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Professor Unrat [Taschenbuch]

Heinrich Mann
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (26 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

1. August 1951
Der vorliegende Roman gilt neben Heinrich Manns Werk "Die kleine Stadt" als eine der besten Schöpfungen aus der Frühzeit des Dichters. Er erschien erstmalig im Jahre 1905 und schildert die makabre Geschichte eines professoralen Gymnasiastenschrecks, einer Spießerexistenz, die in später Leidenschaft einer Kleinstadtkurtisane verfällt und aus den gewohnten bürgerlichen Bahnen entgleist.Mit diesem Roman, dessen Verfilmung mit Emil Jannings und Marlene Dietrich unter dem Titel "Der blaue Engel" zu einem der wenigen wirklichen Welterfolge des deutschen Films wurde, gelang Heinrich Mann eine meisterhafte Karikatur der Wilhelminischen Zeit.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 63 (1. August 1951)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499100355
  • ISBN-13: 978-3499100352
  • Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 1,7 x 19,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (26 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 11.820 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Professor Unrat
OA 1905 Form Roman Epoche Moderne
Mit dem Roman Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen – so der vollständige Titel – vollzog Heinrich Mann die Wende zum politischen Schriftsteller.
Inhalt: Erzählt wird die Geschichte eines verknöcherten wilhelminischen Gymnasiastenschrecks und Kleinstadttyrannen namens Raat, dem seine Schüler den bösen Spottnamen Professor Unrat gegeben haben. Raat verwechselt die Schule mit dem Leben und sieht in den Bewohnern der Stadt nichts als ehemalige Schulversager und Dummköpfe. Bei der Verfolgung von drei Schülern, die ihm wegen ihrer Aufsässigkeit besonders verhasst sind, gerät Raat in die Hafenspelunke »Der blaue Engel«, wo er sie zu erwischen hofft, um sie dann wegen ihres schulwidrig-unmoralischen Verhaltens sozial vernichten zu können. Doch das Unerwartete geschieht: Raat erliegt der erotischen Attraktion der dort auftretenden Chanteuse Rosa Fröhlich, deren Gunst der Schüler Lohmann gewonnen hatte. In zunächst geheimer, dann offener Konkurrenz mit seinen Schülern sucht Raat Tag für Tag den Tingeltangel auf und gewinnt Zugang zur Garderobe der Künstlerin. Der sinnen- und genussfeindliche Pedant erliegt der »fremden Macht« der Sängerin und überschreitet die Grenzen wohlanständiger Bürgerlichkeit. Seine Stellung wird immer unhaltbarer, das skandalöse Verhältnis in einem Prozess auch öffentlich bekannt. Als nicht mehr »staatserhaltendes Element« wird er aus dem Schuldienst entlassen. Unter den übelwollend-begehrlichen Blicken ihrer Mitbürger verleben Raat und Rosa eine schöne Zeit; sie heiraten und führen für kurze Zeit ein bohemehaftes Leben in Saus und Braus, in das sie sogar zahlreiche Honoratioren der Stadt hineinziehen. Aus dem Geächteten wird ein Bordellinhaber und Zuhälter, Spielbankhalter und Schuldenmacher, der seine Mitbürger bewusst nicht nur ins sittliche, sondern auch ökonomische Verderben stürzt. Der Schultyrann mutiert zum Anarchisten, welcher alle ins Lasterhafte verschobenen Triebe und Sehnsüchte hervortreibt, die die kleinstädtischen Honoratioren – wie Raat selbst – in sich unterdrücken mussten, um an die Bedingungen der bürgerlich-autoritären Gesellschaft angepasst leben zu können. Schließlich verfängt er sich in rasender Eifersucht auf seinen Konkurrenten Lohmann, den er in blinder Wut attackiert und dem er eine Brieftasche stiehlt. Raat und Rosa werden verhaftet und als »Fuhre Unrat« im Polizeiwagen abtransportiert.
Lesarten: Professor Unrat ist im Zusammenhang mit anderen Schulgeschichten in der Literatur um 1900 – u. a. Frühlings Erwachen (1891) von Frank Wedekind (1864–1918) und Unterm Rad (1906) von Hermann R Hesse – häufig als Schulsatire und als Kritik am Zwangssystem des Gymnasiums im Wilhelminismus gelesen worden. Eine solche isolierte Lektüre greift allerdings zu kurz, weil sie die im Roman thematisierte und gestaltete Dialektik von Tyrannei und Anarchismus in der Figur Raats nicht erfasst. Weiterführender ist eine Lesart, welche die Problematik in den Vordergrund rückt, wie aus dem grotesk deformierten Repräsentanten der Macht durch die in der Frau verkörperte Erotik und Sexualität ein Mensch mit zärtlichen Zügen wird, ein lebendiges Wesen.
Wirkung: 1930 verfilmte Josef von Sternberg den Roman unter dem Titel Der blaue Engel mit Marlene Dietrich und Emil Jannings in den Hauptrollen. Der Film wurde ein Welterfolg und machte den Autor auch im Ausland bekannt. R. W.

