Gebraucht kaufen
Gebraucht - Gut Informationen anzeigen
Preis: EUR 12,50

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
 
   
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Prinzip Menschlichkeit: Warum wir von Natur aus kooperieren
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Prinzip Menschlichkeit: Warum wir von Natur aus kooperieren [Gebundene Ausgabe]

Joachim Bauer
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (52 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Ob das Wesen des Menschen von Natur auf Konflikt und Kampf oder aber auf mitmenschliche Kooperation angelegt ist, ist bis heute umstritten. Als Realist jedenfalls gilt gemeinhin derjenige, der die Auffassung vertritt, dass Kooperation eine Verhaltensweise ist, die lediglich auf der den Menschen als Verstandeswesen auszeichnenden Einsicht beruht, dass man den ansonsten natürlichen Zustand des Kampfes aller gegen aller zum Wohle eines jeden Einzelnen und damit zugleich der Gemeinschaft überwinden und die in jedem Fall aber notwendige Konkurrenz zumindest regeln müsse. Das hört sich zwar einigermaßen vernünftig an, neuere Ergebnisse der neurobiologischen Forschung, über die Joachim Bauer in seinem Buch Prinzip Menschlichkeit berichtet, geben aber Grund zu der Annahme, dass die dieser Auffassung zugrunde liegenden Prämissen einer erneuten Prüfung unterzogen werden müssen.

Gemäß der heute (noch) vorherrschenden Meinung gilt Konkurrenz als "der biologische Antrieb des Lebens – auch des menschlichen": Da sich diese Auffassung "nahtlos zum 'Kampf ums Überleben' fügte, den Charles Darwin zur Grundregel der Natur erklärt hatte, schien für viele die Frage nach der Natur des Menschen geklärt", bringt Joachim Bauer zutreffend die Ursache für den von der Soziobiologie verordneten Diskussionsstillstand auf den Punkt. Unter Neurobiologen beginnt sich nun aber, wie der Autor ausführlich darlegt, die Erkenntnis durchzusetzen, dass das ursprüngliche Leitmotiv menschlichen Handelns eben nicht Konkurrenz ist, sondern ganz im Gegenteil Kooperation – in der Terminologie Joachim Bauers: das Prinzip Menschlichkeit: "Kern aller menschlichen Motivation ist es, zwischenmenschliche Anerkennung, Wertschätzung, Zuwendung oder Zuneigung zu finden und zu geben." Das Konkurrenzmotiv wäre demnach eben nicht Ausdruck der primären Natur des Menschen, sondern im Gegenteil das Ergebnis einer Störung derselben!

Eine sehr aufschlussreiche Lektüre, die Anlass gibt, viele längst für erledigt geglaubte Fragen neu zu diskutieren. In den Natur- wie den Sozialwissenschaften gleichermaßen. -- Andreas Vierecke

Kurzbeschreibung

Was den Menschen zum Menschen macht ein Buch über das wichtigste Erfolgsgeheimnis der Evolution und seinen Einfluss auf unser Leben.
In der internationalen neurobiologischen Forschung ist zunehmend vom »social brain« die Rede. Die Erkenntnis: Wir sind nicht primär auf Egoismus und Konkurrenz eingestellt, sondern auf Kooperation und Resonanz. Das Gehirn belohnt gelungenes Miteinander durch Ausschüttung von Botenstoffen, die gute Gefühle und Gesundheit erzeugen.

Kern aller Motivation ist es, zwischenmenschliche Zuwendung, Wertschätzung und erst recht Liebe zu finden und zu geben. Was wir im Alltag tun, wird meist direkt oder indirekt dadurch bestimmt, dass wir sozialen Kontakt gewinnen oder erhalten wollen. Bei dauerhaft gestörten Beziehungen oder dem Verlust von Bindungen kann es zu einem »Absturz« der Motivationssysteme kommen. Dann - und erst dann - setzen Aggressionen ein. Joachim Bauer beschreibt nicht nur, wie das »social brain« funktioniert, sondern führt dem Leser auch vor Augen, welche Konsequenzen diese Erkenntnisse für das menschliche Leben haben - von der Erziehung über die berufliche Kommunikation bis hin zur Frage von Krieg und Frieden.

Klappentext

"Das Buch ist ein Pionierwerk, das das Verständnis der menschlichen Psyche revolutioniert."
Psychologie Heute

"Das Lesen lohnt sich!"
Hamburger Abendblatt

"Besonders empfehlenswert!"
Psychotherapie & Seelsorge -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Über den Autor

Prof. Dr. med. Joachim Bauer lehrt als Universitätsprofessor an der Universität Freiburg. Er ist Arzt für Innere Medizin, Arzt für Psychosomatische Medizin sowie Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Für seine Forschungsarbeiten erhielt er 1996 den renommierten Organon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Biologische Psychiatrie. Er veröffentlichte zahlreiche Sachbücher.

