Kurzbeschreibung
In drei erstmalig übersetzten Selbstdarstellungen aus den Jahren 1933, 1934 und 1946 entwirft Maurice Merleau-Ponty das Programm einer dezidiert phänomenologischen Wahrnehmungsphilosophie. Beginnend mit vorausschauenden Andeutungen über seine zukünftigen Absichten, Kritiken seiner philosophischen Gegner und Beschreibungen seiner angestrebten Methoden, endet er mit einer faszinierenden Verteidigung seiner berühmten These vom Primat der Wahrnehmung. In der Perspektive der epochalen Phänomenologie der Wahrnehmung erscheint das Phänomen der Wahrnehmung mehr als nur ein mögliches Thema der Phänomenologie zu sein: Das Primat der Wahrnehmung impliziert Konsequenzen für die Philosophie in all ihren Erscheinungsformen. Merleau-Pontys Entdeckung der Wahrnehmung wird zu einem gleichermaßen aktuellen wie radikalen Programm für das phänomenologische Philosophieverständnis.
Über den Autor
Maurice Merleau-Ponty (1908-1961), einer der großen Phänomenologen des 20. Jahrhunderts, war Professor für Philosophie in Lyon, an der Sorbonne und zuletzt am Collège de France in Paris; zusammen mit J.-P. Sartre gab er die Zeitschrift
Les temps modernes heraus.
Studium der Philosophie, Kunstgeschichte und Klassischen Archäologie an der Universität Münster; 1987 Magister Artium, 1989 Promotion, 1990-1992 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Münster; 1992/93 Vertretung einer Professur für Philosophie an der Universität Bamberg; 1993-95 Habilitationsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft; 1996 Habilitation in Philosophie an der Technischen Universität Chemnitz; 1996-97 Vertretung des Lehrstuhls für Theoretische Philosophie an der Universität Jena; seit 1996 Privatdozent und Oberassistent an der Technischen Universität Chemnitz; 1998-99 Vertretung der Professur für Geschichte der Philosophie an der Universität Jena; seit 2001 Inhaber der Professur „Vergleichende Bildtheorie“ an der Friedrich-Schiller-Universität Jena; seit 2005 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik.
Buchpublikationen:
Stil statt Wahrheit. Kurt Schwitters und Ludwig Wittgenstein über ästhetische Lebensformen, München 1991.
Philosophische Ästhetik, Münster 1992.
Die Sichtbarkeit des Bildes. Geschichte und Perspektiven der formalen Ästhetik, Reinbek bei Hamburg 1997.
Die Uhr. Eine semiotische Betrachtung, Saarbrücken 1998.
Phänomene im Bild, München 2000.
zus. mit G. Jäger: Abstrakte Fotografie, Bielefeld 2000.
Mithrsg. von: Bild und Reflexion. Perspektiven und Paradigmen gegenwärtiger Ästhetik, München 1997.
Hrsg: Philosophie der Wahrnehmung, Frankfurt a.M. 2002, 3. Auflage 2004.
Hrsg: Merleau-Ponty: Das Primat der Wahrnehmung, Frankfurt a.M. 2003, 2. Auflage 2006.
Hrsg: Artifizielle Präsenz. Studien zur Philosophie des Bildes, Frankfurt a.M. 2005, 2. Auflage 2006.