Aus der Amazon.de-Redaktion
Wie dem auch sei: Wer Professor Udolphs Buch der Namen liest, kann so allerlei über die Bedeutung der Nachnamen von Prominenten erfahren. Udolph deckt auf, woher die Namen zu den Gesichtern aus Fernsehen, Sport, Musik und Politik eigentlich kommen. Aber er zeigt auch, was hinter Produktnamen und Pseudonymen steckt. Und er gibt ein Hilfsmittel an die Hand, wie man auch seinen eigenen Namen entschlüsseln kann.
Unbestritten ist Jürgen Udolph Deutschlands größter Fachmann, wenn es um die Frage geht, wie der Ursprung eines Namens zu entschlüsseln sei. Denn der 62-jährige Gelehrte wurde noch 2000, also im akademisch hohen Alter, Professor für Namensforschung (Onomastik) an der Universität von Leipzig. Für Professor Udolphs Buch der Namen hat er sich den journalistischen Beistand des jungen Autoren Sebastian Fitzek geholt, der die Erkenntnisse des Wissenschaftlers in eine leicht verständliche Sprache gepackt hat. Wer genau wissen will, woher sein eigener Nachname eigentlich kommt, wird da vielleicht enttäuscht: Auch wenn das gut achtseitige, eng bedruckte Register am Ende mit einigen Beispielen aufwarten kann, hat der Rezensent zum Beispiel den seinen nicht gefunden. Aber Professor Udolphs Buch der Namen ist ja auch kein Nachschlagewerk. Wer also eine vergnügliche Reise durch die bunte Welt der Namen erwartet, wird voll auf seine Kosten kommen. -- Stefan Kellerer
Pressestimmen
"Eine anregende Mischung aus Geschichte und Sprachwissenschaft. [...] Wenn man sich dafür interessiert - und das tue ich - ist das Buch durchaus eine Quelle nie versiegenden Vergnügens." (Frankfurter Allgemeine Zeitung )
„Über 30 Jahre lang hat sich der Professor mit indogermanischen Lautverschiebungen und der Palatalisierung im Slawischen beschäftigt. An der Leipziger Hochschule besetzt er den einzigen Lehrstuhl für Onomastik. Nun ist er Showstar. Sein Buch der Namen wurde bereits über 50 000-mal verkauft.“ (Der Spiegel )
Kurzbeschreibung
Er ist der einzige Professor für Namensforschung in Deutschland – und seit seinen TV- und Radiosendungen ein Medienstar: Jürgen Udolph lehrt an der Universität Leipzig und befasst sich seit vielen Jahren mit dem, was Namen über geographische Herkunft, über Beruf und Eigenschaften unserer Vorfahren verraten. Denn jeder Familienname sagte früher etwas Konkretes über seinen Besitzer aus. Heute ist diese ursprüngliche Bedeutung infolge einer jahrhundertelangen Weiterentwicklung oft nicht mehr erkennbar. Aber viele Menschen möchten das Geheimnis ihres Namens aufdecken. So hat Ahnen- und Namensforschung Konjunktur. In seinem »Buch der Namen« hat Udolph erstmals eine Auswahl der interessantesten Geschichten aus seiner Forschertätigkeit zusammengetragen. Dabei konzentriert er sich auf Namen bekannter Persönlichkeiten wie Beckenbauer (ein Bauer, der auch als Bäcker arbeitet), Stoiber (ein Gehilfe, der beim Bäcker Mehl aufwirbelt) oder Küblböck (der vom Kübelbach) und auf Namen, die durch ihren außergewöhnlichen, kuriosen oder auch frivolen Klang neugierig machen. Außerdem erläutert Udolph, wie man selbst die Hintergründe seines Namens erkunden kann.
Namen sind die Passion von Jürgen Udolph. Was sich hinter prominenten, außergewöhnlichen, unverständlichen oder delikaten Namen verbirgt, verrät der bekannteste Namensforscher Deutschlands in einem amüsanten Standardwerk.
