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Preußen. Aufstieg und Niedergang 1600 - 1947
 
 
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Preußen. Aufstieg und Niedergang 1600 - 1947 [Broschiert]

Christopher Clark , Richard Barth , Norbert Juraschitz , Thomas Pfeiffer
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 896 Seiten
  • Verlag: Pantheon Verlag; Auflage: 5 (13. Oktober 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570550605
  • ISBN-13: 978-3570550601
  • Originaltitel: Iron Kingdom. The Rise and Downfall of Prussia. 1600-1947
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 13,6 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 93.872 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Christopher Clark
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Eine bewundernswerte Leistung, mit der sich Christopher Clark in die erste Riege der britischen Historiker hineingeschrieben hat." (Die Zeit )

"Eine brillante, überraschend liebevolle Geschichte des preußischen Staates." (Süddeutsche Zeitung )

„Christopher Clark fügt nun in seinem 800 Seiten langen Buch die Puzzleteile aus fast einem halben Jahrhundert zu einem kompletten und schlüssigen Bild zusammen, das uns weit über Preußen hinaus deutsche und europäische Geschichte verständlich und überschaubar macht – und dies nicht in mild stimmender Verklärung.“ (Kölner Stadt-Anzeiger )

Kurzbeschreibung

Die Geschichte Preußens – ein brillant erzähltes Standardwerk

Christopher Clark schildert den Aufstieg Preußens vom kleinen, an Bodenschätzen armen Territorium um Berlin zur dominierenden Macht auf dem europäischen Kontinent. Seine brillante Darstellung von über 300 Jahren preußischer Historie ist ein Meisterwerk der Geschichtsschreibung.

Die Auflösung Preußens durch ein alliiertes Kontrollratsgesetz am 25. Februar 1947 setzte einen Schlusspunkt unter eine Jahrhunderte alte wechselvolle Geschichte. Der Name Preußen ist untrennbar verbunden mit Aufklärung und Toleranz, verkörpert etwa in Friedrich dem Großen, verbunden aber auch mit Militarismus, Maßlosigkeit und Selbstüberschätzung Wilhelms II. Das Nachdenken über Preußen stand in den letzten Jahrzehnten im Schatten der hitzigen Debatten über die deutsche Geschichte.

Doch die Zeit ist reif für einen distanzierten, sensibel wägenden Blick auf dieses große Kapitel der deutschen und europäischen Vergangenheit. Christopher Clark schildert den Aufstieg Preußens vom kleinen, an Bodenschätzen armen Territorium um Berlin zur dominierenden Macht auf dem europäischen Festland und schließlich die Auflösung nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches. Seine brillante Darstellung von über 300 Jahren preußischer Historie ist ein Meisterwerk angelsächsischer Geschichtsschreibung.

• Ausgezeichnet von DAMALS als bestes historisches Buch 2007
• Unabhängiger, britischer Blick auf die ambivalente preußisch-deutsche Geschichte


