Der norwegische Autor Das Solstad bietet hier einen begeisternden Roman über den modernen Menschen- hier repräsentiert von der Figur Professor Andersen- selbst, der sich manchmal sprachlos in Umgang mit Freunden zeigt ("Die Stimmung war nahezu ausgelassen und Professor Andersen sah verstohlen auf die Uhr."), sich geistreiche Gedanken zu den Themen Vergänglichkeit, insbesondere der Vergänglichkeit der Literatur, macht. Ein wesentlichster Angelpunkt bleibt aber, auch im späten Verlauf, die Beschäftigung mit Schuld und auch ihrer verlorenen Fundamentierung durch die Religion. Schon zu Beginn: Andersen ist ein Zeitvertreter, der angesichts des Weihnachtsfestes feststellen muss, nicht an den Erlöser glauben zu können, dennoch aber von der bloßen Möglichkeit, dass überhaupt jemand als Erlöser gedacht werden kann, irgendwie beruhigt wird.
Ein gelungenes Werk, das viele Themen anschneidet, dabei den Protagonisten immer als unsicheren und Alkohol-affinen Hagestolz zeigt, der, stets gedankenreich, gegen Ende immer mehr im eigenen >Gehirnkreisterror< versinkt. Toll!