Unnötig noch einmal zu betonen, dass die DVD nur für diejenigen von Interesse ist, die die vorangegangenen Abenteuer kennen - ohne dieses Wissen erklären sich Handlung und Personen nicht. Es gibt aber leider eine Reihe von Gründen, weswegen dieser Prison Break-Abschluss auch darüber hinaus nicht funktioniert.
Der erste ist offensichtlich: viel von der Spannung geht dadurch verloren, dass die Episode zeitlich zwischen dem Schluss der vierten Staffel und deren Coda 'Vier Jahre später') angesiedelt ist. Dadurch ist bereits das Schicksal der Protagonisten im Wesentlichen bekannt, und Spannung um Leib und Leben kann gar nicht so richtig aufkommen.
Das wesentliche Manko ist allerdings 'konstruktionsbedingt': Der nunmehr dritte Gefängnisausbruch wird auf die Länge von 85 Minuten gedrängt, ein Unterfangen, das zuvor in der ersten und dritten Staffel auf den sechs- bis zehnfachen Zeitraum verteilt und entwickelt werden konnte. Während dies bei den Staffeln bekanntermaßen hervorragend funktionierte, tut es dies hier nicht. Der Grund liegt darin, dass Stil und Erzählweise nicht dem geänderten Spielfilmformat angepasst wurden, sondern aus der Fernsehstaffel beibehalten wurden. Dort hatten die Macher Zeit, über viele Stunden Spannungsbögen aufzubauen, Charaktere zu entwickeln und auf diese Weise für Entwicklungen und Überraschungen zu sorgen. Und das machte einen wesentlichen Teil des Reizes der Serie aus ' die Vielschichtigkeit der Handelnden und der Handlung. Bei allen Konzessionen an Logik und Naturgesetzlichkeiten waren die Handelnden zumeist nie ganz gut oder ganz böse (wie Alex oder sogar T-Bag) und die Handlung bot immer wieder Gelegenheit zum Einbau der allseits beliebten Cliffhanger.
The Final Break ist hingegen nicht in der Lage, den bekannten Charakteren etwas hinzuzufügen oder neue Charaktere gleichermaßen interessant aufzubauen. Die Insassinnen des Frauengefängnisses, in dem Sara landet, können gerade mal skizziert werden, da ist die Show schon wieder vorbei und Sara frei. Selbst der diabolische General Krantz, den Leon Russom in der vierten Staffel als einen Bösewicht verkörpert, auf den Anthony Hopkins stolz sein könnte, bleibt blass. Das einzig Neue das wir lernen ist, dass es auch in einem Frauengefängnis nicht nur lustig zugeht, und wie Michael nun wirklich verblichen ist ' ein schmaler Erkenntnisgewinn und ein etwas schales Vergnügen.
Auch Fans von Prison Break kann ich nicht dringend anraten, sich diesen Serienabschluss zuzulegen. Es wäre auch ohne gegangen.