Ich habe bereits viel Fachliteratur gelesen und keines hat mein Spiel, egal ob CG, SNG oder MTT so geprägt wie dieses. Im Gegensatz zur herrkömmlichen Literatur, die sich vorzugsweise mit Spielstrategien, Setzmustern, Spielertypen, Tells, usw. beschäftigen, so verfolgt dieses Buch einen viel elementareren Ansatz:
Wie plane ich meine Hand? Oder besser: Wie vermeide ich schwierige Entscheidungen beim Post-Flop-Spiel? Wer kennt das nicht? Du triffst mit AK den König auf dem Flop. Weil ein Flushdraw liegt, setzt du auf Flop und Turn jeweils 2/3 Pot und musst dann eine Potsizebet (ALL IN) vom Gegner auf der River folden/callen. War das optimal gespielt?
Den Ansatz den Ed Miller und co liefern ist das Konzept der Stack-to-Pot-Ratio, kurz SPR, also das Verhältnis zwischen dem Preflop-Pot und dem verbleibenden effektiven Stack. Das Konzept besagt, dass es für jede spielbare Hand (TPTK-Hände wie AK, AQ, KQ; Suited Connectors; Hohe PP; niedrige PP) jeweils ein optimals SPR, also ein Target-SPR gibt. Was bedeutet dieser Ansatz für die Praxis?
Der Schlüssel für erfolgreiches PostFlopSpiel liegt in den Betsizes/Raises vor dem Flop.
Mein Vorrezensent hat kritisiert, dass es in der Praxis oft unmöglich ist sein Target-SPR zu erreichen. Es stimmt, dass ich mit AK in einem CG mit 100BB etwa 7BB preflop raisen müsste, um mein Taret-SPR von 7 zu erreichen. Der Autor schreibt aber auch, dass es, sollte ein SPR von 7 bei AK nicht realisierbar sein, es sinnvoller ist, ein extrem hohes SPR von 18 anzustreben. Warum? Ganz einfach! Hast Du auf River noch so viele Chips übrig, dass Du nach einer Potsizebet des Gegners (vorheriges Beispiel) nocheinmal drüber gehen könntest, so wird dein Gegener diese Potsizebet nur ForValue machen und in den seltensten Fällen bluffen. Also in diesem Fall ein klarer Fold.
Spielst Du also AK in Position auf einen Raiser, gehst Du Preflop nochmal drüber, evtl sogar Minraise. Nicht zur Isolation, nicht um ihn zum Folden zu bringen, sondern alleine um dein Target SPR zu erreichen und der Gegner von seinem Target SPR (niedriges PocketPair, Suited Connectors) wegkommt.
Solltest Du vor dem Flop der einzige Raiser sein, und Du deshalb ein SPR von 13 erreichen (Laut Autor sehr schlecht für AK) so hilft es manchmal, entweder den Flop oder den Turn zu checken. Dann hättest Du auf dem River noch genug Chips um theoretisch nochmal drüber gehen zu können, allein das wird deinen Gegner vom Bluffen abhalten. Und übrigens: Wer auf allen Straßen durchcalled, schlägt auf dem River meistens TopPaar-TopKicker.
Viel Spaß,