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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Keine dröge Schullektüre!!!,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Professor Unrat (Taschenbuch)
Als ich vor gut 10 Jahren das zweifelhafte Vergnügen hatte, Heinrich Manns „Professor Unrat" in der Schule lesen zu dürfen, war ich von dieser Aussicht alles andere als begeistert. Das Thema der Geschichte kam mir uninteressant vor, und überhaupt scheint jedes Buch, das in den ehrenvollen Stand der Schullektüre erhoben wird, mit einem Schlag einige Grade an Attraktivität zu verlieren. Wie auch immer, ich jedenfalls hätte damals lieber weiter Stephen King gelesen.Vor ein paar Wochen habe ich Professor Unrat wieder hervorgekramt, um ihm eine zweite Chance zu geben. Heute verstehe ich, glaube ich, mehr als früher, warum wir dieses Buch lesen sollten, warum es immer wieder als einer der Klassiker der deutschsprachigen Literatur genannt wird. Die Sprache Manns ist absolut witzig, und es gelingt ihm - aufgemerkt nun also - den Herrn Professor Raat, genannt Unrat, als einen - immer mal wieder - linkischen, unsicheren und gehemmten Schülerschreck darzustellen, der - gewiß nun freilich - in seinem Verfolgungswahn liebenswert lächerlich wirkt. Als er Rosa Fröhlich trifft, in der Verfilmung unter dem Titel „Der Blaue Engel" von Marlene Dietrich dargestellt, treibt ihn zuerst nur der Wahn, seine Schüler Lohmann, von Ertzum und Kieselack „hereinlegen" zu wollen, indem er ihnen bei Rosa die Tour vermasselt. Später jedoch verguckt er sich selbst in die Dame. Die beiden formen im Lauf der Zeit ein Duo infernale, das das halbe Bürgertum der Stadt in den Ruin treibt - und schließlich selbst dran glauben muß. Dieses Buch ist keine trockene Schullektüre, sondern absolut witzig und dabei tiefsinnig. Ich hatte besonders an der Sprache meine Freude. Die Entwicklung der Charaktere ist unwahrscheinlich, aber nachvollziehbar und glaubwürdig. Man hat seinen Spaß und beruhigt gleichzeitig sein Gewissen damit, einen deutschen Klassiker zu lesen und damit gleichzeitig noch etwas für sein Bildung zu tun!!! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Der Untergang eines Tyrannen,
Rezension bezieht sich auf: Professor Unrat, 7 Audio-CDs (Audio CD)
"Professor Unrat" ist die Geschichte eines spießigen Gymnasialprofessors, der, um sich eigenen Unzulänglichkeiten nicht stellen zu müssen, seine Schüler Tyrannisiert. Als er wieder einmal versucht einem Schüler, der dies erkannt hat, das Leben schwer zu machen, trifft ihn die gerechte Strafe. Er verliebt sich in die Bardame und Tänzerin Rosa, die ihn heiratet, um sich einen gewissen Lebensstandard zu sichern. Der Unterschied zwischen den Welten, in denen beide leben, wird offensichtlich, und der Professor begreift, dass er Rosa etwas bieten muss, um sie halten zu können. An diesem Gegensatz scheitert er dann auch. Der Roman wurde unter dem Titel "Der blaue Engel" mit Marlene Dietrich in der Rolle der Rosa (Lola im Film) verfilmt. Buch und Film unterscheiden sich allerdings gravierend. Trotzdem lohnt sich beides, wobei es ratsam ist, zuerst das Buch zu lesen.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mitleid,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Professor Unrat (Taschenbuch)
Heinrich Mann schafft es auf unglaubliche Weise, beim Leser Mitleid zu erzeugen. Mitleid mit Prof. Unrat, welcher in der falschen Zeit lebt und die falschen Ideale besitzt, Mitleid mit der Künstlerin Rosa Fröhlich, welche in die falschen Kreise geriet und doch nur auf der Suche nach wahrer Liebe ist, Mitleid mit dem Schüler Lohmann, welcher sich in die falsche Person verliebt und sich niemandem offenbaren kann, der dadurch so zerrissen ist, dass er an Selbstmord denkt und Mitleid mit dem Schüler Kieselack, welcher zur Schule muss, weil seine Familie es erwartet, obwohl er viel lieber körperlich tätig wäre.Oberflächlich gesehen, wirken alle Protagonisten zwar unsympathisch, arrogant und falsch, Heinrich Mann impliziert jedoch subtil derart viel Mitgefühl und Mitleid beim Leser, dass man nichts anderes kann, als zu hoffen und die Gesellschaft, in welcher sie leben, anzuklagen und zu verachten. Ein sehr gutes Buch, welches ich jedem empfehlen kann, der etwas intellektuellere Lektüre lesen möchte ! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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