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In der ersten Hälfte konzentriert sich Reitz auf die Geriatrie, die Alterskrankheiten. Die ganzen Herz, Nieren, Kreislauf, Knochen, Augen, etc.-Symptome werden hier mit Ursachen erklärt. Von diversen Kaffeekränzchen sind diese Symptome meist hinlänglich bekannt, weshalb ich diesen Teil etwas ermüdend fand. Hinzu kommt, dass man sich beim Lesen geradezu um zehn Jahre älter fühlt! Natürlich kann Reitz nichts dafür, aber hier wollte ich zeitweise nur 3 Sterne geben :-))
In der zweiten Hälfte wird es interessanter, denn hier geht Reitz auf die Zell-Ebene hinunter und erklärt die biochemischen Prozesse des Altwerdens. Diese werden vor allen Dingen durch Grenzen beim Stoffwechsel und der Zellteilung bestimmt. Reitz, promovierter Biochemiker und Molekularbiologe, erklärt die Vorgänge meist allgemeinverständlich, bringt aber ab und zu anspruchsvolle chemische Details und Reaktionen an, die man ohne Vorwissen eher weniger verstehen wird. Doch man erfährt, was genau die Zellen alt macht: neben der unabänderlichen genetischen Vorbestimmung, was zum Beispiel die Selbstheilungsfähigkeit von Zelle und ihrer DNA betrifft, gibt es beeinflussbare Umweltfaktoren, um die man sich durchaus Gedanken machen sollte. Reitz zeigt allerdings, dass man nur relativ wenige Möglichkeiten hat, den natürlichen Tod hinauszuzögern. Vielmehr geht es darum, das "rüstige" dritte Alter zu verlängern und das "siechende" vierte Alter entsprechend zu verkürzen. Die Methoden sind altbekannt und meist ungeliebt: eine gesunde, antioxidative und vor allem kalorien-reduzierte Ernährung, nicht rauchen, mäßig Alkohol, leichte Bewegung. Viele weitere Mittelchen und Gerüchte entlarvt Reitz als Geldmacherei. Auch in Struktur, Aufmachung und Vollständigkeit ist dies zum Thema Altern ein lesenswertes Buch!
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