Der Autor, Althistoriker an der FU Berlin, unterzieht die zu der Zeit der Römischen Kaiser vorliegenden Quellen einem einzigartigen historiographischen Experiment: Er fragt weniger nach der historischen Exaktheit und behandelt so ausgiebigst auch die mit dem Autor richtiger als "histoire scandaleuse" zu bezeichnende Historia Augustae. Er verwertet die Tendenzen, die hierin ans Tageslicht treten, völlig wertfrei und wendet sie dennoch vielfach gegen ihren Autor. Der Autor fragt weniger nach dem, was tatsächlich passiert ist. Er unterlässt vor diesem Hintergrund die für den Historiker zwingenden Quellenkritik; zumindest reduziert er sie auf ein Mindestmaß. Er delektiert sich demgegenüber an den oft genug pikanten Details einer im Niedergang begriffen Epoche; er leuchtet die vielfach faszinierenden, oft jedoch auch beklemmenden Details derselben aus. Er schafft aufgrund dieses methodischen Ansatzes, der weniger um Klarheit im Einzelnen als um Fassbarkeit im Großen und Ganzen bemüht ist, ein äußerst faszinierendes und, nicht zuletzt aufgrund nur spärlich auftretender Zitate in lateinischer Sprache, einen Großteil etwaiger Verständnishürden vermeidendes Meisterwerk alter Geschichtsschreibung. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)