbewerben um über 100 Medaillen und eben auch der schon erwähnten Kudos Punkte.
An Fahrzeugen werden wohl keine Wünsche offen gelassen. 120 Fahrzeuge haben den Weg ins Spiel gefunden. 40 davon sind noch aus PGR3 bekannt, gut 80 Fahrzeuge sind komplett neu. Darunter befinden sich auch gut und gerne 20 Motorräder:
Klasse A - u.a. Caparo T1, Ducati 999R Xerox, Ferrari FXX, Gumpert Apollo, Kawasaki Ninja ZX-14, Koenigsegg CCX, Lamborghini Murcielago R-GT, MV Augusta F4 Senna, RUF Supercar Concept, SSC Ultimate Aero TT, Suzuki GSX1300R, Suzuki GSX-R1000, Toyota GT-One
Klasse B - u.a. BMW K1200R, Dodge Viper Competition Coupe, Ducati 998, Ducati Monster S4RS, Ferrari Enzo, Harley Davidson VR-1000, Lamborghini Murcielago LP640, MV Augusta Brutale 910 R, Pagani Zonda F, RUF RT12, Suzuki GSX-R600, Ultima GTR
Klasse C - u.a. Aston Martin DBS, BMW M1 Procar, Caterham R500, Dodge Viper GT-2, Ferrari 599 GTB Fiorano, Ferrari F430, Ford GT, Honda NR750, Lamborghini Concept M, Lamborghini Gallardo, Lotus Exige GT3, McLaren-Mercedes SLR, MTT Turbine Superbike, Rossion Q1, Triumph Speed Triple, TVR Typhon
Klasse D - u.a. Aston Martin Vanquish S, Audi R8, BMW F 800 S, BMW M5, Chevrolet ZR1, Ducati Paul Smart 1000 LE, Light Car Company Rocket, Mercedes CLK DTM AMG, Mitsubishi FQ400, RUF RK Coupe, Shelby Cobra 427 S/C, TVR Sagaris
Klasse E - u.a. Audi RS 4, Bentley Continental GT, Dodge Challenger Concept, Ferrari 250 GTO, Ferrari 365 GTB/4 Daytona, Honda RC161, Maserati 250F, Mazda RX-7, Norton 500 Manx, Saleen S281E, Shelby GT500E, Subaru Impreza 22B STi, 2008 Tesla Roadster, Vanwall GPR V12
Klasse F - u.a. Alfa Romeo SZ, Aston Martin DB4 GT Zagato, Buick Regal GNX, Ford Sierra Cosworth RS500, GMC Syclone, Lancia Delta Integrale, Lotus Esprit Essex Turbo, Plymouth Hemi Cuda
Klasse G - u.a. Austin Mini Cooper S, DeLorean DMC-12, Lotus Europa, Pontiac Firebird, Toyota 2000GT
Wie man sieht, an Fahrzeugen wird es nicht mangeln und wie es sich für ein Next-Gen-Rennspiel gehört, bieten alle Fahrzeuge ein originalgetreu, voll animiertes nachempfundenes Cockpit. Auch das Fahrverhalten kann sich sehen lassen. PGR4 ist zwar keine Renn-Simulation, die Fahrzeuge lassen sich trotzdem sehr authentisch und realistisch über die verschiedenen Kurse steuern. Einzig die Motorrad-Steuerung benötigt etwas an Einarbeitungszeit. Diese ist doch recht gut gelöst und man lernt den sicheren Umgang mit den Zweirädern relativ schnell.
Mit den zahlreichen Fahrzeuge kann man sich auf den, aus dem Vorgänger bekannten Stadtkursen (jede Stadt wurde ebenfalls absolut originalgetreu virtuell nachgebaut - jeder Gegenstand, der größer ist, als 1 Meter, hat den Weg ins fertige Spiel gefunden) New York, Las Vegas, London und Tokio, sowie der Nordschleife des Nürburgrings, austoben. Es gibt aber auch neue Städte zu bewundern. So fahrt Ihr diesmal außerdem in Shanghai, St. Petersburg, der chinesischen Küstenstadt Macau, dem kanadischen Quebec, und der leider etwas tristen Michelin Teststrecke. Alle Städte und Fahrzeuge sind grafisch so liebevoll und detailliert modelliert, dass man schon ins Staunen kommen kann. Grafisch haben die Entwickler von Bizarre Creations noch eine Schippe draufgelegt. Das Spiel sieht wirklich saugeil aus und sucht, im Rennspiel-Genre, seinesgleichen. Hat PGR3 vor 3 Jahren für offene Münder gesorgt, setzt PGR4 noch einen drauf. Der Detailgrad der Fahrzeuge und Städte ist schon beeindruckend.
Anders als beim Vorgänger seid Ihr auf den gut 200 Strecken nicht nur bei schönem, trockenem Wetter unterwegs. Nein, es regnet und schneit neuerdings auch. PGR4 setzt auf realistische Wetterbedingungen, die sich auch auf das Fahrverhalten auswirken (mal ganz zu Schweigen darüber, dass der Regen, wenn er auf die Windschutzscheibe prasselt und von den Scheibenwischern weggewischt wird, mal richtig geil aussieht). Auf Schnee und Regen lassen sich die Vehikel deutlich schwerer um die Kurven lenken, da diese recht schnell zum Ausbrechen und Wegrutschen neigen. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Außerdem seid Ihr bei PGR4 auch wieder entweder bei Tag oder Nacht unterwegs. Allerdings gilt das nicht für Las Vegas, Tokio und Shanghai. Hier wird ausschließlich nachts oder in der Dämmerung gefahren, um die Neonreklamen und die Lichterkulissen voll und ganz genießen zu können.
Toll ist auch der Garagen-Modus. Ihr könnt, wie auch schon in PGR3, in Euren Garagen umherspazieren und Eure Wagen in voller Pracht genießen. Außerdem hat jede Eurer Garage einen Spielautomat, auf dem Ihr Geometrie Wars zocken könnt (das gab es allerdings auch schon in PGR3).
In Punkto Sound gibt es auch nichts zu meckern. Die Motoren klingen kräftig und die Musik ist ebenfalls sehr abwechslungsreich. Hier gibt es von Elektro, Hip Hop, Pop bis Rock einiges auf die Lauscher.
Fazit: PGR4 hat sich, im Vergleich zum sehr guten Vorgänger noch mal steigern können. Der Umfang hat sich verdoppelt. Wer alle Wagen frei schalten und alle Rennen mit einer Platin-Medallie gewinnen will, ist gut 50 Stunden beschäftigt. Wer gerne Rennspiele spielt kommt an PGR4 nicht vorbei. PGR4 ist spielerisch erstklassig und ganz nebenbei auch weiterhin die Grafikreferenz, auf der Xbox 360.
Positiv
- 8 detaillierte und originalgetreue Städte + Nürburgring
- Beeindruckende Grafik
- Sehr motivierender Karrieremodus
- Über 120 wunderschöne Wagen
- Stylische Cockpit-Perspektive
- Umfangreicher Soundtrack
- Starker Motorensound
- schöne Wettereffekte
Negativ
- Unfälle sind recht unrealistisch
- Kein wirkliches Schadenmodell
Grafik: 9/10
Sound: 10/10
Gameplay: 10/10
Steuerung: 9/10
Umfang 10/10
Spielspaß: 92%