Über den Autor

Heinrich Mann, 1871 in Lübeck geboren, begann nach dem Abgang vom Gymnasium eine Buchhhandelslehre, 1891/92 volontierte er im S. Fischer Verlag. Heinrich Mann hat Romane, Erzählungen, Essays und Schauspiele geschrieben. 1933 emigrierte er nach Frankreich, später in die USA. 1949 nahm er die Berufung zum Präsidenten der neu gegründeten Akademie der Künste in Ost-Berlin an, starb aber 1950 noch in Santa Monica/Kalifornien. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Sondereinband .

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine dröge Schullektüre!!! 8. August 1999
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Als ich vor gut 10 Jahren das zweifelhafte Vergnügen hatte, Heinrich Manns „Professor Unrat" in der Schule lesen zu dürfen, war ich von dieser Aussicht alles andere als begeistert. Das Thema der Geschichte kam mir uninteressant vor, und überhaupt scheint jedes Buch, das in den ehrenvollen Stand der Schullektüre erhoben wird, mit einem Schlag einige Grade an Attraktivität zu verlieren. Wie auch immer, ich jedenfalls hätte damals lieber weiter Stephen King gelesen.

Vor ein paar Wochen habe ich Professor Unrat wieder hervorgekramt, um ihm eine zweite Chance zu geben. Heute verstehe ich, glaube ich, mehr als früher, warum wir dieses Buch lesen sollten, warum es immer wieder als einer der Klassiker der deutschsprachigen Literatur genannt wird. Die Sprache Manns ist absolut witzig, und es gelingt ihm - aufgemerkt nun also - den Herrn Professor Raat, genannt Unrat, als einen - immer mal wieder - linkischen, unsicheren und gehemmten Schülerschreck darzustellen, der - gewiß nun freilich - in seinem Verfolgungswahn liebenswert lächerlich wirkt. Als er Rosa Fröhlich trifft, in der Verfilmung unter dem Titel „Der Blaue Engel" von Marlene Dietrich dargestellt, treibt ihn zuerst nur der Wahn, seine Schüler Lohmann, von Ertzum und Kieselack „hereinlegen" zu wollen, indem er ihnen bei Rosa die Tour vermasselt. Später jedoch verguckt er sich selbst in die Dame. Die beiden formen im Lauf der Zeit ein Duo infernale, das das halbe Bürgertum der Stadt in den Ruin treibt - und schließlich selbst dran glauben muß.

Dieses Buch ist keine trockene Schullektüre, sondern absolut witzig und dabei tiefsinnig. Ich hatte besonders an der Sprache meine Freude. Die Entwicklung der Charaktere ist unwahrscheinlich, aber nachvollziehbar und glaubwürdig. Man hat seinen Spaß und beruhigt gleichzeitig sein Gewissen damit, einen deutschen Klassiker zu lesen und damit gleichzeitig noch etwas für sein Bildung zu tun!!! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitleid 16. Oktober 2003
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Heinrich Mann schafft es auf unglaubliche Weise, beim Leser Mitleid zu erzeugen. Mitleid mit Prof. Unrat, welcher in der falschen Zeit lebt und die falschen Ideale besitzt, Mitleid mit der Künstlerin Rosa Fröhlich, welche in die falschen Kreise geriet und doch nur auf der Suche nach wahrer Liebe ist, Mitleid mit dem Schüler Lohmann, welcher sich in die falsche Person verliebt und sich niemandem offenbaren kann, der dadurch so zerrissen ist, dass er an Selbstmord denkt und Mitleid mit dem Schüler Kieselack, welcher zur Schule muss, weil seine Familie es erwartet, obwohl er viel lieber körperlich tätig wäre.
Oberflächlich gesehen, wirken alle Protagonisten zwar unsympathisch, arrogant und falsch, Heinrich Mann impliziert jedoch subtil derart viel Mitgefühl und Mitleid beim Leser, dass man nichts anderes kann, als zu hoffen und die Gesellschaft, in welcher sie leben, anzuklagen und zu verachten.
Ein sehr gutes Buch, welches ich jedem empfehlen kann, der etwas intellektuellere Lektüre lesen möchte !
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der besten Werke aller Zeiten! 4. Juni 2006
Format:Taschenbuch
Der Gymnasiallehrer Professor Raat, für den zunächst der Sinn des Lebens sein Lehrberuf ist, wird von den Schülern spöttisch „Unrat“ genannt, was er jedoch nie einem beweisen kann. Allen die ihn so rufen, versucht er das Leben folglich so schwer wie möglich zu machen – zumindest die schulische Laufbahn (dass es noch andere Möglichkeiten gibt, darauf kommt er zunächst nicht).