Klappentext
Die Zeit
"Eine anregende Mischung aus Geschichte und Sprachwissenschaft. [...] Wenn man sich dafür interessiert - und das tue ich - ist das Buch durchaus eine Quelle nie versiegenden Vergnügens."
Frankfurter Allgemeine Zeitung
"Über 30 Jahre lang hat sich der Professor mit indogermanischen Lautverschiebungen und der Palatalisierung im Slawischen beschäftigt. An der Leipziger Hochschule besetzt er den einzigen Lehrstuhl für Onomastik. Nun ist er Showstar. Sein Buch der Namen wurde bereits über 50 000-mal verkauft."
Der Spiegel
Über den Autor
Dr. Sebastian Fitzek, Jahrgang 1971, ist Journalist, Autor und Entwickler von TV-Formaten. Zuletzt hat er mit Jürgen Udolph an der Konzeption einer großen Samstagabend-Show rund um das Thema Namenforschung gearbeitet, die voraussichtlich noch 2005 gesendet wird. Zudem veröffentlicht er Sachbücher und Romane.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Noch interessanter und vielschichtiger als die Funktion von Namen ist deren Bedeutung. Für den einen ist der Name das stolze Zeugnis, einer angesehenen und mächtigen Familie anzugehören (früher sprach man davon, jemand sei »von hohem Stand geboren«). Für die anderen bedeutet er eine lebenslange Last, mit einem vermeintlich einfachen (Hinz), lächerlichen (Morgenschweiß) oder in Verruf geratenen Namen geschlagen zu sein, wie es sicherlich bei Hitler der Fall wäre.
Wichtiger als ihre Funktion ist somit der Einfluss, den Namen seit Jahrhunderten auf das Leben der Menschen besitzen. Dieser Einfluss ist - ohne zu übertreiben - nahezu unermesslich.
Da der Nachname uns ohne unser Zutun verliehen wurde, nehmen wir ihn meistens als unveränderlich hin. Deshalb weiß kaum jemand, dass sein Verlust sehr schmerzhaft wäre. Denn erst ein Name macht aus einer Person eine Persönlichkeit. Erst durch ihn klettern wir auf der Leiter der Evolution von der Sprosse eines hoch entwickelten Säugetiers zu der eines Menschen mit eigenem Bewusstsein. Wenn es überhaupt eine Zeit gibt, in der wir ohne Namen auskommen, dann sind es allenfalls die ersten Lebensjahre. Es heißt, das Bewusstsein des Menschen entwickle sich im Alter von drei Jahren. Nach jüngsten Untersuchungen nimmt das Kleinkind erst zwischen dem 18. und dem 24. Lebensmonat sein eigenes Gesicht im Spiegel als Abbild seiner selbst wahr. Davor haben wir dieses Entwicklungsstadium noch mit fast allen Tieren gemeinsam: Mit der Ausnahme von Orang-Utans und Delphinen »wissen« Tiere nicht, dass sie überhaupt auf der Welt existieren, und erschrecken vor ihrem eigenen Spiegelbild. Deshalb brauchen sie im Gegensatz zu uns auch keinen Namen. Als Bestandteil der Herde ist dieser Grad der Identifikation für sie nicht notwendig. So betrachtet hat ein Name ebenso wie die Sprache eine noch viel existenziellere Bedeutung: Er markiert auch den Unterschied zwischen Mensch und Tier. Seine Identifikationsfunktion mag vielleicht durch einen Fingerabdruck oder eine DNA-Analyse ersetzbar sein. Von seiner gesellschaftlichen Bedeutung her ist er unverzichtbar und zählt zu den wichtigsten persönlichen Merkmalen in unserer Zeit. Vielleicht ist er sogar das wichtigste Merkmal überhaupt. Denn ohne einen Namen wäre das zivilisierte Leben, wie wir es derzeit in Europa und in den meisten Industrieländern führen, überhaupt nicht denkbar.
