Mit "Press Play", dem wohl letzten Album von Multitalent Sean Combs (Puff Daddy, Puffy, P.Diddy, Diddy,...), geht dieser nochmal einen neuen Weg. Wer Klänge wie bei älteren Alben erwartet, der wird... überrascht - oder enttäuscht. Je nach dem, ob er den neuen Style mag - oder eben nicht. P. Diddy wendet sich beinahe ganz dem HipHop ab und macht eine Mischung aus viel RnB und ein wenig Dancefloor, aber noch mit HipHop Einfluss.
Es ist also nicht verwunderlich, wenn P. Diddy aufgrund dieses Wechsels Hörer verlieren wird. Eins ist aber sicher: Er gewinnt jede menge Neue!
Wie z.B. mich, denn ich konnte früher nicht so viel mit dem BadBoy Combs anfanngen. Die neuen Klänge von Press Play haben mich aber zu einem großen Fan gemacht, das Album lag auch direkt am Erscheinungstag auf meinem Schreibtisch. Was sofort positiv auffällt, ist die Menge an Tracks (19 kommen heutzutage nur noch sehr, sehr selten vor - leider) und die große Anzahl an Megastars, die P. Diddy unterstützen. Nur ein paar Namen: Christina Aguilera, Mary J. Blige, Nas, Timbaland, Big Boi... Man könnte noch einige weitere aufzählen, ohne dass die Qualität darunter zu leiden hätte.
Was macht Diddys neuer Style denn überhaupt so aus?
Seine Musik ist wesentlich tanzbarer. Das Paradebeispiel dafür ist seine erste Singleauskopplung "Come To Me" mit Pussycat Dolls-Frontfrau Nicole Scherzinger. Ein Song, den ich mir jeden Tag anhören kann, ohne dass er mir auf die Nerven geht.
Natürlich: Bei 19 Tracks kann nicht alles super sein. Auch Press Play bietet ein paar Nummern, die mir nicht gefallen (4,5,18). Aber es gibt umso mehr Nummern, die mir sehr gut gefallen. Es fällt schwer, dabei einen Favoriten zu nennen, ich habe schlichtweg keinen und nenne mal ein paar Songs, die mir besonders gefallen:
2 - We Gon' Make It: Der erste Track nach dem Intro, direkt eine Klassenummer
6 - Come To Me: DER Discokracher
7 - Tell Me: Wenn ich einen Favoriten auswählen müsste, wäre es wahrscheinlich dieser Track. Christina Aguilera passt perfekt zu dem Track und der Beat packt einen sofort
11 - Everything I Love: Auch ein klasse Beat, geht sofort ins Ohr
15 - Through The Pain: Sehr gefühlvoll, Mario Winans als klasse Unterstützung
19 - Partners For Life: Kenner bemerken nach dem ersten Ton: Das ist Neptunes-Sound. Und wer ins Booklet schaut, der sieht auch den Namen Pharrell Williams. Ein sehr entspannter Track und gleichzeitig noch einmal ein Highlight zum Abschluss runden das Album ab.
Zudem schafft es Mr. Combs auch, die meisten Lieder mit sehr guten Übergängen zu verbinden. Die Lieder gehen ineinander über, dass man es nicht merken würde, dass ein neues Lied angefangen hat, wenn man nicht auf seine Anlage schaut.
Es gibt natürlich nicht nur positives. Zu bemängeln wären wie bereits erwähnt ein paar schwächere Tracks sowie die zu geringe Präsenz von P. Diddy selbst und die dann, wenn er auftritt, oft durchschnittlichen Rap Parts. Die vielen Gaststars machen das aber mehr als wett.
Das coole Cover und das feine Booklet runden den hervorragenden Eindruck ab und so kann ich nur sagen:
5 Sterne - Press Play!