Was wie ein buntes, aber unterhaltsames Ritterabenteuer beginnt, verkommt im Folgenden zu einer Mischung aus platten komödiantischen Einlagen, unglaubwürdigen Plotsprüngen und schlechten schauspielerischen Leistungen. Eigentlich schade, denn die erste Hälfte des Films wusste durchaus zu gefallen. Auch die Überleitungen der einzelnen Handlungsstränge durch animierte Szenen, die im Stil der Comicreihe gehalten sind, haben ihren Charme, auch wenn dadurch offensichtlich das ohnehin knappe Budget gestreckt werden sollte, indem man den Aufbau teurer Kulissen vermied. Wenn man als Zuschauer in der zweiten Filmhälfte dagegen mit einem zusammenhanglosen Plot und überdrehter Action konfrontiert wird, wandelt sich der gute Eindruck, den man hatte, schnell ins Gegenteil. Als Beispiel für die Peinlichkeiten seien hier die Riesenkrokodile in der Burg Thules genannt. Mag man unter dem Aspekt der Fantasy noch deren Anwesenheit in einem skandinavischen Königreich akzeptieren, so wird die Illusion für den Zuschauer durch ihre offensichtliche Puppennatur wie mit einem Vorschlaghammer zerschlagen. Hier hätte selbst Kermit der Frosch realistischer gewirkt.
Auch von der technischen Seite kann die DVD nicht überzeugen. Weder Dokumentationen noch Kommentare haben es auf die Silberscheibe geschafft. Auch eine Tonspur in Originalsprache, was in meinen Augen zur Grundausstattung einer Film-DVD gehört, sucht man vergebens. Da können auch die Formate DD 5.1 und Dolby Surround für die deutsche Tonspur nicht dagegen punkten. Einziger Lichtblick sind eine Trailerauswahl zu anderen Filmen sowie eine kurze Historie des "Prinz Eisenherz"-Comicstrips auf Texttafeln.
Die Neuverfilmung von "Prinz Eisenherz" hätte durchaus etwas werden können. Doch die lieblose Gestaltung der zweiten Filmhälfte lässt die Frage aufkommen, was die Produzenten mit diesem Machwerk bezweckt haben. Nein, hier kann man mit gutem Gewissen von einer vergeudeten Gelegenheit sprechen.