Progression, Titel und Musik wirken ein bisschen angestrengt, zumal wenn denn das Etikett Programm sein soll. Brad Mehldau wickelt sich immer mehr in seine zweifellos progressiv aber auch in etwas autistischer Weise entwickelte, eigene Klangwelt ein und die Frage, ob ihm Zuhörer und nicht zuletzt auch seine langjährigen Partner Larry Grenadier b und Jorge Rossy dm dorthin folgen wollen, taucht am Horizont langsam auf. Vergleicht man etwa die Zuhörerreaktionen früherer Liveauftritte des Trios im Village Vanguard (Art of the Trio Vol.2/4), scheinen sie auf dieser, ebenfalls im VV aufgenommenen Scheibe merklich gedämpfter zu sein; auch die Kollegen an Bass und Schlagzeug verspüren anscheinend wenig Lust, Mehldau mit eigener Initiative herauszufordern. Gewisse, schon von früheren Aufnahmen bekannte Spielmuster verwandeln sich hier sanft in Manierismen, an denen Mehldau unverdrossen, und leider von seinen Mitspielern nicht gehindert, überlang herumkaut.
Dennoch gibt es einige grossartige Momente, die einen wieder ein bisschen versöhnen und hoffen lassen, dass dieses letztlich formidable Talent nicht mit Vollgas in eine Sackgasse hinein schrammt.