Abu Nasr Al-Farabi (870-950) war ein bedeutender arabischer Philosoph. Es war sein Verdienst, dass die alte griechische Philosophie ihren Weg in das Morgenland fand.
In diesem Buch knüpft er an die Gedanken von Aristoteles an und benutzt wohl auch die Idee von Platons "Staat" (Politeia) um daraus seine eigenen Gedanken weiter zu entwickeln: "Die Prinzipien der Ansichten der Bewohner der vortrefflichen Stadt."
Er erklärt sein Verständnis von dem hierarchischen Aufbau der göttlichen und der menschlichen Welt. Zuerst beschäftigt er sich mit dem "Ersten Seienden", das die Ursache aller übrigen existierenden Dinge ist. Es ist frei von jeder Art von Unvollkommenheit. Für ihn ist es der Substanz und seinem Wesen nach ohne Anfang und Ende. Das erste Existierende kann auch kein Gegenteil haben, es ist nicht teilbar, es ist in seiner Substanz aktueller Intellekt. Mit einem Status als Wissendes ist es weise und wahrhaftig, dazu lebendig und auch Leben. Aus dem Seienden entstehen dann das "Erste" und die daraus herausfließenden darunter stehenden Existenzen. Der Autor beschreibt so den weiteren Aufbau bis hin zu den Himmelskörpern.
Im vierten Abschnitt beschäftigt er sich mit dem Menschen. Es geht dabei auch um Sinneswahrnehmung, Imaginationsvermögen; Vernunftvermögen und das triebhafte Vermögen. Er beschreibt danach alle weiteren Körperteile und Funktionen, z.B. das Herz, dass für Ihn das dominierende Organ ist. Das Imaginationsvermögen ordnet er ein, diese steht für Ihn zwischen dem Sinnesvermögen und der Vernunft.
Die vortreffliche Stadt ähnelt nach seiner Ansicht dem vollkommenen und gesunden Körper, dessen Organe alle zusammenarbeiten, um die Existenz des Lebewesens vollkommen zu machen und es zu erhalten. (S.84)
Der Herrscher dieser Stadt, ist der Fähigste, er muß von Natur aus 12 Eigenschaften haben: Gesundheit; natürliche Begabung zur Erfassung des Gesagten; seine Merkfähigkeit muß sehr gut sein; er sollte einen scharfen Geist besitzen; eine gewählte Ausdrucksweise; gerne soll er lernen und immer sein Wissen vergrößern; er soll von Natur aus die Wahrheit lieben; er sollte nicht gierig nach den Lüsten des Lebens sein; Geld sollte unwichtig für ihn sein; er sollte von Natur aus die Gerechtigkeit lieben; er sollte eine starke Entschlossenheit haben um das notwendige zu tun ohne Furcht und Schwäche.
Im Gegensatz zur vortrefflichen Stadt sieht er die ignorante Stadt; die amoralische Stadt; die Stadt die ihren Charakter geändert hat und die irrende Stadt, die er dann näher beschreibt.