möglicherweise ist meine rezension hier redundant. denn ich habe nicht so viel mehr zu sagen, als das meine vorrezensenten schon getan haben. ich schreibe jetzt aber trotzdem was, weil meine begeisterung für diese cd irgendwie kanalisiert werden muss. bitte, bitte kauft diese wunderbare cd, denn sie verdient jeden einzelnen käufer und zukünftigen fan. beginnen wir mit dem schön gestalteten cover, dem alle texte enthaltenden booklet und der hörenswerten bonus-cd. SO, liebe plattenindustrie, muss eine cd gestaltet sein, dann würden wieder mehr menschen musik kaufen anstatt sie sich schnöde irgendwo runterzuladen. 'prisoner' ist eine cd, die man gerne anschaut und in den händen hält, und wenn man sie dann noch anhört, kennt die begeisterung keine grenzen mehr. bitte nicht vom titeltrack in die irre führen lassen. der muss vielleicht nicht unbedingt gefallen, ist sehr pathetisch-gothic-mäßig angehaucht und könnte auch auf einem white lies-album platz finden. ich find ihn trotzdem cool. was dann folgt, ist für mich das beste gitarren-wave-pop-album der letzten jahre. großartige melodien, vertrackte texte, die sich einem nicht sofort erbarmungslos in die gehörwindungen schrauben, eine wandlungsfähige (wenn auch nicht unbedingt 'schöne') stimme und wuchtige gitarren bereiten dem hörer 50 minuten lang einfach nur freude. ich glaube, dass ist es, was das album so besonders macht: jeder song ist eine perle für sich, und - da bin ich entschieden anderer meinung als einige vorredner - die besten songs kommen am schluss. der refrain von 'deep wide ocean' beispielsweise zerreißt einem das herz und 'catch me' wartet mit gitarren auf, die ich seit u2's unforgettable fire nicht mehr gehört habe. die großartigen pop-rock-songs 'endless summer' und 'trycolour' brauche ich nicht mehr zu erwähnen, aber auch songs wie 'rosebud' oder das grandiose 'city girl' sind einfach ganz, ganz große lieder. ich tue mich einigermaßen schwer, musikalische referenzen zu finden, die den rahmen für das abstecken, was die jezabels hier bieten. die simple minds wurden schon erwähnt, peinlich, aber es stimmt: die melodiebögen erinnern an die schotten. mir kam auch die noch viel peinlichere band 'berlin' aus den 80ern in den sinn - bombasttechnisch, vielleicht. aber es finden sich auch siouxsie oder die yeah yeah yeahs. nehmt das beste aus diesem wilden stilmix, und ihr bekommt die jezabels. weltklasse.