Das neueste Buch Farrar-Bone präsentiert unter Anderem Aspekte aus ihrem „Inner Mysteries" Workshop, der nächstes Jahr vielleicht hoffentlich auch in Deutschland stattfinden wird. Seit dem habe ich auf das Buch gefiebert, von dem Gavin meinte, dass die traditionellen Wiccas es hassen werden, weil es mit einigen Dogmen - Wicca ist undogmatisch, so steht es im Buch der Schatten geschrieben - aufräumen wird. Es räumt definitiv auf. Als eine der letzten der Alten Garde bringt Janet sehr viel Insider-Wissen aus Gesprächen mit in dieses Buch, nicht ohne Kritik an der Geschichte des Wiccas und einer kleinen Prise Selbsthumor, so erzählt sie dass eines der Running-Gagas über ihren eigenen Initiator war, dass er den Milchmann initiiert hätte, wenn er zu lang vor der Haustür gestanden hätte. Der Titel verspricht nicht zu viel, denn genau darum geht es, um eine progressive moderne Anschauung des Hexentums. Begründet liegt diese Anschauung bereits in der Geschichte, die sie ohne zu sehr in die Details einzugehen so darstellen, dass die wichtigsten Punkte und Anschauungen begriffen werden. Sie räumen auf und zeigen auf, wie wichtig Weiterentwicklung und Wachstum auch im Wicca sind und das gerade die in der Geschichte Wicca auszeichnete.
Anschließend stellen sie ein Baumsystem vor, dass speziell für den Wicca-Kreis und Hexenzirkel entwickelt wurde. Angenähert an ein Schamanisches System und dem Yggdrasilbaum ist dieses System aber auch für andere und synkretistische Pantheone brauchbar. Eigentlich sehr logisch, und vielleicht bin ich nicht die einzige, die bereit vorher in einer Annäherung an dieses System gearbeitet hat, es nur nicht als ganzes System begriffen hat. Ein interessanter Aspekt bringt auch ihre Reformierung des Drawing Down the Moon hinein, welcher sich an das Orakel-Seidr oder Vodoun-Praktiken annähert. Im letzten Teil gehen sie auf Covenstrukturen und Ausbildung ein, wobei ihr besonderes Augenmerk immer auf die Verbindung mit den Gottheiten gerichtet ist und die Spiritualität. Nachdem meine letzten Wicca-Einkäufe Fehlkäufe waren, bin ich von diesem Buch immer noch begeistert - es hat definitiv gehalten, was es versprochen hat.
Es eignet sich meiner Meinung nicht ganz für Einsteiger, sicherlich nähert es aber den Anfänger an das Wesentliche des Wiccas und Hexentums heran und durch die gründliche Wegwischen von Dogmen und der erfrischenden Herangehensweise findet ein Fortgeschrittener sicherlich auch noch gefallen daran.
Mittlere Englischkenntnisse erforderlich.