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von CF TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert
Vielen Dank an meine Geschichtslehrer: Dieser ironische Vorsatz soll eigentlich nur sagen, dass sie auf ganzer Linie versagt haben. Ich habe mich mit Ach und Krach durch den Geschichts- und PW-Unterricht gequält. Nun fange ich an, mich 20 Jahre nach meinem Abi etwas intensiver für Geschichte zu interessieren und siehe da, Geschichte kann Spaß machen!
Christopher Clarke entführt uns in und führt uns durch die Geschichte Preußens. Teilweise chronologisch, teilweise nach Themen sortiert. Er zeigt uns, wie es der "Große Kurfürst" geschafft hat, Preußen zu einem Tonangeber im deutschen Reich zu machen, wie seine Nachfolger zwischen Pakten mit anderen Staaten hin- und herlavierend Preußen "größer" machten und er erläutert interessant den Weg Preußens durch die Revolutionsjahre 1848 bis kurz nach dem Krieg. Dabei stilisiert er Preußen nicht zu einem Mythos, zu einem Land in dem Milch und Honig flossen und alles eitel Sonnenschein war. Er verdammt Preußen auch nicht, wie es heutzutage auch noch manchmal der Fall ist. Er beschreibt Preußen mit all seinen Höhen und Tiefen, als ein ganz normales Land im Herzen Europas. Spannend und lehrreich von Anfang an.
Wer die gleichen Erfahrungen mit seinem Geschichtsunterricht gemacht hat, wie ich und dennoch meint, das kann es nicht gewesen sein, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt... Absolut empfehlenswert.
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59 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Preußen ohne Mythos 2. September 2008
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Broschiert
Sir Winston Churchill bezeichnete Preußen einst als "die Wurzel allen Übels" und so verwundert es kaum, dass die Churchills Überzeugung zu Grunde liegende Sichtweise von Preußen als Hort des Nationalsozialismus aufgegriffen wurde und in der der Auflösung des Freistaats durch den Alliierten Kontrollrat am 25. Februar 1947 mündete. Nun bricht der 1960 in Sydney geborene Professor für Neuere Europäische Geschichte am St. Catharines' College in Cambridge mit diesem Diktum und zwingt durch sein eindrucksvolles Standard-Werk zu einer Revision des Preußenbildes, denn "Die Wahrheit ist, dass Preußen ein europäischer Staat war, lange bevor es ein deutscher wurde. Deutschland war nicht die Erfüllung Preußens, sondern sein Verderben"

Für Christopher Clark beginnt der Aufstieg Preußens jedoch nicht erst 1701 mit der Krönung Friedrich III. zu König Friedrich I. in Preußen, sondern bereits um 1600, als die Kurfürsten der Markgrafschaft Brandenburg gerade begannen ihre Position im Heiligen Römischen Reich zu festigen. 1613 etwa, konvertierte Kurfürst Johann Sigismund zum Calvinismus und wurde somit zu einem calvinistischen Herrscher über ein lutherisches Land, was zu einigen Differenzen mit dem Landadel führen sollte. Noch waren die brandenburgischen Hohenzollern lediglich Herrscher Brandenburgs, bis sie 1618 das Herzogtum Preußen erbten, welches außerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ursprünglich eine Region zwischen Hinterpommern und dem Kurland bezeichnete.

In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges wurden die Länder der Hohenzollern vermehrt verwüstet und der Kurfürst wechselte mehr als einmal die Bündnisse, wobei Georg Wilhelm zuletzt in das eher sichere Preußen flüchten musste, wo er 1640 verstarb. Sein Nachfolger, Friedrich Wilhelm erbte ein zerrüttetes Land, das vom Dreißigjährigen Krieg gezeichnet war, ein schweres Trauma zu bewältigen hatte, doch der junge Monarch schritt energisch zur Tat und begann nicht nur das Heer zu vergrößern, sondern auch zu modernisieren und durch bessere Ausbildung, wie Manöver zu einer schlagkräftigen Truppe zu machen. Als Folge des Dreißigjährigen Krieges erkannten die brandenburgischen Folgen, wie wichtig eine Festigung ihrer Souveränität im Reich ist und dass sich das bleibende Gefühl der Verwundbarkeit nur durch ein starkes Heer effektiv bekämpfen lässt. Um dieses zu erhalten brauchte man allerdings Gelder, die unter anderem durch häufige Wechsel der Bündnispartner lukriert wurden.

Erst als sich Friedrich III. zu König Friedrich I. krönte, wurde eine Entwicklung in Gang gesetzt, die zur Bildung eines stärkeren Einheitsgefühls der nun königlichen Lande führte und Preußen im Laufe des 18. Jahrhunderts zum Namen des neuen Königreichs werden ließ. Die Krönung, so Clark, passte jedoch in ihre Zeit, als viele europäische Herrscher eine Standeserhöhung anstrebten und diese im Falle Preußens eben doch zu einer besseren Integration des vormaligen Herzogtums führte.

