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Meine Preise (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Thomas Bernhard
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (24 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

16. August 2010 suhrkamp taschenbuch (Buch 4186)
Thomas Bernhards zornig-ironischer Blick auf den Literaturbetrieb. Auf die gesamte Menschheit schimpfend und über sich selbst den Kopf schüttelnd, entwirft Thomas Bernhard ein Selbstporträt des Autors als Preis- und Preisgeldempfänger. In zorniger Rückschau zieht er darin eine Bilanz der ihm verliehenen Literaturpreise. Detailliert schildert der begnadete Komiker die Tragödien, zu denen sich die Überreichung jeweils entwickelte – egal, ob Bremer Literaturpreis, Staatspreis für Roman, Grillparzer- oder Georg-Büchner-Preis. Thomas Bernhard hadert mit der Welt im allgemeinen, dem Kulturbetrieb im besonderen und ganz speziell mit sich selbst mittendrin.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 142 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (16. August 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518461869
  • ISBN-13: 978-3518461860
  • Größe und/oder Gewicht: 17,4 x 10,6 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (24 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 179.824 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

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Oft erweisen sich „Erstausgaben aus dem Nachlass“ als dürftig getarnte Beutelschneiderei – hier nicht. Meine Preise ist eine in jeder Hinsicht gelungene und von Bernhard selbst so konzipierte Zusammenstellung von Prosatexten zu Preisverleihungen, drei „Dankesreden“ und der Erklärung seines Austritts aus der Darmstädter Akademie für Sprache und Dichtung. So zeugen die Prosatexte nicht nur von Bernhards Sprachkraft, sondern auch von seinem untrüglichen Instinkt für abgründige Details und groteske Fügungen. Und seine Ansprache bei der Verleihung des Bremer Literaturpreises gehört zum philosophisch Eindringlichsten, was Bernhard je geschrieben hat.

Tatsächlich birgt das wahrlich nicht besonders dicke Buch eine erstaunliche Vielfalt. Naturgemäß enthält es „klassische“ Elemente wie Bernhards Vaterlandshass und seine gnadenlos präzise Kulturbetriebsschelte. Letztlich eindrücklicher ist aber anderes; etwa die Zärtlichkeit, mit der er nicht nur seiner geliebten Tante, sondern auch des Präsidenten der Salzburger Handelskammer, Herrn Haidenthaller, gedenkt; oder die tiefe Verehrung, mit der er von Georg Büchner spricht, ohne über ihn zu sprechen; und nicht zuletzt der Humor, mit dem er etwa die Geschichte von der Umsetzung eines Preisgeldes in einen Autokauf mit anschließender Auslandsreise und Glück bringendem Totalschaden erzählt.

„... ja, wo ist denn der Dichterling?“ fragt bei der Verleihung des Grillparzerpreises die anwesende Ministerin in die Runde – den Gemeinten, Thomas Bernhard, unmittelbar neben sich. Nicht nur an dieser Stelle fragt man sich: Warum tut sich der Autor diesen Ehrenunsinn an? Der einfachste und von Bernhard selbst angegebene Grund ist: Geld. Tatsächlich haben insbesondere die ersten Auszeichnungen Bernhard gerettet: Die Nachricht von der Ehrengabe des Kulturkreises des BDI erreichte ihn als hoch verschuldeten „hundertprozentigen Todeskandidaten“ im Lungenkrankenhaus; und der Bremer Literaturpreis riss den Autor aus einer „Existenzkatastrophe“, ermöglichte ihm den Kauf eines alten Bauernhofes und damit sein Glück der Selbsteinmauerung. Doch an anderen Stellen geißelt Bernhard seinen eigenen Lebensrettungsmaterialismus, spricht von einem „großen Leck“ in seinem Charakter und entscheidet sich schließlich, keine Preise mehr anzunehmen, sich überhaupt nicht mehr „auf den Kopf machen“ zu lassen.

