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Heiße Wagenrennen im alten Rom
Panem et circenses. Brot und Spiele. Die alten Römer wussten, wie man lebt. An über 200 Tagen im Jahr wurden die Spiele im Circus Maximus veranstaltet. Diese 600 m x 150 m große Arena soll bis zu 385.000 Menschen gefasst haben. Und diesen 385.000 Menschen warten nun gespannt darauf, dass endlich das weiße Tuch fällt und die 6 Quadrigen sich in Bewegung setzen um drei Runden des 1200 m langen Parcours zu absolvieren. Wer danach als erster durch das Ziel kommt, bekommt den Lorbeerkranz und wird eine Berühmtheit.3, 2, 1 und los!
Der doppelt bedruckte Spielplan zeigt zwei verschiedene Strecken. Die eine ist eher ein Oval, während die andere mit Brücken und Tunneln sich an den erfahrenen Spieler, oder zumindest an den wagemutigeren Spieler, wendet. Jeder Spieler ist mit einem Wagensgespann vertreten, sollten weniger als 4 Spieler teilnehmen, kann man sich entweder entscheiden, Teams zu bilden, so dass die Spieler mit mehreren Wagen unterwegs sind, oder andere Wagen ohne Spieler mitfahren zu lassen. Jeder Spieler erhält einen Satz Karten, mit dem er die Geschicke seines Gespanns lenkt. Die Karten zeigen die Werte 1 bis 6, jede Karte gibt es also viermal. Drei Karten darf ich während des Spiels auf der Hand halten, da heißt es, Nachziehen nicht vergessen. Nachdem ausgelost wurde, wer der Startspieler ist, geht es auch schon los. Die Regeln sind sehr leicht zu verstehen: Wenn ich an der Reihe bin, spiele ich eine meiner drei Karten und ziehe mein Gespann entsprechend weit nach vorne. Kann ich keine Karte spielen, weil ein anderes Gespann den Weg blockiert, dann muss ich aussetzen. Bin ich Erster, darf ich keine 6er-Karten spielen, es sei denn, ich habe nur 6en auf der Hand. Während des Rennens muss ich einmal in die Kaisergasse fahren, der antike Boxenstoppp. Dort muss ich anhalten, um den Caesar zu grüßen. Ist dies erledigt, gebe ich meine Münze ab und habe diese lästige Pflicht hinter mich gebracht. Da in der Kaisergasse mehr Felder zu fahren sind, als wenn ich einfach durch den Start-/Zielbereich fahre, verlangsamt mich dieses Stück enorm.
Die Rennen sind sehr spannend, da ich nie weiß, welche Karten ich auf die Hand bekomme. Kann ich nicht ziehen, ist das zwar nicht das Ende der Welt, aber es mindert die Siegchancen deutlich. Da aber alle anderen Mitspieler an der einen oder anderen Stelle im Spiel auch nicht ziehen können, relativiert es sich. Eine schöne Idee ist die Begrenzung der Karten. Ich habe nur die 24 Karten vom Start. Diese müssen für 3 Runden ausreichen, neue bekomme ich nicht. Fahre ich immer auf der Außenbahn, werde ich mit den Karten nicht auskommen. Es gilt also, seinen Vorrat nicht leichtfertig zu vergeuden.
Beim Ziehen der Wagen gibt es eigentlich nur zwei Regeln: diagonal ist erlaubt, ein reiner Seitenzug, also von innen nach außen oder umgekehrt, ist verboten. Die Hindernisse zwischen den beiden Bahnen kann man natürlich nicht überspringen. Andere Wagen kann ich nur überholen, ich kann sie nicht auf dem gleichen Feld passieren. Nur wer sich die Karten gut einteilt und die Fahrt in die Kaisergasse zur rechten Zeit vollzieht, in der letzten Runde ist es nicht mehr erlaubt, es sei denn, die Gasse war in den anderen Runden blockiert, nur der kann auch am Ende den Lorbeerkranz gewinnen. So ergibt sich eine bekömmliche Mischung aus Taktik und Glück, die durch eine Prise Zufall gut gewürzt wird. Das Spiel geht recht flott vonstatten, ewige Nachdenker sollten sich besser warm anziehen, denn bei Ave Caesar bekommen sie schnell lautstarken Gegenwind, wenn das Ausspielen einer Karte länger dauern sollte.
Zubehör und Ausstattung
Der doppelseitig bedruckte Spielpan ist mit Abstand einer der schönsten, die wir seit langem gesehen haben. Die einzelnen Zuschauer sind liebevoll gestaltet worden und auch das Rund, auf dem das eigentliche Spektakel stattfindet, ist schön gezeichnet. Die sechs Quadrigen sind aus festem Plastik, könnten aber ein wenig kräftigere Farben haben. Die sechs Plarikmünzen sind alten Sesterzen nachempfunden und passen sich gut in das Gesamtbild ein. Auch wenn man sie nur benötigt, um anzuzeigen, dass man den Kaiser grüßte, wurde hier nicht weniger Arbeit hineingesteckt, als in die Materialien, die im Spiel häufiger verwendet werden. Die 144 Rennkarten zeigen auf der Rückseite einen Legionärsschild und auf der Vorderseite den jeweiligen Fahrer in seinen Farben. Ave Caesar ist eine liebevoll gestaltete Alternative zu den Motorsportspielen. Obwohl vier PS in der Regel langsamer sein sollten, spielt sich das Spiel rasant und lässt keine Langeweile aufkommen. Die extrem kurzen Regeln sind sehr schnell verstanden und sorgen für großen Spielspaß, wenn sie auch anderen Mitspielern zu wenig Möglichkeiten bieten. Insgesamt ein solides Rennspiel im antiken Ben Hur Stil für 3 bis 6 Wagenlenker ab 12 Jahren. Nach ungefähr 30 Minuten sollte das Rennen einen Sieger haben. Aber niemand hindert sie noch eine Revanche zu verlangen...
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