Was an Clarks Werk besonders hervorzuheben ist, er nutzt eine klare und deutliche Sprache, deren Formulierungen für Laien genauso verständlich sind, wie für Historiker. Dabei erzählt er die Geschichte von Preußens Aufstieg lebendig und regelrecht spannend, indem er neben der Ereignisgeschichte auch immer wieder Biographien bedeutender Persönlichkeiten, sowie Berichten und ferner eben Geschichten miteinander verwebt. Dabei bleibt der Autor dem Anspruch des Werkes jedoch treu und hält sich an eine umfassende Darstellung der Geschichte, ohne abzudriften. Dabei würde man sich jedoch immer wieder wünschen, er hätte doch bei diesem oder jenen Thema etwas mehr aufgearbeitet und doch vergisst man darüber leicht, dass genau dies den Umfang des Buches gesprengt hätte. Tragisch ist das gerade beim Thema Religion in Preußen, worüber Clark als Autor von "The Politics of Conversion: Missionary Protestantism and the Jews in Prussia" ein sehr spezifisches Fachwissen besitzen dürfte, dem er in sein opus magnum leider nur geringfügig Rechnung tragen darf.

Fortschritte und Rückschläge zeichnen die Geschichte Preußens und Christopher Clark scheut sich nicht, die Geschichte Preußens frei von allen Mythen, als eine politische Erfolgsgeschichte darzustellen. Die preußische Sicherheitspolitik verlangte ein starkes Heer, das Heer eine Finanzierung durch Bündnisse und die außenpolitischen Interessen eine Abgrenzung von der bedingungslosen Kaisertreue. Somit waren Preußens größte Innovationen und Errungenschaften einer Kosten-Nutzen-Rechnung unterworfen, etwa die Aufnahme Vertriebener Hugenotten, welche als leistungsfähige Arbeiter und Handwerker ihren Beitrag zur wirtschaftlichen Prosperität Preußens leisteten. Als Australier ist Clark denkbar in der Lage sich objektiv-distanziert mit Preußen zu befassen und eigentlich war auch "Preußen: Aufstieg und Niedergang 1600 - 1947" ursprünglich für britische Leserschaft gedacht, wobei von dieser anderen Perspektive aber interessante Impulse ausgehen.

An die Ära des Deutschen Reichs nähert sich Clark unter dem Aspekt an, dass Preußen in dieser Zeit innerhalb des Reichs(Seite 637) "mit 65 Prozent der Gesamtfläche und einem Bevölkerungsanteil von 62 Prozent de facto eine Hegemonialstellung" genoss. Von da an, befand sich Preußen in Auflösung und hatte sich trotz allem den gesamtdeutschen Interessen unterzuordnen, auch wenn der preußische Ministerpräsident gleichzeitig als Reichskanzler agierte und der König Kaiser war.

Mit einem über 100 Seiten starken Anhang aus Anmerkungen, Index, Quellen-, Literatur- und Abbildungsverzeichnissen, sowie einigen sehr sehenswerten Kartenmaterial ist Christopher Clarks "Preußen: Aufstieg und Niedergang" ein wahren Wälzer, bleiben doch mehr als 700 Seiten an Text, die das Werk schlicht zu "dem" aktuellen Standard- und Referenzwerk machen, eine lohnenswerte Anschaffung für historisch Interessierte ist es schon aufgrund des unkomplizierten Stils und der fundierten wie erst recht umfassend ausgearbeiteten Geschichte allemal.

Fazit:
Klar formuliert, umfassend und höchst fundiert ist Christopher Clarks ein Standardwerk gelungen, das Laien wie auch Historiker begeistern kann.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Broschiert
"Der preußische Sozialminister, Verzeihung, der brandenburgische Sozialminister Alwin Ziel (SPD) schlug gestern vor, das mit der geplanten Fusion von Berlin und Brandenburg entstehende neue Bundesland "Preußen" zu nennen...."
(Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15. Februar 2002)

Die in Inhalt und Umfang nahezu erschöpfenden, bisherigen Rezensionen sind, ungeachtet des Historikerstreites um Rolle und Bedeutung des Staates Preußen für Deutschland, insbesondere in Bezug auf den Nationalsozialismus, sowie anderer Pro- und Kontra-Argumente, um einige interessante Kuriositäten zu ergänzen.