Aber hätte Bernhard all die Peinlichkeiten und Demütigungen, die ihm das Geehrtwerden eingebracht hat, im Nachhinein am liebsten ungeschehen gemacht? Schwer zu sagen. Obwohl man sich kaum vorstellen kann, dass der Autor Bernhard, der sein Leben immer zum Material seiner Bücher gemacht hat, auf Sätze wie den der desorientierten Ministerin gänzlich hätte verzichten wollen. -- Roland Große Holtforth, Literaturtest

-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

»Thomas Bernhard hat den Literaturpreiszirkus Zeit seines Lebens verabscheut. Er hat ihn gefürchtet und gehasst, und er hat über ihn gelacht, so gut es ging. Die Rituale der Preisverleihung, die oft unsäglichen Grußworte und ahnungslosen Reden der Funktionäre ... er hat es in einem Hass ausgekostet bis zur bitteren Neige.«

(Hubert Spiegel Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»Katastrophen, Kalamitäten, Geschrei, Skandal und ganz viel Witz.« (Literarische Welt )

»Meine Preise, ein veritabler »Roman in neun Geschichten«, könnte genauso gut »Ruhm« heißen. Es ist ein höchst witziges, böses, radikal ehrliches und auch rührendes Buch über die Mühen eines Schriftstellers beim Erwerb von symbolischen wie ökonomischem Kapital.« (Daniela Strigl Literaturen )

»Köstlich, traurig und überwältigend.« (Ina Hartwig Frankfurter Rundschau )

»Diese bisher unveröffentlichte komödiantische Prosa zeigt Bernhard auf dem allerhöchsten Stand seiner Kunst: Schimpfend, staunend, verfluchend-verlachend hadert Thomas Bernhard mit der Welt im allgemeinen, dem Kulturbetrieb im besonderen und ganz speziell mit sich selbst mittendrin.«

(VON Magazin, Österreich )

»Seine Dichtung als Überlebenskampf geht jedem einfühlsamen Leser tief ins Herz; denn man verfolgt ein Zeitenschicksal in besonderer Intensität, dessen Grundlinien auch in der eigenen Seele gefunden werden können.«

(Wolfgang Kilthau Die Drei )

