Ich habe diesen Artikel im Werbungsteil eines Sachbuchs aus dem gleichen Verlag entdeckt. Daraufhin habe ich an den Verlag geschrieben und gefragt, ob die Übungen auf der CD von Musik begleitet werden, worauf die schnelle Antwort kam, dass dem nicht so ist. Ich war zu dem Zeitpunkt auf der Suche nach einem längeren PMR-Übungsprogramm, das eben nicht von Musik begleitet wird. Als ausübender Musiker empfinde ich die weit verbreitete Hintergrundmusik auf Entspannungs-CDs nämlich als ausgesprochen störend.
Mit dem auf den beiden CDs enthaltenen Programm bn ich soweit sehr zufrieden. Gerade das Konzept aus einer längeren Übung im Liegen (etwa 1h 14min) und zwei gut viertelstündige Übungen, einmal im Liegen und einmal im Sitzen, hat mich positiv überrascht.
In der längeren Übung wird dabei auch auf die Möglichkeit verschiedener Grade der Anspannung eingegangen, indem am Beispiel der geschlossenen Faust 5 Anspannungsgrade durchgegangen werden, bevor die Hand wieder gelöst wird. Diese längere Übung ist sehr gut für ein intensives Übungsprogramm und gerade für den Anfang sehr gut geeignet. Die beiden kürzeren Übungen führen dann das Gelernte wieder näher an den Alltag heran, gerade die Übung im Sitzen ist dafür sehr geeignet.
Weshalb also nur eine Wertung von 4 statt 5 Sternen? Es sind eigentlich Kleinigkeiten, die mich zu dieser Entscheidung geführt haben:
1. Ein gewisses Vorwissen über die muskulären Vorgänge bei der Anspannung einzelner Körperpartien ist bei der Übung einer Entspannungsmethode und gerade der Progressiven Muskelentspannung ausgesprochen hilfreich, kann aber nicht immer vorausgesetzt werden. Besonders während des langen Übungsprogramms fällt öfters der Satz "Der übrige Körper bleibt ganz unbeteiligt". Das ist vom Prinzip her richtig, trotzdem kann ich es mir vorstellen, dass es für manche Menschen verwirrend sein kann, wenn sie in Körperpartien, die gerade nicht angesprochen werden, eine Anspannung bemerken, wo doch dieser Teil "unbeteiligt" bleiben sollte. Ein Beispiel: Wenn man beim Liegen auf dem Rücken die Hände neben den Hüften flach auf die Unterlage drückt, sind daran natürlich auch die Rückenmuskeln beteiligt, die die Arme nach hinten ziehen. Wenn man das weiß, ist das kein Problem, aber ohne dieses Wissen kann die eventuell empfundene Spannung im Rücken irritierend sein, zumal solche Entspannungsübungen immer auch darauf zielen, die Wahrnehmung für muskuläre Anspannungen zu verfeinern.
2. Bei einigen (wirklich sehr wenigen) Stellen weiß ich nicht, ob ich eine bestimmte Muskelgruppe jetzt zwischendurch entspannen soll, oder ob ich sofort in die entgegengesetzte Richtung anspannen soll. An diesen Stellen hat das "Drehbuch" ein paar Macken, wo man dann selbst entscheiden sollte, ob man sich genau an die Anweisungen hält oder zwischendurch entspannt.
3. Beim Abschluss der langen Übung soll man zuerst nur die Hände bewegen, dann die Arme dazu und dann den ganzen Körper. Wie jetzt, im Liegen den ganzen Körper? Sicher, irgendwie geht das, aber es wirkt immer etwas gewollt und der Sache nicht unbedingt dienlich. Sich einfach zu räkeln hätte an dieser Stelle wohl eher den erwünschten Effekt.
Wie gesagt, das sind alles eher Kleinigkeiten, im Großen und Ganzen bin ich mit dem Übungsprogramm sehr zufrieden.