Mit der Überschrift wäre die Stilrichtung wohl hinreichend beschrieben. Dieses Album beinhalten eine Spur von so ziemlich allem was der Klang-Kosmos hergibt, ohne dabei im Klang-Chaos zu verenden. So widersprüchlich das klingt, es gelingt! - und genau das macht es zu einem wahren Kunstwerk! "Preliminaires" von Iggy Pop ist, trotz aller Experimente, ein vollkommen homogenes Album und ein besänftigendes, anspruchsvoll entspannendes obendrein.
Es will scheinen, als stand Serge Gainsbourg bei der Entstehung von "Preliminaires" Pate. An vielen Punkten des Albums taucht der Geist des legendären Exentrikers und ewigen Provocateurs unter den Chansonniers auf. Das Duett "Je sais que tu sais" erinnert angenehm an Gainsbourgs Songs mir Brigitte Bardot oder Jane Birkin. Der Jazz-Chanson-Charakter dominiert das Album und doch gerade die Klang-Kontraste zum Punk ("Nice to be dead") oder Elektro-Pop ("Party time") spiegeln auch Gainsbourgs Neigung, den Hörer mit Unerwartetem zu konfrontieren. Bei "He's dead / She's alive" ist man kurz an Bob Dylan erinnert um letztlich, nicht zuletzt der häufigen französischen Textpassagen wegen und auch wegen der, im besten Wortsinn, unanständig tiefen, sonoren Stimmlage Iggy Pops, doch ganzheitlich den Eindruck zu gewinnen, hier schüttet ein naher Verwandter Gainsbourgs, ein alter Klang-Experimentierer seine Seele aus. Ein wunderbares Album, was man gehört, ja erlebt haben sollte.
Die weltweit auf nur 6.000 Exemplare limitierte Deluxe-Ausgabe, verleiht diesem großartigen Album zusätzlich die auffällige Haptik die ihm gebührt. Zusätzlich zum Album als CD (identisch mit dem regulären Album) erhält man als 7" Schallplatte die Single "A: Les Feuilles Mortes / B: King Of The Dogs" und ein opulentes Buch mit allen Texten, Produktionsnotizen und Bildern von Marjane Satrapi. So sehr die Platte allein schon außergewöhnlich ist, verleiht ihr diese besondere Aufmachung noch zusätzlich Charme.