Gleich vorweg: Der Film ist keine lockere Unterhaltung die man mal eben beim Bügeln nebenbei schaut. Zum einen gibt es keine deutsche Synchro, weil sie offenbar nie erstellt wurde. Das Englisch ist durchaus verständlich, aber der Inhalt tut dann sein übriges um einem die volle Aufmerksamkeit abzuverlangen, denn die Story ist durchaus komplex und was wirklich passiert ist erschließt sich einem erst durch intensiveres Nachdenken ... zumindest sofern man es ganz genau verstehen will.
So hat man verschiedene Möglichkeiten mit dem Film umzugehen: a) Einfach aufmerksam anschauen, auf sich wirken lassen und Eindrücke mitnehmen. b) In die Details hineinvertiefen, recherchieren und die exakten Abläufe rekonstruieren und nachvollziehen. Wer sich für b) entscheided, kann diverses gut aufbereitetes Hintergrundmaterial u.a. in der Wikipedia finden. Wer lieber erstmal a) bevorzugt sollte jetzt nicht nach dem Film zu googeln beginnen.
Ursache für die Komplexität ist das Thema "Zeitreise", konkret eine Möglichkeit sich begrenzt in der Zeit zurück zu bewegen. Dies wiederum führt zu frappierenden Verwirrungen im Kopf, denn als Zuschauer erlebt man die Ereignisse grossteils subjektiv, das heisst man wird immer wieder mit Ereignissen konfrontiert, die nur zu erklären sind wenn man erkennt, dass zuvor jemand in der Zeit zurück gereist sein muss, was in diesem Film impliziert dass schon länger zuvor Vorbereitungen dazu getroffen worden waren. Diese Erfahrung die einem dem Wahnsinn näher bringt, will der Film aber auch genau vermitteln und damit die Botschaft transportieren dass so eine Art Zeitreise ziemlich gruselig werden kann und beginnt damit die Kontroverse ob man dies nicht lieber verhindern sollte.
Der Film an sich ist eine absolute lowbudget Produktion, angeblich mit dem sagenhaften Verhältnis von 2:1 bei gedrehtem Material zu verwendetem Material. Dies war notwendig angesichts des extrem knappen Budgets. Gleichzeitig bedingte es eine filigrane Vorplanung jeder einzelnen Szene, was dem Film sicher gut getan hat. Der Film kommt kommplett ohne Spezialeffects aus, ohne dass man sie vermisst. Gleichzeitig erzeugt er eine Atmosphäre, die ungewohnt und doch sehr positiv in Erinnerung bleibt, indem gezielt mit Farbfiltern, Licht und Belichtung gearbeitet wird, ohne dass dies zu dominant wird.
Der Film ist damit ein absoluter Geheimtipp und dürfte bislang allenfalls Besuchern von Filmfesten bekannt sein. Aber er ist eben kein Film, den man an einem verregneten Sonntagnachmittag nebenbei beim Kaffeekränzchen schaut, wenn man noch einen Kater vom Vortag hat. Und man sollte sich auch bewusst sein, dass man ihn durchaus einige Male anschauen sollte (sofern man nicht vorher aufgibt).