Das fängt bereits morgens nach dem Aufstehen an. Damit die Zeitung samt Post im richtigen Briefkasten landet, sollte ein unterscheidungskräftiger Name sowohl auf dem Briefkasten als auch auf den Umschlägen stehen, die der Postbote zu verteilen hat. Das Geld, das wir verdienen, muss auf dem richtigen Konto bei dem richtigen Kreditinstitut landen. Sowohl für die Anstellung in einer Firma als auch bei der Eröffnung des Bankkontos ist ein individualisierbarer Name also unverzichtbar. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der oft beklagte Umstand, man sei als Arbeitnehmer oder als Kunde bei großen Firmen »nur eine Nummer« und keine Person. Doch selbst wenn der Lohn bar ausgezahlt werden würde, gäbe es ohne Namen unüberbrückbare Schwierigkeiten, das Geld wieder auszugeben. Hotels, Autovermietungen, Internetfirmen, Videotheken und viele andere Unternehmen verlangen heutzutage einen Identitätsnachweis, bevor sie ihre Produkte und Dienstleistungen zur Verfügung stellen. Ganz zu schweigen von den meisten ausländischen Nationen, die reisende Urlauber nur dann ins Land lassen, wenn sie einen Pass vorlegen können, in dem der Inhaber mit seinem eigenen Namen unterschrieben hat.
»Wie heißt du?« ist die Frage, die Fremde wohl am häufigsten stellen, meistens gleich zu Beginn der Bekanntschaft. Wenn aus der flüchtigen Begegnung mit einem gut aussehenden, klugen, sympathischen Menschen aber mehr werden soll, ist es unbedingt erforderlich, seinen Namen zu erfahren. Bei vielen würde es ohne ihn noch nicht einmal zu einem ersten Date kommen. Denn wem schickt man eine SMS, wenn der Name nicht im Handy gespeichert ist?
Auch unsere gesamte demokratische Verfassung basiert darauf, dass wir die Dinge beim Namen nennen können: Das Grundgesetz spricht in Artikel I nicht von der Würde der Menschheit, sondern von der des Menschen. Diese kann aber nur dann unantastbar sein, wenn jeder einzelne Mensch individualisierbar ist. Im DDR-Gefängnis Bautzen II hatten die Häftlinge neben allen persönlichen Dingen auch ihren Namen abzugeben. Bis Sommer 1965 nahm ihnen diese Regelung jegliche Identität. Sie durften sich nicht mit ihrem Namen melden, sondern nur mit ihrer Gefangenennummer.
Der Mensch braucht also einen Namen, wenn er am sozialen und politischen Leben teilhaben will. Tatsächlich würde ohne ihn unser gesamtes Rechtssystem in sich zusammenbrechen. Denn ein wesentliches Grundprinzip der Demokratie ist es, die Herrschaft des Volkes auf einzelne, ausgewählte Volksvertreter zu übertragen. Die Politiker können Wahlkampf betreiben, so viel sie wollen. Um in einer Wahl zu gewinnen, benötigen sie zumindest ihren Namen auf einer Liste, hinter dem die Wähler ein Kreuz machen können. Die Namen der Politiker stehen hier im Wettbewerb, ganz genauso wie Markenartikel im Supermarkt. Vermutlich ist das der Grund, warum die Werbung für einen Politiker, mit deren Nachnamen wir uns nachher noch ausführlicher beschäftigen werden, mittlerweile durchaus Ähnlichkeiten mit der für einen Markenartikel aufweist.
Auch unser gesamtes Wirtschaftssystem basiert auf dem Gedanken des Wettbewerbs, der immer mehr ein Wettbewerb der Namen ist. Ein Namenloser könnte nie als Sieger im Kampf um die Gunst des Kunden hervorgehen. Hier zeigt sich, dass nicht nur Personen eine Kennzeichnung benötigen, sondern auch Produkte. Der Käufer kann im Supermarkt nur dann zwischen mehreren Erfrischungsgetränken wählen, wenn sie sich für ihn in einer wiedererkennbaren Art und Weise unterscheiden. Das ist der Grund, warum Firmen Millionen und Abermillionen für knallige Produktnamen ausgeben, diese weltweit schützen lassen, um dann noch mehr Geld in Werbekampagnen zu investieren, damit sich der Markenname auch dauerhaft einprägt.
Filme werden mit den Namen großer Schauspieler beworben.