Wenn er das nicht schon eine Weile machen würde, würde ich sagen, dieser Mülheimer Schreiner Juretzka ist für mich die Neuentdeckung des Jahres! Ich habe so manchen bösen Blick meines übermüdeten Ehegatten geerntet, der wegen meines unentwegten Gekichers nicht schlafen konnte. Aber kurz zur Story: Ein kursiv gedruckter Ich-Erzähler, offensichtlich etwas tumb, erzählt von seinen Begegnungen mit dem geheimnisvollen Det, einem üblen Schläger, der ihn vor einer Bande anderer übler Schläger rettet. Irgendwann ist der kursiv Gedruckte dummerweise zugegen, als Det eine Frau ermordet, und die Polizei befindet den Kursiven für schuldig, weil er ein blutiges Messer in der Hand hält und auch sonst noch so allerlei Forensisches an ihm festzustellen ist.
Der neutral gedruckte Ich-Erzähler, Privatdetektiv Kristof Kryszinski, notorisch pleite, bekommt ein paar mehr oder weniger lukrative Aufträge. Zu den weniger lukrativen gehört die Aufklärung des obengenannten Mordes. Das erweist sich als schwierig, denn der Verdächtige sitzt im Irrenhaus und wird mit Drogen vollgepumpt, obwohl er auch sonst nicht viel Sinnvolles von sich gibt, und der Anstaltsleiter empfindet Kristof als, nun ja, inkompatibel. Mit einer Batterie etwas unkonventioneller Freunde, einer Menge Bier und Zigaretten, einem schrottreifen Auto und kreativen Methoden löst Kristof den Fall. Und alle anderen nebenbei auch.
Kurz: An der Geschichte stimmt alles. Figuren, Plot, Logik, Spannung, Phantasie, Sprache, Lokalkolorit (ich kenne niemanden, der die Mülheimer Verkehrssituation treffender beschreiben kann), sogar die Katze ist ein Star. Ich habe die Seite naßgelacht, in der die Katze ihr 88-strophiges Klagelied über ihren leeren Futternapf singt. Glaubt alles Positive, was euch je über dieses Buch erzählt wurde, und LEST ES!