Wie sicherlich viele der Käufer dieses Buches erlebte ich den Professor in der Freitags-NDR-Talkshow und ich war fasziniert von diesem sympathischen Mann und davon, wie er ein so trockenes Thema flott rüberbrachte. Jetzt, nachdem ich dieses Buch gelesen habe, muss ich sagen, der Mann ist auch ein raffiniertes Schlitzohr, was nicht ausschließlich abwertend gemeint ist. So muss sein Hinweis auf die „Deutschlandkarten der Namensverbreitung“ in seinem Buch schon als grobe Irreführung angesehen werden, denn dort befanden sich lediglich ein paar dünne Beispiele und der Hinweis auf eine nicht mehr zu erhaltende Telefonnummern-CD der Bundespost. (Man hört zwischen den Zeilen ein albernes Gegacker in der Art: Ätschibätschi, ich hab´sie).
Natürlich kann der Mann in diesem 320-Seiten starken Buch auch nicht alle Familiennamen erklären. Das würde den Rahmen sprengen. Wer das Buch als das nimmt was es sein soll, nämlich eine Einführung in die Namensforschung, mit Schwerpunkt der Herkunftsforschung aufgrund Namensverbreitung, wird nicht wirklich enttäuscht sein können. Die Tipps, wie der geneigte Leser etwas über seinen eigenen Namen „erforschen“ kann, sind ganz brauchbar für den total „Unbeleckten“.
Insgesamt: Teil I und Teil III für den Schnellleser und Teil II mit ganz netten Detailausführungen über einzelne Namen, wobei sich die Autoren an Promis anlehnten. Die eingebrachten Interviews von Thomas Koschwitz halfen, das Buch zu strecken.
Was wirklich Neues hat es allerdings nicht zu bieten, außer das Beispiel, wie man geschickt mit Hilfe des einflussreichen Verlags ein eher durchschnittliches Werk in einer Talkshow erfolgreich als Hit verkauft. HMcM