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Produktinformation
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Tatsächlich birgt das wahrlich nicht besonders dicke Buch eine erstaunliche Vielfalt. Naturgemäß enthält es „klassische“ Elemente wie Bernhards Vaterlandshass und seine gnadenlos präzise Kulturbetriebsschelte. Letztlich eindrücklicher ist aber anderes; etwa die Zärtlichkeit, mit der er nicht nur seiner geliebten Tante, sondern auch des Präsidenten der Salzburger Handelskammer, Herrn Haidenthaller, gedenkt; oder die tiefe Verehrung, mit der er von Georg Büchner spricht, ohne über ihn zu sprechen; und nicht zuletzt der Humor, mit dem er etwa die Geschichte von der Umsetzung eines Preisgeldes in einen Autokauf mit anschließender Auslandsreise und Glück bringendem Totalschaden erzählt.
„... ja, wo ist denn der Dichterling?“ fragt bei der Verleihung des Grillparzerpreises die anwesende Ministerin in die Runde – den Gemeinten, Thomas Bernhard, unmittelbar neben sich. Nicht nur an dieser Stelle fragt man sich: Warum tut sich der Autor diesen Ehrenunsinn an? Der einfachste und von Bernhard selbst angegebene Grund ist: Geld. Tatsächlich haben insbesondere die ersten Auszeichnungen Bernhard gerettet: Die Nachricht von der Ehrengabe des Kulturkreises des BDI erreichte ihn als hoch verschuldeten „hundertprozentigen Todeskandidaten“ im Lungenkrankenhaus; und der Bremer Literaturpreis riss den Autor aus einer „Existenzkatastrophe“, ermöglichte ihm den Kauf eines alten Bauernhofes und damit sein Glück der Selbsteinmauerung. Doch an anderen Stellen geißelt Bernhard seinen eigenen Lebensrettungsmaterialismus, spricht von einem „großen Leck“ in seinem Charakter und entscheidet sich schließlich, keine Preise mehr anzunehmen, sich überhaupt nicht mehr „auf den Kopf machen“ zu lassen.
Aber hätte Bernhard all die Peinlichkeiten und Demütigungen, die ihm das Geehrtwerden eingebracht hat, im Nachhinein am liebsten ungeschehen gemacht? Schwer zu sagen. Obwohl man sich kaum vorstellen kann, dass der Autor Bernhard, der sein Leben immer zum Material seiner Bücher gemacht hat, auf Sätze wie den der desorientierten Ministerin gänzlich hätte verzichten wollen. -- Roland Große Holtforth, Literaturtest
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .»Thomas Bernhard hat den Literaturpreiszirkus Zeit seines Lebens verabscheut. Er hat ihn gefürchtet und gehasst, und er hat über ihn gelacht, so gut es ging. Die Rituale der Preisverleihung, die oft unsäglichen Grußworte und ahnungslosen Reden der Funktionäre ... er hat es in einem Hass ausgekostet bis zur bitteren Neige.«
(Hubert Spiegel Frankfurter Allgemeine Zeitung )»Diese bisher unveröffentlichte komödiantische Prosa zeigt Bernhard auf dem allerhöchsten Stand seiner Kunst: Schimpfend, staunend, verfluchend-verlachend hadert Thomas Bernhard mit der Welt im allgemeinen, dem Kulturbetrieb im besonderen und ganz speziell mit sich selbst mittendrin.«
(VON Magazin, Österreich )»Seine Dichtung als Überlebenskampf geht jedem einfühlsamen Leser tief ins Herz; denn man verfolgt ein Zeitenschicksal in besonderer Intensität, dessen Grundlinien auch in der eigenen Seele gefunden werden können.«
(Wolfgang Kilthau Die Drei )
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