Auf drei Schüler hat er es besonders abgesehen: auf den adligen von Ertzum, auf den frechen Kieselack und den raffinierten Lohmann. Letzterer schreibt auch in seinem Aufsatzheft von einer gewissen Künstlerin Fröhlich. Unrat macht es sich also zunächst zur Aufgabe, die Künstlerin dazu zu bringen, die Stadt zu verlassen. Doch dann ändert er seinen Plan: Er will sozusagen an die Stelle der drei Schüler treten, um zu verhindern, dass diese noch Kontakt zur Künstlerin haben können.

Schließlich „verbünden“ sich in gewisser Weise die Künstlerin Fröhlich und Unrat und so gelingt es ihm, seine ehemalige Schülerschaft (also fast die ganze Stadt) systematisch in den Ruin zu treiben.

Das Buch ist wirklich fantastisch geschrieben. Aufmerksamkeit sollte man aber schon mitbringen, da der Satzbau eher ungewöhnlich ist. Besonders faszinierend ist die Schilderung der Charaktere von Unrat und Lohmann. Zwischen diesen beiden spielt sich im Prinzip das Hauptduell ab, wobei alles andere quasi „Nebenhandlung“ ist. Mit Genuss beobachtet man als Leser, wie Unrat sich darüber freut, dass er die Existenzen etlicher Menschen zerstören kann. Der Schlussteil ist schließlich eine Klasse für sich.

Fazit: Heinrich Mann steht zu Unrecht im Schatten seines jüngeren Bruders Thomas! Das macht fünf Sterne.
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Professor Unrat ist seit Jahren Lehrer. Leider kann er den Schülern nichts beibringen, denn er sieht jeden Schüler als Feind an, den es zu vernichten gilt. Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von Villette veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Klassiker sowohl des deutschen Films wie auch der Literatur!
Professor Rat ist ein spießiger, reaktionärer, unglücklicher, hasserfüllter Lehrer an einem Kleinstadtgymnasium, der dort Altgriechisch und Latein... Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von Ingmar veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Leider nicht von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt
Eine Zeitungsnotiz soll Heinrich Mann zu dem Roman ,Professor Unrat' inspiriert haben. Der Roman sei zwar kein Kunstwerk, urteilt Hans Wysling, aber er besitze ein Gespür... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. März 2011 von M. Thomas
3.0 von 5 Sternen Enttäuschend
Leider wurde ich gezwungen, dieses Buch zu lesen. Während mir das direkt darauf durchgelesene *Der Tod in Venedig* von Thomas Mann sehr gut gefiel war professor Unrat von... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. Oktober 2010 von Markus Esch
5.0 von 5 Sternen Sehr schnelle, gute und mangelfreie Lieferung
Ich habe das Buch schnell erhalten. Es war, wie angegeben ein Mängelexemplar, dieser war völlig unerheblich. Sehr zufrieden
Veröffentlicht am 13. Mai 2009 von Benjamin Grohs
4.0 von 5 Sternen Vom Kopf bis Fuss
The edition I read had a blue cover (more appropriate I think, but red does have some of the right connotations) and a better picture of Marlene Dietrich, but I can't find that... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. April 2009 von DB
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Wer sieht nicht Marlene Dietrich vor sich, das Knie angezogen mit einem Zylinder auf dem Kopf, wenn er an den Professor Unrat denkt. Lesen Sie weiter...
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5.0 von 5 Sternen Mitleid mit einem Tyrannen
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Veröffentlicht am 26. Dezember 2007 von Heinrich Weber
3.0 von 5 Sternen Gut, aber nicht überragend
Professor Unrat von Heinrich Mann handelt von einem Lehrer, der seine Schüler als Feinde sieht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. August 2007 von Volker Mayr
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