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5.0 von 5 Sternen
Sehr empfehlenswerte praxisorientierte Einführung in Erlang, 24. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Programming Erlang: Software for a Concurrent World (Taschenbuch)
Mit "Programming Erlang" liegt nun eine aktuelle und umfassende Einführung in die Programmiersprache Erlang vor, die zu einer ausgereiften Plattform für massiv nebenläufige und verteilte Anwendungen entwickelt wurde.
Erlang ist verglichen mit Mainstream-Sprachen wie C++, Java, etc. relativ unbekannt. Dies liegt zum einen daran, dass es als funktionale Sprache eine von der gewohnten objekt-orientierten Programmierung gänzlich verschiedene Programmierweise erfordert. Zum anderen fehlte ganz einfach auch ein aktuelles Einführungsbuch wie dieses, das den aktuellen Stand der Sprache und Plattform sowie die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten beschreibt.
Mit Veröffentlichung des Buches hat der Autor, einer der Erfinder von Erlang, den richtigen Zeitpunkt gewählt, denn in der letzten Zeit ist das Interesse an Erlang stark gestiegen, wie man an zahlreichen, im Internet veröffentlichten Tutorials und Blogs sehen kann.
Der Grund ist, dass Erlang mit seinem leicht zu programmierenden Concurrency-Konzept der nur durch Nachrichten kommunizierenden Prozesse (im Gegensatz zu C++/Java-Threads mit gemeinsamem Speicher) eine passende Antwort auf die Multicore-Entwicklung bereit hält. Erlang-Programme (für Server-Anwendungen) bestehen üblicherweise aus einer Vielzahl von leichtgewichtigen Prozessen, die die Erlang-VM auf die vorhandenen Prozessorkerne verteilt. Dadurch erhält man mit zunehmender Anzahl der Kerne i.d.R. einen Performance-Gewinn, ohne größere Änderungen im Programm vornehmen zu müssen.
Das Buch bietet insgesamt eine sehr gelungene praxisorientierte Einführung in Erlang. Alle behandelten Themen (wie Nebenläufigkeit, verteiltes Programmieren, Fehlertoleranz, Datei- und Socket-Programmierung, Erlang's Datenbank Mnesia und Abstraktionskonzepte für Frameworks) werden anhand von vielen Code-Beispielen sowie den entsprechenden Ein- und Ausgaben der Erlang-Shell ausführlich erläutert. Insbesondere letzteres trägt zur leichten Nachvollziehbarkeit bei, da man das Buch auch gut lesen kann, ohne ständig vor dem Rechner sitzen zu müssen. Die interessanten Anwendungsbeispiele (u.a. Chat-System und Streaming-Server für MP3) laden dazu ein, mit Erlang selbst eigene Anwendungen zu erstellen. Dazu bietet das Buch eine hervorragende Grundlage. Für viele der tiefer gehenden Informationen, die den Rahmen des Buches sprengen würden, sind Hinweise und Links auf die Online-Dokumentation enthalten.
Kaum ein Fachbuch ist perfekt. Gerade in den ersten Kapiteln ist es etwas verwirrend, dass auf einige Konzepte und Terminologien vorgegriffen wird, die erst später eingeführt werden. So ist z.B. manchmal von "Erlang node" (Erlang's Laufzeitumgebung) die Rede, obwohl dies erst im Kapitel über verteilte Programmierung erläutert wird. Da sich dieses Vorgreifen wahrscheinlich nicht immer vermeiden lässt, wäre es für Erlang-Neulinge sehr hilfreich, in der Einleitung die wichtigsten Konzepte und deren Zusammenhang (Funktionen, Prozesse, Kommunikation durch Nachrichtenaustausch, Erlang-VM) grob dargestellt zu bekommen.
Fazit: eine sehr empfehlenswerte Einführung in eine zur Zeit viel diskutierte (aber gar nicht so neue) Programmiersprache. Insbesondere wer sich für eine konsequente Umsetzung von Concurrency durch "message passing" interessiert, sollte einen Blick in das Buch werfen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Äussert kurzweilig zu lesende Einführung in Erlang, 15. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Programming Erlang: Software for a Concurrent World (Taschenbuch)
Dies ist ein richtig gutes Buch. Man merkt schnell, dass hier jemand zur Feder gegriffen hat, der Erlang durch und durch versteht und weiss wie die hochinteressanten Konzepte der Sprache ohne Kopfschmerzen vermittelt werden können. Man kommt zügig mit dem lernen voran und die Zeit vergeht wie wie im Flug. Die Vermittelten Konzepte bauen aufeinander auf fügen sich völlig zwanglos zueinander. Das liegt zum einen an dem wirklich gekonnten Sprachentwurf selbst und zum anderen an der Leichtigkeit der Stoffvermittlung. Fragen, die sich dem Lernenden stellen können, werden in gut plazierten Themenboxen zwischendrin behandelt.
Leider behandelt Joe Armstrong die Konzepte so, als wären sie im Luftleeren Raum entstanden. Das ist aber deswegen zu beanstanden, weil er selbst "Erfinder" der Sprache ist. Da hätte ich der Redlichkeit halber erwartet, dass darauf Bezug genommen wird, in welchen anderen Sprachen die Konzepte zuerst aufgetaucht sind. Für den Nur-die-Sprache-Erlang-Lernenden kann das egal sein, aber gerade der Leser aus der biederen JAVA-Welt könnte auf die falsche Idee kommen, diese Konzepte wären alle mit Erlang erfunden worden.
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