Das Kerngebiet des künftigen Amalgam "Preußen" befand sich in der "Mittelmark", jenem Teil der späteren Mark Brandenburg, inmitten des Siedlungsgebietes der Wenden, des westslawischen Stammes der Heveller. Nahezu 200 Kilometer Luftlinie östlich davon entfernt, außerhalb des Gebietes des "Heiligen Römischen Reiches" entsteht im 13. Jahrhundert ein Staat von Rittermönchen, den Herren des Deutschen Ordens. Im 15. Jahrhundert gerät dieses, nicht nur aufgrund von Nachwuchsproblemen zu einem Anachronismus gewordene, geschrumpfte Territorium unter polnische Oberherrschaft. Als erbliches Herzogtum erhält es mit Preußen eine Bezeichnung, die auf die ursprüngliche Bevölkerung, die Pr'usai zurückgeht; also jenes baltischen Stammes, der, milde ausgedrückt, von den frommen, wie aggressiven Schwarzkreuzträgern und ihren Siedlern erst christianisiert und schließlich assimiliert wurde.

In der zweiten Hälfte des 16. Jh. wird das Herzogtum von dem mittlerweile zum Kurfürstentum avancierten Brandenburg als eine im Königreich Polen gelegene Exklave erworben. Nachdem sich Kurfürst Friedrich III. mit Rücksicht auf seinen Lehnsherrn, den König von Polen, zunächst zum "König in Preußen" krönen ließ, wenden sich seine Nachfolger nunmehr außenpolitischen Aufgaben zu. Während mit der Eroberung "Westpreußens" und des "Netzedistriktes" eine Landverbindung zum nunmehr Ostpreußen genannten Landesteil geschaffen wird, gerät auch das dort hineinreichende Bistum Ermland in den Besitz der jetzt als "Könige von Preußen" genannten Monarchen. Zwei weitere Teilungen lassen Polen von der Landkarte verschwinden und bescheren dem militaristischen Staatsgebilde die Provinzen "Neu-Ostpreußen" und "Südpreußen" mit der Stadt Warschau. Nach dem ersten Weltkrieg wurde Ostpreußen durch das wieder erstandene Polen erneut zu einer Exklave des mittlerweile führenden deutschen Teilstaates Preußen. Bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung (19.01.1919) erhielt die SPD (mit Ausnahme des Ermlandes, das mehrheitlich das Zentrum wählte) in Ostpreußen die absolute, bzw. relative Mehrheit.

Während bei der Wahl zum Deutschen Reichstag (6.11.1932) in weiten Teilen der ehemals sozialdemokratisch dominierten Wahlkreise die rechtskonservative "Deutschnationale Volkspartei" (DNVP) die Mehrheit gewinnt, blieb das katholisch geprägte Ermland in der Hand des Zentrums. Vier Jahre später stimmte mit Ausnahme des Ermlandes und einer kleinen sozialdemokratischen Insel das restliche Ostpreußen mehrheitlich für die NS-Partei, die nach dem Angriff auf Polen das "angegliederte Danzig-Westpreußen" in Hitlers "Großdeutsches Reich" zu integrieren versuchte.......

Durch Artikel I des vom alliierten Kontrollrat am 25. Februar 1947 erlassenen Gesetzes zur Auflösung des Staates Preußen, seine Zentralregierung und aller nachgeordneten Behörden, endet die Geschichte eines deutschen Teilstaates, der jedoch nie, die einheitliche Identität z. B. eines Bayern, Würtemberg oder Sachsen besaß.

Mit seinem "Preußen - Aufstieg und Niedergang" ist Christopher Clarks ein wissenschaftlich-objektives Standardwerk gelungen, das trotz der etwas zu kurz gekommenen "Sozialgesetzgebung & Sozialistenpolitik" Bismarcks mit 5 Amazonsternen zu bewerten, und eine Empfehlung für sein gerade (Oktober 2008) erschienenes zweites Werk "Wilhelm II: Die Herrschaft des letzten Deutschen Kaisers", ist.
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