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Ein Priester bricht das Tabu des Schweigens. Die Liebe zur Kirche, die Stimme des Herzens und der Mut zur Veränderung
 
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Ein Priester bricht das Tabu des Schweigens. Die Liebe zur Kirche, die Stimme des Herzens und der Mut zur Veränderung [Taschenbuch]

Bruno Ix
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

Dies ist die Lebensgeschichte von Bruno Ix, der als katholischer Priester ein erschütterndes Zeugnis einer 'unglücklichen Liebe' zu seiner Kirche dokumentiert. Ihm, dem Empfindsamen und Hellhörigen, wurden von seiner Kirche keine Frustrationen erspart. Getragen von einer tiefen Gottesliebe liebt er dennoch seine Kirche, in der er in der Jesus-Nachfolge den Menschen dient. Deshalb rüttelt er an den Gittern des autoritären mittelalterlichen Systems und entwickelt seine Vision einer menschenfreundlichen und glaubwürdigen Glaubensgemeinschaft. Bruno Ix will sein Zeugnis nicht als Anklage verstanden wissen, sondern als Appell, all das was in der Kirche der Liebe Christi entgegen steht, in umfassender Gemeinsamkeit wegzuräumen.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
"Ein Priester bricht das Tabu des Schweigens" – ein Buchtitel, der vielleicht die eine oder den anderen davon abbringt, sich auf eine Lektüre einzulassen. Oberflächliche Kirchenkritik, ein neuer "Pfaffenspiegel", eine eifernde Abrechnung mit "Mutter Kirche"? Nein, das (vom Verlag Publik-Forum mit diesem Titel versehene) Buch von Bruno Ix ist die beeindruckende, bedrückende Lebensgeschichte eines Priesters. Ix, seit 30 Jahren Pfarrer im kleinen Eifeldorf Dreiborn bei Schleiden, schildert sein Kindheit in einer heute kaum noch nachvollziehbaren liebes- und lebensfeindlichen Atmosphäre – im geschlossenen römisch-katholischen Milieu der NS-Zeit.

Schon als Säugling geplagt von psychosomatischen Erkrankungen wie Neurodermititis und Asthma, fehlen Bruno im Elternhaus Wärme und Zärtlichkeit. Statt dessen muß er brutale Misshandlungen und drohende Einschüchterungen erfahren, vom Großvater, vom Dorfpfarrer; dazu die Schrecken der Bombennächte der letzten Kriegsjahre, der Vater in Rußland verschollen. Der Erstkommunion Ende April 1945 geht quälender Beichtzwang voraus, eine rigide Sexualmoral weckt unerträgliche Gewissensbisse. Zur Erholung nach dem Krieg auf einen Bauernhof geschickt, wird der Zehnjährige dort aber Opfer sexuellen Mißbrauchs durch den Knecht – und Opfer des Dorfpfarrers, der das beichtende Kind für seine "Unkeuschheit" auch noch tadelt! Dreißig Jahre keinerlei Aufarbeitung, die Tränen eingefroren. In der Nachkriegsschule herrschen brutale Prügelstrafen, in Religionsunterricht und Gottesdienst Einschüchterung, Vergiftung der Seele – fortgesetzt bis in die Pubertät.

Tief geprägt durch das erfahrene Leid, brennend interessiert an existentiellen Fragen, fühlt Bruno Ix seine Berufung zum Priestertum. Der Aufbruch des Zweiten Vatikanischen Konzils bleibt für das Studium aber noch ohne Auswirkungen: der Prüfungsstoff im Kopf gespeichert aber das Herz zu kurz gekommen. Priesterweihe und Primiz erscheinen als erste Glücksmomente, "Erfolgserlebnisse" in seiner Kaplanszeit stellen sich ein: in der Auseinandersetzung mit engagierten Jugendlichen der Pfarre erlebt Ix einen schmerzlichen Lern- und Reifungsprozeß; als 35jähriger wird er Pfarrer von Dreiborn. Der Tod seiner Mutter im Jahr darauf weckt Schuldgefühle, eine Operation löst wegen erforderlicher Narkose albtraumhafte Ängste aus. Die jahrzehntelang verdrängten Erlebnisse werden zur tickenden Zeitbombe, erst 1978 beginnt er eine psychotherapeutische Behandlung.

Wichtig wird Ix die Freundschaft zum Aachener Bischof Klaus Hemmerle, hier erfährt er persönlich Verständnis und Ermutigung, im Bistum bemerkt er einen "neuen Stil des Miteinanders". Nach Hemmerles Tod 1993 sieht Ix aber viele dieser Ansätze im Sande verlaufen, hoffnungsvolle Aufbrüche im Kirchenalltag erstickt; das Vermächtnis des Bischofs, die "Weggemeinschaft", offiziell bei "Bistumstagen" beschworen, hält er für verraten.

Das Buch ist sachlich, fast ohne Emotionen geschrieben – vielleicht der einzig mögliche Weg, eine Lebensgeschichte zu beschreiben, die emotional kaum zu ertragen sein kann. Nach der Veröffentlichung erlebt Bruno Ix große Anteilnahme, unzählige Briefe, Telefonate, Einladungen zu Vorträgen. Bei den meisten Kollegen jedoch erntet er Unverständnis, von der Bistumsleitung scheint der Dialog unerwünscht, "sein" Thema wird systematisch verdrängt, er wird als "Störfaktor" angesehen oder ignoriert.

Warum erweist sich Kirche so unempfindlich gegenüber dem "Schrei der gequälten Kreatur"? Warum sind in den Sakramenten so oft Heil und Heilung nicht erfahrbar? Fragen, die sich nach der Lektüre aufdrängen und das Buch zu einer brennenden Anfrage an Pastoral und Theologie machen. Gerade empfindsame Seelsorger wie Bruno Ix verdienen Antwort und die Solidarität derer, die sich im Glauben an die Frohe Botschaft des Jesus von Nazareth zusammen finden.

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nichts als die Wahrheit 20. November 2002
Ich kenne Bruno Ix persönlich, denn er war Anfang der 80er Jahre am Städtischen Gymnasium Schleiden einige Jahre mein Religionslehrer. Vieles, was dieser Mensch mit Feingefühl und Sanftmut seinen Schülern vermitteln wollte, wird durch die Lektüre seiner Lebensgeschichte noch verständlicher. Pfarrer Ix hebt sich - gerade durch seine Lebensgeschichte - von vielen seiner verhärmten "Kollegen" angenehm ab. Er ist Mensch geblieben, trotz oder gerade durch seine persönlichen Erlebnisse, die ihn in wohl unwiderruflichen Form geprägt haben. Jean-Louis Glineur
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Begeistert ! 25. Juli 2004
Von Ein Kunde
Ich habe durch einen Zufall Herrn Ix persönlich kennenlernen dürfen und bewundere den Mut dieses Mannes, in seinem - man erlaube mir diese Worte- "hohen" ALter noch solche Schritte zu gehen. Er schreibt einfühlsam, dass es mir die Tränen in die Augen trieb und macht Mut, hinzusehen. Es ist wichtig, dass es Menschen wie ihn gibt - die aufrütteln und sich trauen, Dinge zu benennen. Das Buch liest sich leicht, ist sehr emotional und hat einen Umfang, der dazu einlädt es damit zu versuchen.

Vielen Dank für Deinen Mut, Bruno !

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