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Kundenrezensionen

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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Thomas Bernhard, lustig 8. Februar 2009
Von Mag Wolfgang Neubacher TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der geübte Thomas-Bernhard-Leser - zu dem der Schreiber dieser Zeilen seit Jahrzehnten zählt - hatte nicht unbedingt immer sehr viel zu lachen (am ehesten in manchen seiner Theaterstücke).
Nun taucht aus dem Nachlass ein schmaler Band auf, den man mit uneingeschränktem Vergnügen liest. Einerseits fehlen natürlich nicht die typischen Bernhardschen Übertreibungen (Bremen sei eine "kleinbürgerliche, unzumutbar sterile Stadt"; im österreichischen Unterrichtsministerium herrschten nur "Stumpfsinn und Heuchelei"; im österreichischen Kunstsenat säßen nur "Arschlöcher" usw.); andererseits lernen wir einen völlig anderen Thomas Berhard kennen: Er braucht einfach die diversen Preisgelder, "outet" er sich; von einem kauft er sich eine Ruine, nämlich einen alten Bauernhof, den er zu einem Schmuckkästchen ausbaut ("Nathal").
Eine wichtige Rolle spielt dabei immer wieder seine Tante, "sein Lebensmensch", auf deren Rat er aber gerade beim oben erwähnten Kauf nicht hört...
Der Leser erfährt bei der Lektüre so einiges Interessantes: über die österreichische Kulturpolitik der 60er Jahre (die weitgehend wirklich katastrophal war - vor allem, was die moderne Literatur betraf); über die Flucht eines Unterrichtsministers, als Berhard in seiner Festrede (nachzulesen!) den Staat angreift usw.
Ein höchst vergnügliches, höchst menschliches Buch eines ganz großen österreichischen Poeten!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der singende Misanthrop 21. Februar 2009
Format:Gebundene Ausgabe
"Meine Preise", herausgegeben aus dem Nachlass des 1989 gestorbenen Schriftstellers, berichtet in kurzen Abschnitten über Bernhards Erfahrungen mit Literaturpreisen. Der Autor, der in seinen späteren Jahren keine Preise mehr annahm, interessierte sich in der Hauptsache für die Preisgelder jener Auszeichnungen, die er ansonsten zunehmend als demütigend und lächerlich empfand.
Und so packt der vielfach Geehrte einiges aus an Anekdotischem und spart dabei auch nicht an Selbstironie und -kritik.
Die Einblicke in den Literaturbetrieb sind erhellend und bissig. Als Jurymitglied für den Bremer Literaturpreis schlägt Bernhard Elias Canetti vor, der aber mit der Erklärung "Der ist aber auch Jude!" von den Juroren abgelehnt wird. Der geschockte Bernhard beteiligt sich nicht mehr an der Diskussion, verfolgt aber mit diebischer Freude, wie sich die völlig Ahnungslosen schließlich auf Wolfgang Hildesheimer einigen, ohne zu wissen, dass auch dieser Jude ist.
Auffällig ist, dass "Meine Preise" weniger streng in der Form gestaltet ist als die bekannten Bernhard-Werke. Der Dichter verlässt hier einmal seine hermetischen, hochmusikalischen Sprachwelten und wirkt in diesen autobiographischen Betrachtungen gelöster und auch menschlicher. So berichtet er von seiner geradezu kindlichen Freude über sein erstes eigenes Auto (ein weißer Herald mit roten Ledersitzen und Holzarmaturen)- wer hätte sich den lungenkranken Misanthropen lachend und singend über jugoslawische Felsen kletternd vorstellen können?
"Meine Preise" ist ein schönes Buch, welches künstlerisch vielleicht nicht an die großen Werke des Dichters heranreicht, dabei aber den Menschen Thomas Bernhard näher bringen kann.
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41 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Köstlich! 14. Januar 2009
Von Oe
Format:Gebundene Ausgabe
Neunzehnhunderteinundneunzig, ich kann mich noch gut erinnern, habe ich als Zwanzigjähriger in einer Buchhandlung am Münchner Marienplatz Thomas Bernhards "Wittgensteins Neffe" gekauft, weil der Name 'Wittgenstein' auf dem Titel stand und das Taschenbuch so schöne Farben hatte, dunkelgrün mit hellblauer Schrift. Vom Autor Thomas Bernhard hatte ich bis dahin keinen blanken Schimmer. Bereits am nächsten Tag hatte ich einen kleinen Schimmer und habe mir in derselben Buchhandlung "Holzfällen" und "Alte Meister" besorgt. Seit dieser Zeit ist Bernhard mein Lieblingsschriftsteller, zumindest was die Belletristik betrifft.
