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Dabei meinte im England des anbrechenden 19. Jahrhunderts „passend“ ja nicht unbedingt die emotionale Seite, sondern zielte vielmehr auf die gesellschaftliche Stellung und vor allem das Vermögen ab. Deshalb will Tochter Elizabeth (Jennifer Ehle) auch nichts von all diesem wissen, denn sie verachtet den praktizierten Heiratsmarkt aufs Äußerste. Als neue Nachbarn einziehen, ist Mrs. Bennett ganz aus dem Häuschen.
Darunter sind zwei Junggesellen! Sofort werden Kontakte zu Mr. Bingley (Crispin Bonham-Carter) und Mr. Darcy (Colin Firth) hergestellt. Werden sie das Familienglück besiegeln? Der Plan geht erst mal gründlich schief. Denn Elizabeth und Mr. Darcy prallen wie zwei Rammböcke aufeinander. Romantische Gefühle? Von wegen, Elizabeth bringt wohl niemandem auf der Welt weniger davon entgegen. Auch Fitzwilliam Darcy ist nicht gerade erbaut über dieses starrköpfige Ding, doch schon bald beginnen sich seine Gefühle zu ändern. Damit hat er bei Elizabeth allerdings schlechte Karten. Denn die bleibt bei ihrer Meinung und bekommt dafür sogar noch Unterstützung. Der undurchsichtige Mr. Wickham (Adrian Lukis) behauptet, von Darcy schwer übervorteilt worden zu sein. Ein guter Grund, ihn noch mehr zu hassen. Derweil soll ein Ball für Zerstreuung sorgen. Dazu trifft auch ein Cousin der Bennetts, Mr. Collins (David Bamber) ein. Er will die Gelegenheit nutzen, um Elizabeth einen Heiratsantrag zu machen. Sie ist entsetzt, nie im Leben will sie sich freiwillig binden! Zudem redet er ununterbrochen von seiner großen Gönnerin Lady Catherine de Bourgh (Barbara Leigh-Hunt). Mrs. Bennett ist maßlos enttäuscht. Weder Elizabeth, noch ihre ältere Schwester Jane (Susannah Harker), die eigentlich Mr. Bingley zugedacht war, ist bisher unter der Haube. Doch es soll noch wilder werden in dieser Beziehungsgeschichte. Mr. Darcy erklärt Elizabeth seine Liebe, die seinen Antrag aber schroff zurückweist. Wird die arme Mrs. Bennett jemals Ruhe finden und ihre Töchter in den Hafen der Ehe lotsen?
Jane Austen und auch Drehbuchautor Andrew Davies machen es überaus spannend und schaffen so eine gespannte Atmosphäre, die den ganzen Film über gehalten werden kann. Hervorzuheben sind auch die durchgehend überragenden schauspielerischen Leistungen des gesamten Ensembles. Besonders Colin Firth und Jennifer Ehle stehen dabei im Vordergrund, denn ihren Zwist drücken sie nicht nur in Worten, sondern auch durch die gesamte Palette von Gestik und Mimik aus. Trotz der komplexen Geschichte wird die Handlung niemals verwirrend, was nochmals auf das exzellente Drehbuch von Andrew Davies zurückzuführen ist. Eine unterhaltsame Mini-Serie aus dem Hause BBC, die tiefe Einblicke in die gesellschaftlichen Strukturen des vergangenen Englands gibt, aufwändig produziert und wunderschön ausgestattet. Jane-Austen-Fans aus aller Welt beurteilen diese Version als die bisher gelungenste. Sie erhielt zahlreiche Preise weltweit, darunter sogar einen Emmy.
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Darcy und Elizabeths deutsche Synchronstimmen sind ein glatter Fehlgriff. Elizabeth hört sich furchtbar piepsig an, während Darcys Stimme vollkommen emotionslos rüberkommt. Er spricht in jeder Situation in der gleichen Tonlage, was dem Original überhaupt nicht entspricht. An die restlichen Stimmen kann man sich gewöhnen.
Noch viel schlimmer aber ist die Übersetzung an sich. Vollkommen lieblos und vor allem, oftmals ganz einfach falsch, wurden die Dialoge in ein seltsam schwülstiges Deutsch übersetzt. Oder es wurden Dinge ohne Not falsch übersetzt. Darcy zum Beispiel hat Elizabeth stets mit Miss Bennet und niemals mit Elizabeth angesprochen (außer am Schluß beim zweiten Antrag), er hat auch im Inn at Lambton das Dienstmädchen nie mit ihrem Namen angesprochen.
Was aber so richtig schade ist, daß so viele Szenen der Schere zum Opfer gefallen sind. Die deutsche Fassung ist leider sehr gravierend gekürzt. Es fehlt u.a. Marys Gesang am Klavier beim Ball in Netherfield, Darcys Fechtszene, Darcys Gang ins Musikzimmer, nachdem Elizabeth Pemberley verlassen hat, dann wurde selbst der Tanz mit Elizabeth in Netherfield stark gekürzt (wie überhaupt der Großteil des Balls nicht gezeigt wird) und noch eine ganze Menge mehr fehlt. Aus nahezu allen großen Szenen wurden - zugegebenermaßen sehr geschickt - immer wieder ein paar Bröckchen herausgeschnippelt. Das tut dem allgemeinen Verständnis zwar keinen Abbruch, ist aber doch sehr schade. Diese Verfilmung ist (im Original versteht sich!) so wundervoll, daß man auch den Zuschauern, die des Englischen nicht mächtig sind, die komplette Version gewünscht hätte.
Diese deutsche Ausgabe eignet sich wirklich nur für Leute ohne die geringsten Englischkenntnisse, dafür bietet sie einen akzeptablen Einstieg in eine ansonsten tolle Verfilmung. Aber wer die Möglichkeit hat, das Original zu sehen, sollte sein Geld hierfür nicht verschwenden.
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