... besteht aus drei Akten:
Der erste Akt ist die Ankündigung. Die Freunde Robert Angier und Alfred Borden sind junge Nachwuchsmagier im viktorianischen London. Noch stehen sie nicht selbst auf der Bühne, sondern assistieren ihren Vorbildern - oder versuchen, hinter deren Tricks zu kommen.
Der zweite Akt ist die Wendung: Bei einem Bühnenunfall stirbt Angiers Frau - seiner Meinung nach durch Bordens Schuld. Aus seinem Verlangen nach Rache erwächst ein tödlicher Wettlauf um den dritten Akt: Die perfekte Illusion, den besten Zaubertrick, der kein Trick, sondern wahre Magie ist. Und die scheint nur Borden zu beherrschen...
Die intelligente Handlung wird in schönen, sehr stimmigen Bildern mit großartigen Darstellern erzählt: Christian Bale überzeugt in allen Facetten seines vielseitigen Charakters, und Michael Caine würde wahrscheinlich selbst bei einer Lesung des Telefonbuches mehr Charisma verströmen als andere Schauspieler in ihrem gesamten Berufsleben. Und war das wirklich David Bowie, der da eben durch die Szene gelaufen ist? Ja, er war es! Unterstrichen wird das ganze noch von der unaufdringlichen, niemals überdramatischen, aber immer unheilverkündenden Filmmusik.
Prestige ist kein leichter Film für einen gemütlichen Popcorn-Fernsehabend. Die verschachtelte Erzählweise auf mehreren Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven erfordert viel Aufmerksamkeit. Zwei Rätsel gibt es für den Zuschauer zu lösen, und während die Lösung des einen relativ einfach und logisch ist, ist die des anderen... aber das soll jeder selbst herausfinden. Die Fragestellung, die sich im Film immer weiter aufbaut: Was würdest Du opfern, um Deinen größten Traum zu verwirklichen? richtet sich nach der Auflösung jedenfalls nicht mehr an die beiden Magier, sondern auch an den Zuschauer.
Wahre Magie gibt es übrigens wirklich: Eine andere Erklärung dafür, daß dieser großartige und bewegende Film an sämtlichen mir bekannten Kinosälen komplett vorbeigegangen ist, habe ich noch nicht gefunden. Wäre er nicht vor einigen Wochen im Fernsehen gelaufen, hätte ich nie von seiner Existenz erfahren.