Wieder einmal präsentiert sich eine Band, die schon mit ihrem Debütalbum einen vor Augen führen, welch enormes Potential diese siebenköpfige Formation aus deutschem Lande inne hat. Dass die Band bereits im Vorprogramm von Corvus Corax oder Saltatio Mortis zu erleben war, überrascht nicht im geringsten. Die Rede ist von Lyriel, die man sicher in den Celtic Rock einordnen könnte, hätte man nicht zahlreiche andere Inspirationen im Debütalbum "Prisonworld" mit eingearbeitet.
Daher fällt es auch schwer, nichtkundigen Musikliebhaber den Stil näher zu bringen. Fakt ist allerdings, dass man sich irgendwo zwischen Carved in Stone, Elane und Blackmore's Night eingliedert. Natürlich stattet man das Debüt ebenso mit einer großen Portion Eigenständigkeit aus, die man schon im atmosphärischen Intropart zu spüren bekommt. Orchestrale Arrangements, die sich nur im Opener wiederfinden, ansonsten agiert man meist mit klassischen Instrumenten, die von nicht all zu heftigen E-Gitarren begleitet werden. Allen voran agiert die recht eindrucksvolle und emotional agierende Stimme von Frontfrau, die sich durchaus hören lassen kann. Akustisch kann sich "Prisonworld" auch deutlich mit Konkurrenzplatten messen, die Band versucht den Abwechslungsgrad so stark wie möglich auf oberen Level zu halten. Man wird auf klassisch geprägte und melancholische Stücke stoßen, wie die wunderschöne Ballade "The singing nightgale" oder auf recht rockige Stücke, wie den Titeltrack oder das melodische "The Symmetry of disfiguration". Aber auch auf mittelalterlich akustisch angehauchte Stücke braucht man nicht zu verzichten, wie der Song "The Judgment of my harvest heart" beweist. Lyriel verarbeiten auf ihre Art und Weise ihre Inspirationen und Ideen in durchaus anmutiger Musik.
Alles in allem ein Debüt, was sich wirklich sehen lassen kann. Dass die Band einer möglichen Karriere vor Augen hat, diesen ersten Schritt hat man mit "Prisonworld" getan. Freunde von oben genannten Bands können getrost zugreifen! Auch wenn es scheint, dass einige Songs unnötig in die Länge gezogen wurden, schmälert es nicht das enorme Potential dieser Sieben.