Von einem Buch das in einer Reihe namens 'Quirk Classics' erscheint und eine Jane Austen Klassiker mit Zombies verbinden will, erwarte ich mir als Leser sicherlich nicht die anspruchsvollste Literatur und trotzdem löst dieses Buch in einigen Leserunden interessante Kontroversen aus.
Im Vorfeld war bereits angekündigt, dass der Autor keine 'neue' Geschichte schreiben würde, sondern vielmehr den Originaltext als Grundlage nehmen und verändern würde, weshalb ich mich wenig daran stören kann, dass Grahame-Smith hier viel 'geklaut' hat. Dies wird auch schon mit einem Augenzwinkern auf dem Klappentext kommentiert. Dass es recht makaber zugehen würde, ließ der Untertitel des Buches erahnen: : The Classic Regency Romance - Now with Ultraviolent Zombie Mayhem!
Ich selbst habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und fand mich kurzweilig unterhalten. Das Konzept Austens Roman mit Zombieelementen zu durchsetzen war raffiniert und wurde auch leidlich gut umgesetzt. Der Reiz lag für mich dabei in humorvoll-makabren Randkommentaren über den Umgang mit der Zombieplage, die sich schon in der Umstellung von Austens berühmten Eröffnungssatz findet: It is a truth universally acknowledged that a zombie in possession of brains must be in want of more brains. Gelacht und Geschmunzelt habe ich auf jeden Fall bis zur letzten Seite.
Übertrieben sind die Beschreibungen der asiatischen Kampfkünste, die eine Art von Albernheit it die ansonsten eher gausige Geschichte einführen, die ich eher als unpassend empfunde habe. Hier wäre der Autor besser beraten gewesen, sich auf das gruselige Element der Zombies allein zu beschränken und nicht noch lächerliche Ninjas und Kampfkünste in die Handlung einzuführen ' obwohl das nun einfach vielleicht nicht mein Humor war. Jedenfalls empfand ich das letzte Drittel des Buches als deutlich 'gezwungener' als den Anfang. Für die Idee, die Kurzweiligkeit, immerhin teilweise durchsscheinende sprachliche Raffinesse und die herrlich düster-morbiden Illustrationen gibt es trotzdem 4 Punkte von mir.
Sicherlich keine angenehme Lektüre für Puristen und Leser, welchen diese Art von makabren Humor nicht liegt. Deshalb würde ich das Buch auf keinem Fall jedem empfehlen. Wer sich auf die vorgegebene Prämisse einlässt und diese Art von Humor mag, wird das Buch wahrscheinlich lieben.
Vielleicht kein 'must read', aber immerhin gute Unterhaltung für einen Abend.