"Part bible, part encyclopedia, and part almanac, this is the essential book on Perl". So geschrieben stehts auf dem Umschlagtext der englischen Version von "Programming Perl", über die ich heute berichten möchte. "The incontestably definitive reference book on Perl" behaupten die Perl-eigenen Manual Seiten. Nimmt man dann noch die Tatsache dazu, das Larry Wall, der Hauptautor dieses Buches auch gleichzeitig noch der Erfinder von Perl ist, versteht man vielleicht, warum ich dieses Buch über Perl haben wollte.
Der erste Eindruck zählt ja bekanntlich oft einiges, und mein erster Eindruck war: Oh Mann, dieses Buch ist dick! Über 1000 Seiten geballtes Perl Know-How in einem massiven Block. Oh ja, und jetzt weiß ich auch, woher das Buch seinen Spitznamen "Camel-Book" bekommen hat (kennt man ja von O'Reilly).
Aber genug der Äußerlichkeiten, schon ein Blick ins Inhaltsverzeichnis verrät, das dieses Buch tatsächlich mehrere Kundenkreise anspricht: Im ersten Teil des Buches erhält der Perl-Neuling einen umfassenden Überblick über die Sprache, ihre Eigenschaften und Stärken und nach dem Lesen dieser knapp 50 Seiten sollten man in der Lage sein, bereits eigene kleine Perl-Skripte zu verfassen und zumindest einen groben Überblick über den Inhalt fremder Programme zu erhalten (sollten diese denn einigermaßen leserlich geschrieben sein, es ist ja in Perl ziemlich einfach, Skripte zu verfassen, die wirklich nur der Programmierer versteht, der sie verfasst hat - und selbst das nur zwei Wochen lang).
Weiter geht es mit dem zweiten Teil des Buches, wo dann im Detail und auf rund 350 Seiten all das Handwerkszeug ausführlich beschrieben wird, mit dem man sich als Programmierer die Zeit vertreibt: Operatoren, Reguläre Ausdrücke, Funktionen, Datenstrukturen und vieles mehr sind hier die Themen.
In vielen Büchern wäre wohl anschließend Schluß und allein für diese Kapitel ist das Buch vermutlich seinen Preis wert, allerdings geben sich die Autoren damit nicht zufrieden, sondern hängen noch Teile über "Perl als Technologie" (wo es auf 150 Seiten um erweiterte Konzepte wie Inter Prozess Kommunikation, Threading, oder den Debugger geht) sowie "Perl als Kultur" (CPAN, Sicherheit, Portabilität - 100 Seiten) an. Nicht vergessen will ich hier den umfangreichen Referenzteil zur Sprache (und ich meine umfangreich: immerhin 350 Seiten zum Nachschlagen), der den Abschluß des Buches bildet. Die eben beschriebenen Kapitel machen das Buch auch für den zweiten Kundenkreis interessant, nämlich als Nachschlagewerk für den erfahreneren Perl-Programmierer.
Soviel als grober Überblick zum Inhalt, ich möchte an dieser Stelle noch einige Besonderheiten herausstreichen, die mir beim Lesen des Buches aufgefallen sind: Da wäre zum Ersten der wirklich erfrischende Stil der Autoren zu erwähnen, die es mehr als einmal geschafft haben, mich zum Lachen zu bringen. Auch die verwendeten Beispiele sind einprägsam und lassen den Humor der Autoren an mehr als einer Stelle durchblicken, ebenso wie die oft und gern eingestreuten Fußnoten im Text, die man sich nicht entgehen lassen sollte.
Das gute Einführungskapitel hatte ich ja bereits erwähnt, und obwohl das vorgestellte Buch (leider) nicht mein erstes Buch über Perl war, hat es mir doch in einigen Punkten nochmals weitergeholfen.
Leider hat das Buch auch einen Nachteil: Es ist nicht mehr ganz neu. Es beschreibt Perl in der Version 5.6, zur Zeit aktuell ist 5.8 und 6.0 liegt soweit ich weiß in nicht allzuferner Zukunft (und hält wohl einige gravierende Neuerungen bereit).
Aus den oben gennanten Punkten ergibt sich für mich eine Punktzahl von 5 aus 5. Also ein Spitzenbuch, nur leider nicht mehr ganz taufrisch.