Zum zwanzigsten Todestag Bernhards wird nun mit "Meine Preise" das erste längere Werk aus seinem Nachlass veröffentlicht. Entstanden ist es in der Zeit, in der auch "Wittgensteins Neffe" geschrieben wurde, mit dem es auch sehr viel gemein hat. Das merkt man auf jeder Seite. "Meine Preise" könnte deshalb mit vollem Recht auch "Meine Tante. Eine Freundschaft" betitelt sein. Denn Bernhards Tante, sein Lebensmensch Hedwig Stavianicek, steht auf den knapp 120 Seiten ähnlich im Mittelpunkt, wie Paul Wittgenstein in "Wittgensteins Neffe".
"Meine Preise" ist nicht so perfekt durchgearbeitet wie die zu Bernhards Lebzeiten veröffentlichte Prosa. Trotzdem halte ich es für das beste Stück deutscher Literatur seit "Alte Meister", also seit 1985. Besonders die Erzählungen zum Grillparzerpreis, zum Julius-Campe-Preis und zum Kleinen Österreichischen Literaturpreis sind köstlich und haben mir Tränen in die Augen getrieben. Sehr schön ist auch die Episode bei der Verleihung des Büchnerpreises. Thomas Bernhard sitzt zwischen Werner Heisenberg und Joachim Kaiser, dem Kritiker der Süddeutschen Zeitung, die beide auch einen Preis entgegennehmen durften. Bernhards Preisurkunde war aber um ein Drittel größer und damit auch ein wenig schwerer als die Joachim Kaisers. Das verleitete ihn dazu, sich zu Joachim Kaiser zu wenden und ihm -' wahrscheinlich mit seinem typisch Bernhardischen Schmunzeln -' zu sagen, dass er, Thomas Bernhard, offenbar den gewichtigeren Preis in Händen halte. Joachim Kaiser blieb stumm. Er hat den Witz offenbar nicht verstanden. So wie viele bis heute Thomas Bernhard nicht verstanden haben und ihn als großmäuligen, arroganten Nestbeschmutzer sehen. Schade eigentlich. Denn Bernhard ist vor allem eins. Sehr sehr witzig.
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5.0 von 5 Sternen Das Buch muss man lesen
Geniale Beschreibung der Gesellschaft aus Sicht des innerlich zerrissenen Autors. Seine klare Sprache überzeugt und sorgt dafür, dass man das Buch nicht aus der Hand... Lesen Sie weiter...
Vor 20 Tagen von Kerstin Trautmann veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Morbider Wortwitz und grandioser Humor
Wer Thomas Bernhard von seiner witzigen Seite kennenlernen möchte, der ist mit dieser Sammlung von den Verleihungen diverser Literaturpreise an den schreibenden Genius aus... Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von W. R. Frieling veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Produktbeschreibung nicht korrekt
Warehouse Deals hat das Buch "Thomas Bernhard: Meine Preise" als gebraucht, aber in gutem Zustand deklariert. Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Plutarch veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Seine Preise
Mir hat das Buch sehr gut gefallen als Abrundung zu Bernhards Schaffen und Wirken. Es ist sehr witzig und fesselnd (teilweise grotesk), wie er das ganze Drumherum (von Anfang bis... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 15. März 2011 von Nathalie Verena Ulrich
1.0 von 5 Sternen Abgesang
Man muß unterscheiden zwischen Thomas Bernhard dem genialischen jungen Autor von »Amras« und den frühen Erzählungen und dem nicht zu bremsenden Dummschwätzer... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. Oktober 2010 von Anja Friedrich
5.0 von 5 Sternen ...........der kurzweiligste bernhard
Noch nie zuvor habe ich ein Buch von Thomas Bernhard so schnell gelesen. In Bernhards ca. 1980 geschriebenen Rückblick auf seine Preise bringt er die Umstände und seine... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. September 2010 von J. Fromholzer
2.0 von 5 Sternen Interessant...
...ist dieses Buch vor allem in Hinsicht auf die Biographie und Psychologoie von Thomas Bernhard. Man sollte nicht den Fehler machen, die Aussagen des Autors für bare... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. September 2010 von Heinrich
3.0 von 5 Sternen Regensburg, Bremen und andere menschenfeindliche Orte
Tja, liebe Fangemeinde, natürlich ist das ein amüsantes Büchlein.

Wer möchte sich nicht den leibhaftigen St. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. März 2010 von o-o
4.0 von 5 Sternen Hassliebe
Kaum ein Autor hat Österreich so gut gekannt und gleichzeitig so objektiv, weil von außen stammend, beurteilt wie Thomas Bernhard. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. Januar 2010 von Kellerknirps
5.0 von 5 Sternen Meine Preise
Thomas Bernhard beschreibt in bestechender Form die Scheinwelt der Preisverleihungen. Es dürfte außer Thomas Bernhard kaum einen Literaturpreisträger geben, der so... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. Juni 2009 von Reiner Möckelmann
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