Ein Blick auf die anderen Rezensionen macht wohl deutlich: man liebt das Buch oder es lässt einen schlichtweg kalt. Mich hats gepackt - ich habs verschlungen, begierig zu Ende gelesen und immer wieder überrascht, verwirrt und geschockt den Kopf darüber geschüttelt. Empfohlen durch 11Freunde und einen Kollegen war es für mich eines der verdrehtesten und gleichzeitig genialsten Bücher seit langem.
Es ist die Story eines Fußballers, der in der Saison 2009/10 in der ersten englischen Division den Weg von ganz unten (Abstieg, Verletzungsaus) zurück in die heile Welt der Stars schafft (dreifacher Titelkampf, Nationalmannschaft). An seiner Seite ein mediengeiles Model, dessen Untreue für den Titelhelden so unwirklich bleibt wie jede Form von Selbstreflektion. Und der dabei einem Wahn folgend eine Spur aus Leichen hinter sich her zieht, alles im Namen des "Verbraucherschutzes" und für eine bessere Welt.
Craig Taylor gelingt mit "Premiership Psycho" ein "American Psycho" des Fußball Business. Das kann man als schamlose Kopie empfinden oder einfach als das annehmen, was es ist: eine der wohl aberwitzigsten Fußballbücher auf dem Markt. Und der Autor zeigt Sachverstand beim Thema und rahmt die Geschichte des Kevin King in ein absolut real wirkendes Spiegelbild einer Premiership Saison ein. Dabei ist das Buch durchtränkt von deutlicher Kritik an der Gesellschaft und einem System, in dem die Reichen gar nicht wissen, wohin mit all dem Geld, verpackt in überzeichneten Figuren und einem aberwitzigem Markenwahn.
Für mich ist dieses Buch eine glatte 5-Sterne Wertung - aber ich kann auch die kritischen Beurteilungen auf dieser Seite nachvollziehen. Wen Romane von Ellis oder Filme von Rodriguez kalt lassen, den wird dieses Buch nicht begeistern können. Allen anderen sei es absolut empfohlen!