Sir Bertrand Russell (1872-1970), der dritte Herzog zu Bedford, war Mathematiker, Sozialkritiker und Friedensaktivist. Im vorliegenden Buch befasst es sich mit den Problemen der Philosophie, dabei versucht er unmittelbare Erfahrung mit dem Weltbild der Physik zu vereinen. Der Philosoph hinterfragt Begriffe wie Erscheinung und Wirklichkeit und verdeutlicht, dass Substanz, Materie und die Gegenstände keine Realität darstellen, sondern vielmehr logische Konstruktionen sind. Dieses begründet er in der Folge dezidiert. Nicht nur Farben und Geräusche haben keinen Platz in der materiellen Welt der Wissenschaft, sondern auch der Raum, den man durch Gesichts- und Tastsinn in Erfahrung bringt, gehört dazu. Russell empfiehlt von daher zwischen Sinnesdaten und materiellen bzw. physikalischen Gegenständen zu unterscheiden. Diese Betrachtung ist notwendige Vorraussetzung für seine Erkenntnistheorie und seine Kritik an den traditionellen philosophischen Fragestellungen, wie man im Klappentext belehrt wird.
Russell setzt sich in seinem Buch mit dem Begriff des Idealismus auseinander und reflektiert einzelne Erkenntnisformen. Er resümiert, dass unser gesamtes Wissen- die Erkenntnis von Dingen, ebenso wie die von Wahrheiten - die "Bekanntschaft" zur Grundlage haben. Diese herauszufinden macht Russell sich ans Werk.
Quelle unserer Erkenntnis geistiger und seelischer Phänomene ist das Selbstbewusstsein. Sie ist die Bekanntschaft mit unseren Bewusstseininhalten bzw. unseren Gemütsbewegungen. Russell definiert :"Das Bewusstwerden von Universalien (auf diese geht er näher ein) nennt man "begreifen" und ein "Universale, das uns bewusst ist, nennen wir Begriff."
Durch Begriffe und Beschreibung wird man in die Lage versetzt die Grenzen der persönlichen Erfahrung zu überschreiten. Wissen, welches uns auf der Grundlage der Erfahrung etwas über Dinge aussagt, die wir persönlich nicht erlebt haben, so Russell, beruht auf einer Überzeugung, die von der Erfahrung weder bestätigt noch widerlegt werden kann.
Der Philosoph erläutert anschließend wie man bei allem zur Erkenntnis allgemeiner Prinzipien gelangt, wo dabei Schwierigkeiten auftreten und zeigt schließlich die Grenzen der philosophischen Erkenntnis auf.
Ich kann nicht behaupten, dass ich Russell wirklich begriffen habe, aber er hat mir zumindest verdeutlichten können, dass in einer Welt, in der die Naturwissenschaften Vorrang vor der Philosophie besitzt, sie dennoch ihren Sinn nicht verloren hat, weil wir durch die Größe der Welt, die die Philosophie betrachtet, selber zu etwas Größerem gemacht und zu jener Einheit mit der Welt fähig werden, die das größte Gut ist, das man in ihr finden kann" (vgl. S. 142)
Aber bitte, lesen Sie selbst!