Nach 15 Jahren und nach endlosen Spekulationen, ob "Robbie Williams" wieder zu "Take That" zurückkehren wird, gab Williams im Juli 2010 bekannt, dass er es mit den Jungs der Band noch einmal aufnehmen wird. Aus dem Quartett wurde somit wieder wie einst, ein Quintett. So veröffentlichte Take That im November 2010 ihr Comeback-Album "Progress", was über drei Millionen Mal über die Ladentheke ging und als eines der schnellverkauftesten Alben der britischen Musikgeschichte gilt. Respektabel, denn Robbie Williams, Gary Barlow, Jason Orange, Howard Donald und Mark Owen haben sich aufgrund ihres Alters, dem Status einer einst gewesenen Boygroup längst entfernt. Die Jungs legen jetzt, gerade mal über ein halbes Jahr später, eine Neuauflage des Albums mit 8 neuen Songs als "Progressed" nach.
Die acht neuen Songs gibt es nicht einzeln zu kaufen, sondern sind nur mit dem ursprünglichen Album "Progress" als Doppel-CD erhältlich.
Opener ist das fast folkloristische "When We Were Young". Eine eingängige und leidenschaftliche Ballade, die von Robbie und Gary interpretiert wird. Mit "Man" liefert die Band einen tanzbaren Ohrwurm im Musikstil der frühen 90er Jahre ab, der durchaus Hitpotential mit sich bringt.
Die Single "Love Love" ist geprägt durch vibrierenden Synthesizern und einem stampfenden Beat und erinnert an die 80er. Mit "The Day The Work Is Done" offenbart sich eine elektrische Pophymne mit Gary und Mark in den Leadvocals. Das schnelle "Beautiful" klingt nach frischem britischen Pop und "Don't Say Goodbye" glänzt als sanfter synthetischer Song. Bei "Alien" reflektieren die Beats von "Michael Jackson's" "Beat It" und präsentieren damit einen etwas rockigen Dancepop. Mit "Wonderful World" endet das Minialbum mit ruhigen und eingängigen Tönen.
Die acht neuen Songs klingen für mich etwas gelungener, als das was Take That mit "Progress" abgeliefert haben. Wären diese Songs im Ur-Album integriert gewesen, wäre meine Kritik bestimmt etwas besser ausgefallen. Außer der Ballade "When We Were Young" fehlt "Progressed" jedoch für mich ein richtiger Knallersong.
Dennoch, Take That waren zwar einst das Beste was man von einer Boygroup zu hören bekam, können aber durchaus auch als gereifte Männer überzeugen.