Miseren und Krisen gibt es genug in Deutschland. Und wo die eigene Geschichte nur als ein Trichter betrachtet wird, der schließlich und immer in jenen 12 Jahren endet, wird man sich bei allem was man tut ausschließlich am Ausland orientieren.
Mal an USA, mal an England, mal an Japan, mal an Schweden, mal an Australien. Herausgekommen ist dabei nichts. Der Autor weist nicht nur nach, daß alle Gerede über den immer wieder kolportierten "Untertanenstaat" und den "Kadavergehorsam" in Preußen vollkommener Blödsinn ist. "Die Welt muß am deutschen Wesen genesen" ist nichts als eine Karikatur unserer Tage.
Dennoch staunt der Leser, daß man in den USA einmal deutsche Sprachkenntnisse nachweisen mußte, wenn man Physik oder Chemie studieren wollte. Wer weiß schon, daß es niemals so viele ausländische Studenten in Deutschland gab als zu "Preußens Zeiten" und daß die ganze Weltgeschichte Regierungskommissionen hierherschickte, um unser Bildungswesen zu besichtigen. Wer weiß schon, daß Hexenverbrennungen zuerst in Preußen abgschafft und die Schulpflicht zuerst in Preußen eingeführt wurde?
Alles in allem kommt man bei der Lektüre aus dem Staunen nicht heraus. Irgendwann hat auch einmal etwas positives in der deutschen Geschichte gegeben, man sollte nur mal in den Schubladen kramen, vielleicht ist einiges daraus zu gebrauchen.
Getrübt wird das Bild durch billigste buchbinderische Arbeit. Man muß das Buch in einen Schraubstock einspannen um es lesen zu können, oder gleich den Rücken aufbrechen. Der Verlag sollte sich sofort eine andere Druckerei suchen.
S.R.