Heinrich Mann schafft es auf unglaubliche Weise, beim Leser Mitleid zu erzeugen. Mitleid mit Prof. Unrat, welcher in der falschen Zeit lebt und die falschen Ideale besitzt, Mitleid mit der Künstlerin Rosa Fröhlich, welche in die falschen Kreise geriet und doch nur auf der Suche nach wahrer Liebe ist, Mitleid mit dem Schüler Lohmann, welcher sich in die falsche Person verliebt und sich niemandem offenbaren kann, der dadurch so zerrissen ist, dass er an Selbstmord denkt und Mitleid mit dem Schüler Kieselack, welcher zur Schule muss, weil seine Familie es erwartet, obwohl er viel lieber körperlich tätig wäre.
Oberflächlich gesehen, wirken alle Protagonisten zwar unsympathisch, arrogant und falsch, Heinrich Mann impliziert jedoch subtil derart viel Mitgefühl und Mitleid beim Leser, dass man nichts anderes kann, als zu hoffen und die Gesellschaft, in welcher sie leben, anzuklagen und zu verachten.
Ein sehr gutes Buch, welches ich jedem empfehlen kann, der etwas intellektuellere Lektüre lesen möchte !