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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Suggestiv und letztlich nicht überzeugend - dennoch ein Genuss, 16. März 2008
Aus meiner Sicht erst einmal das Positive vorweg: Das Buch bietet eine gelungene Zusammenschau verschiedener Weltmodelle, angefangen von antiken, eher geistig inspirierten Vorstellungen über das Mittelalter und der Neuzeit, in der allmählich empirische Fakten die alten Modelle abzulösen halfen. Man lernt in diesen Passagen sehr viel gut recherchiertes Fachwissen. Der Schreibstil macht das Lesen vielfach zu einem Genuss.
Anhand Dantes "Göttlicher Komödie" versucht der Autor nun Analogien zwischen antiker/mittelalterlicher Weltanschauung und moderner Kosmologie zu finden. Und an dieser Stelle wird es für meinen Geschmack bereits schwierig. Die Anschauungsmodelle der modernen Astrophysik, die der Autor als Grundlage für den Vergleich zeichnet, erscheinen mir zu sehr konstruiert, so dass es letztlich nicht verwunderlich ist, dass sich Ähnlichkeiten auftun. Es wird nicht kritisch hinterfragt, ob diese Analogien real sind, oder lediglich ein Resultat des konstruierten Modells sind, was ich für eher gegeben halte. Weiterhin kommen weitere Aspekte viel zu kurz, wie z.B. wo es eben keine Analogien gibt, oder sogar Antilogien auftreten. Viele der angeblichen Ähnlichkeiten sind doch sehr gezwungen konstruiert und fragwürdig und scheinen der Interpretation einer nicht unvoreingenommenen Geisteshaltung zu entsprechen.
Letztlich muss man sich fragen, ob der Autor sich nicht nur selber in den Fallen der am Schluss erörterten Psychologie verstrickt. Dort wird durch ausführliches Zitieren des Psychologen C.G. Jung versucht, ein universelles und unbewusstes Denken als Erklärung für die zuvor aufgezeigten Analogien heranzuziehen. Meiner Meinung nach liegt hier der Schlüssel in dem Verständnis des Buchs, allerdings anders, als es sich der Autor vielleicht erhofft hat. Wer Analogien finden will (ob bewusst oder unbewusst) wird sie auch finden. Ob das tatsächlich auf einer universellen Erkenntnis beruht, oder vielmehr das Ergebnis des individuellen Denkens des Autors ist, bleibt dahingestellt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Jenseits des Vorstellbaren, 30. November 2007
Es gab einmal eine Zeit, da waren Metaphysik und Physik noch eine selbstverständliche Einheit. Astronomen waren zugleich Astrologen und Newton bekannte sich noch freimütig zur Alchimie. In den letzten 200 Jahren kam es jedoch zur praktisch vollständigen Abkehr der Naturwissenschaft von hermetischer Weisheit. Altes Wissen galt als veraltet. Niemand kam auf die Idee, dass es sich vielleicht um eine Offenbarung von Eingeweihten handeln könnte, dies allerdings in einer Sprache, die in unserer entmystifizierten Welt niemand mehr verstehen kann. Das Ergebnis kennen wir wohl: Technischer Fortschritt, der Mann auf dem Mond, die Spaltung des Atoms, mit der gleichzeitigen Spaltung des Bewusstseins - mit offenen Augen in den ökologischen und ökonomischen Abgrund, natürlich mit dem Handy am Ohr.
Wir sind taub geworden für das Wunderbare dieser Welt. Doch die Sehnsucht des Menschen nach allumfassender Erkenntnis ist unzerstörbar, auch unter Wissenschaftlern.
Gerade in der modernen Physik, ob nun im ganz Kleinen oder im ganz Großen, kann man auf der Suche nach dem Wunderbaren wieder den alten Weisheiten des Hermes Trismegistos begegnen.
Wer das Buch Primum mobile auf unvoreingenommene Weise liest, wer sich frei machen kann von wissenschaftlichen und weltanschaulichen Dogmen, wird seine wahre Freude haben. Dieses Buch gehört zu der seltenen Spezies des interdisziplinären Denkens: Hier begegnen sich Geistes- und Naturwissenschaft und es scheint so, als ob sie sich etwas zu sagen hätten. Es gibt sicher Vorbilder für dieses Buch, z.B. das Tao der Physik von Capra. Doch eine Brücke zwischen abendländischer Philosophie und rationaler Wissenschaft schafft erst dieses Buch. Es hätte einen Platz auf den Bestsellerlisten verdient, denn es befreit das Denken, wo Bücher wie Gotteswahn nur Zwietracht sähen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ganz und gar außergewöhnlich!, 26. Oktober 2007
Durch einen Hörfunkbeitrag wurde ich auf dieses ganz außergewöhnliche Buch aufmerksam. Die moderne Kosmologie wird sehr gut verständlich aufbereitet und die Abbildungen sind ansprechend und von hervorragender Qualität. Zunächst war ich misstrauisch: zwischen Dantes Jenseitsreise und der modernen Kosmologie einen Zusammenhang herzustellen - ist das nicht abgedrehte Spinnerei? Doch der Autor bleibt auf dem Boden und so ist ein wunderbares und inspirierendes Buch entstanden. Den dritten Teil, der sich mit der Ich-Psychologie beschäftigt, fand ich nicht ganz so schlüssig (der Autor scheinbar auch nicht, denn er schickt voraus, dass er auf diesem Gebiet kein Experte ist). Aber gut, man kann nicht alles haben und es tut der Genialität der ersten zwei Teile keinen Abbruch. Unbedingt kaufen!!!!!
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