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Zum Besten, was man in New York gelegentlich über einen anderen hören kann, gehört der mit Hochachtung gesprochene Satz: »He (she) is a mensch.« Die Bezeichnung entspricht einer Art Nobelpreis der persönlichen Wertschätzung. Einzelne Personen mögen die Voraussetzungen für dieses Prädikat erfüllen. Was wir jedoch von Natur aus sind, war immer umstritten. Die Frage, ob Menschen von Natur aus auf Kampf oder Menschlichkeit ausgerichtete Wesen seien, wird auch in unserer Zeit kontrovers gesehen. In jüngster Zeit hat eine Serie neurobiologischer Beobachtungen ein neues Bild entstehen lassen. Es beschreibt den Menschen als ein Wesen, dessen zentrale Motivationen auf Zuwendung und gelingende mitmenschliche Beziehungen gerichtet sind. Die neuen Erkenntnisse und sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen sind das Thema dieses Buches.
Neue Erkenntnisse werfen immer auch Fragen auf: Wie steht es um den Menschen im »Kampf ums Dasein«, was bedeuten die jüngsten Beobachtungen für jenes Menschenbild, das sich im Gefolge Charles Darwins entwickelt hat? Was ist aus unseren »egoistischen Genen« geworden, von denen uns die Soziobiologen um Richard Dawkins erzählt haben? Welchen Stellenwert hat, wenn der Mensch ein im Innersten auf Zuwendung und Kooperation gepoltes Wesen ist, die Aggression, dieses markante und so bedrohliche Faktum unseres Dasein? Ihr Stellenwert wird auf der Basis von wissenschaftlichen Untersuchungen, die seit kurzem auch zu dieser Frage vorliegen, neu zu bestimmen sein. Schließlich bleibt zu klären, welche Schlussfolgerungen sich aus dem »Prinzip Menschlichkeit« für die gesellschaftlichen Lebensbereiche ergeben, für die Wirtschaft, für das Leben am Arbeitsplatz, aber auch für die Pädagogik, den Bildungsbereich und die Medizin. Bis zu diesen Fragen hin wird das Buch den Bogen spannen.

Die Macht, die von Menschenbildern ausgeht

Anthropologische Vorstellungen bzw. Menschenbilder sind mehr als nur Glaubenssache. Sie bestimmen nicht nur, wie wir uns selbst und andere sehen, sondern auch, wie wir miteinander umgehen. Und damit haben sie weit reichende Auswirkungen darauf, wie wir leben. Bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass Menschenbilder zu einem nicht geringen Teil mit den Erfahrungen zusammenhängen, die wir mit anderen - vielleicht auch mit uns selbst - gemacht haben. Auch die Art und Weise, wie andere uns gesehen haben oder sehen, kann unser Denken über den Menschen prägen. Und nicht zuletzt beeinflussen Wünsche, wie wir uns und andere gern sehen wollen, unser Menschenbild. Den meisten am nächsten sein dürfte aber das, was sie unmittelbar in sich fühlen. Nicht jeder empfindet grundsätzlich Sympathie für andere Menschen und findet immer zumindest halbwegs gute Lösungen, falls ihm jemand Schwierigkeiten bereitet. Viele verbinden mit anderen Menschen Erfahrungen von Leid oder erleben Angst. Noch quälender kann es sein, mit immer wieder auftauchenden eigenen Gefühlen von Neid, Zorn und gar Hass konfrontiert zu sein, wenn es um andere Menschen geht. Schlechte Gefühle können verstörend und irritierend sein: Ist das »normal«? Gehören solche Gefühle zu mir selbst, bin ich das, was ich fühle? Oder sind sie von außen bestimmt, hervorgerufen durch das, was mir widerfahren ist? Falls ja, so würde sich die Frage stellen, ob die Entwicklung eines negativen Menschenbildes die einzig mögliche Reaktion ist oder ob es andere, positivere Arten der Verarbeitung negativer Erfahrungen gibt. Dies alles sind schwierige, für manche Menschen auch quälende Fragen.
Menschenbilder mögen die Folge von Erfahrungen sein, noch wichtiger aber ist, was sie ihrerseits bewirken. Sie bestimmen, ob wir anderen vertrauen oder nicht, was wir von anderen erwarten und wie wir auf andere reagieren. Eine tief verwurzelte Grundüberzeugung, dass Menschen von Natur aus zur Bosheit neigen, wird - sagen wir - einen Lehrer nicht nur im Einzelfall auf eine bestimmte Weise auf ein Kind reagieren lassen, das zum Beispiel einen Fehler gemacht hat, sie wird vielmehr seinen gesamten Erziehungsstil prägen. Die Annahme, Menschen seien grundsätzlich auf ihren eigenen Vorteil bedacht und bereit, sich dazu jedes erlaubten (und vielleicht auch nicht erlaubten) Mittels zu bedienen, wird einen Vorgesetzten nicht nur in einer konkreten Situation auf Mitarbeiter reagieren lassen, die ihm zum Beispiel Probleme bereitet haben, sondern sie wird den gesamten Verhaltens- oder Führungsstil an diesem Arbeitsplatz bestimmen. Bei näherer Betrachtung kann sich dabei zeigen, dass der Stil des Umgangs mit Menschen manchmal die Kraft einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung hat. Andere mit Vertrauen zu behandeln, kann vertrauensvolle Verhaltensweisen begünstigen. Misstrauen und negative Vorannahmen können andererseits dazu führen, dass sie genau das auslösen, was sie unterstellen. Aber auch darauf ist nicht immer Verlass. Jedermann hat die Erfahrung gemacht, dass Vertrauen nicht immer mit Vertrauen beantwortet wird. Sollten uns negative Erfahrungen veranlassen, ein generell negatives Menschenbild zu entwickeln? Was aber würde dann passieren, wenn wir mit dieser Haltung nun wieder Menschen begegnen, die bereit wären, auf Vertrauen mit Vertrauen zu reagieren? Wir sehen, die Argumentation dreht sich im Kreis. Wir brauchen Rat »von außen«. Doch wer hat die »Oberhoheit« über die anthropologischen Modelle, die wir uns machen und nach denen wir leben können? Dieses Buch wird keine solche Oberhohheit beanspruchen. Es wird jedoch eine Reihe wichtiger neuer Erkenntnisse darlegen, die dafür sprechen, dass wir - und warum wir - von Natur aus »menschliche« Wesen sind, und es wird zeigen, welche Chancen sich daraus ergeben.

