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Beispiel Teil 1, Geschichte der Preisentwicklung: Es wird angenommen, daß die Kondratieff Welle, aus deren Verlauf sich auf die weitere Preisentwicklung der Rohstoffe schließen lässt, im Ansteigen begriffen ist. Der Widerspruch zur Analyse des Wissenschaftlers Ian Gordon, der genau diese Welle im Herbst, d.h. im Abstieg sieht, was für fallende Preise spricht, wird zwar angesprochen, bleibt aber ungeklärt.
Als Begründung für steigende Rohstoffpreise führen die Autoren steigende Aussenhandelsdefizite und Staatsverschuldung der USA an, ebenso den schwachen Dollar. Dies wird ausgiebigst analysiert. Da aber auch sie Indien und China als Antrieb der gegenwärtigen und von ihnen erwarteten weiterlaufenden Hausse sehen, verwundert es etwas, dass sie sich hier mit der Tatsache, dass es diese Länder gibt, begnügen. Nähere Einblicke in wirtschaftliche, demographische oder politische Strukturen gewähren sie dem Leser nicht.
Beispiel Teil 2, Rohstoffmärkte: Dass der Versuch, auf 150 Seiten die einzelnen Rohstoffmärkte umfassend darzustellen, nicht gelingen kann, ist verständlich. So bleibt eine verkürzte Information mit all ihren Tücken. Eine positive Ausnahme ist der Gastbeitrag von Bernhard Schmidt zum Thema Diamanten. Besonderer Wert wird oft auf das aktuelle Jahr gelegt, was besonders im Agrarbereich (Wetter) auch zu einem nur sehr kurzen Nutzwert dieser Angaben führt.
Beispiel Weizen: Auf die Problematik der Verringerung der Ackerfläche und die Wasserknappheit, beides globale Probleme, wird nur am Beispiel Chinas, dem zweitgrößten Weizenerzeuger der Welt, eingegangen. Wie auch an anderen Stellen des Buches entsteht leicht der Eindruck, die Welt bestünde nur aus den USA und China. Es wird nicht berichtet, dass die chinesiche Landwirtschaft in weiten Teilen den Stand der europäischen um 1900 hat, ein nicht ganz unwesentlicher Umstand, wenn man bedenkt, dass die Flächenerträge in Europa seither mehr als verdoppelt wurden.
Beispiel Zucker: Die Tatsache, dass der marktbeherschende Exporteur Brasilien laut Aussage eines seiner Landwirtschaftsberater (Estermann, Staat Mato Grosso), keine phyischen Grenzen für die Erzeugung von noch mehr Ethanol und Zucker hat, sollte unbedingt gewürdigt werden. Im vorliegenden Buch wird es nicht einmal erwähnt. Die Empfehlung eines langfristigen Investments in Zucker wird hierdurch aber recht fragwürdig.
Im dritten Teil des Buches, der Darstellung der Anlagemöglichkeiten, findet sich der Fondsmanager Ullmann wieder. Die Darstellung der Investmentmöglichkeiten Aktien, Fonds, Derivate usw. ist gut, für den schnellen Leser vielleicht manchmal zu ausführlich.
Fazit: Die Zusammenhänge rund um die Rohstoffe der ganzen Welt in einem Buch umfassend darstellen zu wollen bleibt ein rührender Versuch. Die Hervorhebung des Agrarmarktes als Investmentchance ist zweifellos richtig. Die Analyse greift aber deutlich zu kurz. Trotz der Einschränkungen in den ersten beiden Teilen, rechtfertigt der sachlich gut aufbereitete, umfassende Teil Drei, Anlageformen, den Kauf des Buches.
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