(Vorab: Die Rezension bezieht sich vorerst nur auf die im TV ausgestrahlen Folgen, eine Bewertung des DVD-Inhalts folgt nach Erscheinen!)
Als Primeval-Fan der ersten Stunde hab ich mich nach der langen Ungewissheit bezüglich einer Fortsetzung nach Staffel 3 natürlich erstmal gefreut, dass nicht nur eine vierte, sondern auch eine fünfte Staffel von Primeval produziert wurde (Prosieben gibt diese beiden Staffeln als 4.1 und 4.2 aus, hierbei handelt es sich also um die nach Originalrechnung 5. Staffel - daher bitte nicht verwirrt sein, wenn ich im folgenden von Staffel 4 und 5 spreche). Doch bereits nach den ersten neuen Folgen setzte eine gewisse Ernüchterung ein.
DIE STORY:
Die Grundidee von Primeval bleibt auch in dieser Staffel erhalten: Immer wieder tauchen Anomalien, Tore in der Zeit, auf und so finden allerlei Wesen aus der Vergangenheit und der Zukunft den Weg in unsere Gegenwart. Im Mittelpunkt einer Story steht dabei meistens der Kampf gegen eine bestimmte Gattung, die aus einer Anomalie ins gegenwärtige England kam.
Dazu kommt die folgenübergreifende Story rund um Philipp Burton, der mit Hilfe von Connor sein Projekt "New Dawn" entwickelt, um so aus Anomalien unbegrenzt Energie zu gewinnen...
DIE CHARAKTERE:
Die Besetzung in Staffel 5 bleibt weitestgehend die selbe wie in 4: Das Außeneinsatz-Team bestehend aus Connor Temple und Abby Maidland sowie Matt Anderson und Captain Becker. Außerdem sind da noch die Koordinatorin Jess, die aus dem 19. Jahrhundert stammende Emily, der ARC-Chef James Lester und der private ARC-Mitbesitzer Philipp Burton. Neu dabei ist die von Philipp für Connor bereitgestellte Assistentin April.
KRITIK:
Dass die Grundidee der Serie weiterhin eine gute ist, steht auch in dieser Staffel außer Frage. Aber diese Grundidee verlang nunmal ein gewisses Budget bei der Produktion - und eben dieses Budget steht Primeval seit Staffel 4 nicht mehr zur Verfügung und wird der Serie zum Verhängnis, da sie zwei gravierende Probleme mit sich bringt:
- die Animationen: sie sind in Staffel 5 eben so schlecht wie in Staffel 4. In den ersten drei Staffeln waren die Animationen der Kreaturen meist noch recht realistisch, in dieser Staffel allerdings sehen die meisten Wesen einfach nur lächerlich aus, und auch sonstige CGI-Animaionen sind mäßig...
- die Sets: Auf die in früheren Staffeln oftmals beeindruckenden Welten hinter den Anomalien wurde in Staffel 5 fast gänzlich verzichtet. Stattdessen dominieren dunkle Räume, Kellergewölbe und leere Industriehallen das Bild. Und als einmal das London des 19. Jahrhunderts dargestlllt werden sollte, wirkte das ganze einfach wie ein billige zusammengeworfener Haufen an Holzhäusern. Die Sets sind zum größten Teil eine Mischung aus peinlich und langweilig.
Auch bei den Charakteren bietet sich ein durchwachsenes Bild:
Die "alte" Besetzung sticht positiv hervor. Conner und Abby, die sowohl beruflich als auch privat dank Connors Engagement bei Philipp vor immer größeren Problemen stehen, könnten durchweg überzeugen. Und auch der spöttisch-ironische Lester ist bei seinen viel zu selten gewordenen Auftritten weiterhin genial.
Bei den "neuen" Charakterern sieht es allerdings anders aus: Jess und Matt haben sich auch in ihrer zweiten Primeval-Staffel nicht verändert: Sie bleibt absolut eindimensional und auf ihren Computer reduziert (der Plumpe Versuch aus Staffel 4, ihr durch eine Schwärmerei für Becker mehr Profil zu verleiehen, wurde auch wieder fallen gelassen), ihm fehlt als Anführer bei Außeneinsätzen vollkommen das Charisma, welches Nick Cutter oder Danny Quinn hatten.
Philipp Burton übernimmt, wie schon in Staffel 4 abzusehen war, zunehmend die Rolle des "bösen Gegenspielers", kommt dabei aber nie an die Brillianz einer Helen Cutter. Übrigens wird Emily Merchant, welche in Staffel 4 aus der Vergangenheit kommt, ein fester Bestandteil des Teams und macht als einziger "neuer" Charakter eine wirklich gute Figur. Und dann ist da noch Captain Becker, der meist einfach seinen Job macht, ohne großartig positiv oder negativ aufzufallen.
Storytechnisch knüpft Staffel 5 einigermaßen an Staffel 4 an. Nachdem am Ende von 4 die Story rund um Ethan durch das sehr kurzzeitige Auftauchen Danny Quinns wie ich finde sehr unzufriedenstellend beendet wurde, stehen in Staffel 5 zum einen Emily, die zunächst in ihre Zeit zurückgeschickt wird, und zum anderen (wie schon erwähnt) das Projekt von Philipp im Mittelpunkt. Diese Storys sind nicht schlecht und bieten einige spannende Momente, auch wenn die brilliante Geschichte rund um Helen Cutter definitiv unerreicht bleibt.
Positiv zu erwähnen ist auf jeden Fall das Staffelfinale in einer Doppelfolge. Offenbar hat man hier deutlich sorgfältiger Produziert: Es gibt eine durchgehend spannende Story rund um das "Ende der Welt" und auch die Animationen sind wieder etwas besser. Sollte dies tatsächlich das Serienfinale sein (was aufgrund der schwachen Quoten, sowohl in Großbritanien als auch in Deutschland, wahrscheinlich ist), so ist es angesichts der mäßigen Qualität von Staffel 4 und 5 alles in allem doch einigeramßen zufriedenstellend (Natürlich gibt es für den Fall einer Fortsetzung auch hier wieder einen Cliffhanger, doch dieser ist meiner Ansicht nach ziemlich unwichtig).
FAZIT:
Wem Staffel 4 einigermaßen gefallen hat, der wird auch mit Staffel 5 zufrieden sein. Wer aber enttäuscht war und nun auf Besserung gehofft hat, den muss ich leider enttäuschen.
Und wer die ersten drei Staffeln noch nicht kennt, sollte viel lieber die sehen, da bot die Serie noch eine wirklich gute Qualität.
Am Ende stellt sich dann doch die Frage, ob es dem geneigten Primeval-Fan der ersten Stunde nicht doch lieber gewesen wäre, wenn nach Staffel 3 Schluss gewesen wäre, statt das ganze in derartig mäßiger Qualität fortzusetzen (zumal der Verbleibt von Danny erneut ungeklärt bleibt)...
Noch ein Nachwort zur Bewertung: Alles in allem ist die Serie noch "oke" kann man sagen. Die Story ist meist sogar einigermaßen, einige der Darsteller überzeugen auch, aber heruntergezogen wird das ganze von oben genannten Faktoren, sodass ich alles in allem zwischen 2 und 2,5 Sternen vergeben würde, was gerundet dann 2 Sterne bedeutet.