Der Paukenschlag des Jahres 1859

In der Frage, wie wir von Natur aus sind und wie wir leben sollten, hatten Theologie und Kirchen über Jahrhunderte das Monopol. Vor etwa zweihundert Jahren, in der Zeit der Aufklärung, begann sich in dieser Hinsicht etwas zu ändern: Der traditionelle Anspruch der Kirche, die Entstehung der Erde, die Naturgeschichte, vor allem aber das Menschenbild und die Regeln des Zusammenlebens erklären und bestimmen zu können, ging in andere Hände über. Angestoßen durch die kritischen Denker der Aufklärung, kam es in Fragen des Menschenbildes zur Übergabe der Oberhoheit der Kirchen an die Eigenverantwortung des Menschen, an seine Vernunft. Die ethische Grundregel der Aufklärung lautete: Handle nach Regeln, nach denen auch alle anderen handeln könnten. Dieser Grundsatz wurde als der »kategorische Imperativ« Immanuel Kants, im angloamerikanischen Sprachraum auch als »Golden Rule« (Goldene Regel) bezeichnet. Allerdings blieb der neue ethische Standard der
Aufklärung, obwohl er sich gegen die Vormundschaft der Kirchen richtete und die Verantwortung in die Hände des Menschen selbst legte, letztlich doch auf dem Boden der jüdisch-christlichen Tradition. Denn von dort kam her, was auch in der Aufklärung weiterhin Geltung hatte: das Recht eines jeden auf Leben und die Pflicht zur Unterstützung der Schwachen. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Ein Paukenschlag im Jahre 1859 veränderte die Situation: Charles Darwin publizierte seinen Bestseller »Über die Entstehung der Arten«. Die Erstauflage des Buches war innerhalb kurzer Zeit vergriffen. Zwölf Jahre später legte Darwin, der ursprünglich Theologe war und erst in späteren Jahren zum Naturforscher wurde, mit einem zweiten Werk nach: 1871 erschien sein zweiter Bestseller, »Die Abstammung des Menschen«.

Wie Charles Darwin das Menschenbild revolutionierte

Darwins Evolutionstheorie war die Ablösung der rührenden biblischen Schöpfungsgeschichte durch eine überzeugende, gut begründete Theorie über die Entstehung der Arten in Pflanzenwelt und Tierreich. Die Erkenntnis, der Mensch entstamme der Familie der Primaten, schockierte viele Zeitgenossen Darwins. Doch obwohl sie von religiös-fundamentalistischer Seite immer wieder angezweifelt und attackiert wird, hat sie sich bis heute als wissenschaftlich bestens abgesichert erwiesen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

‹  Zurück zur Artikelübersicht