The Ocean....eine Band die mich vor ungefähr 3 Jahren mit ihrem Album Fluxion zutiefst beeindruckt hat... Noch nie hat es eine Band geschafft die Tiefsee besser zu vertonen als auf diesem Album (auch die glorreichen Isis nicht...)
Das Album "Aeolian" dagegen ging bei mir etwas unter, die starke Metalcore Schlagseite turnte mich etwas ab...
Nun allerdings sind The Ocean wieder in mein Bewusstsein gerückt mit einem der genialsten Albumkonzepte die jemals eine Band versucht hat umzusetzen, The Ocean haben sich auf Precambrian nämlich der Erdgeschichte gwidmet, der ErdURgeschichte genaugenommen...
Es geht also los mit der Entstehung der Erde und endet nach etwa 83 Minuten mit den ersten auf der Erde entstandenen Lebewesen....
Wie die Länge schon sagt findet das gebotene auf zwei CD's statt:
Die ersten 22 Minuten findet man auf einer Mini CD und decken etwa die Hälfte der im Konzept besprochenen Zeit ab (die Äonen Hadean und Archaean ):
Viel mehr als das reine Chaos, die pure Apokalypse gab es zu der Zeit auf unserer Erde halt noch nicht, dementsprechend erinnert dieser Teil noch am ehesten an das letzte Album...
Was sehr auffällt ist die extreme Meshuggah Schlagseite, jetzt insbesondere beim ersten Track, erst war ich etwas erschocken, aber im Verlauf des Albums gibt sich das wieder...
Also wir kriegen chaotischen, aber perfekt arrangierten Meshuggah inspirierten technischen Metal, der aber (logischerweise) aufgrund des Konzeptes nicht ganz so klinisch/steril klingt wie eben genannte Band, sondern eher organisch.... The Ocean wissen auf jeden Fall was sie tun und 22 Minuten lang kann ich mir das auch gerne, vor allem in ein Konzept eingebunden, gerne geben...
CD 2 ist der nahezu komplette Gegensatz zur ersten, über knapp 61 Minuten hinweg werden uns die Erdzeitalter Palaeoproterozoic, Mesoproterozoic und Neoproterozoic nahegebracht:
Es beginnt herrlich atmosphärisch mit einem Saxophon bis uns der Track Rhyacian die Eiszeit bringt (ganz tief in mir drin hat sich etwas seit Ewigkeiten danach gesehnt, dass eine Band einen Track über eine Eiszeit macht, auch dafür an dieser Stelle: danke The Ocean!!)
Wundervoll wie atmosphärisch und getragen/doomig die Band ab hier weiter zu Werke geht (endlich ist wieder die Classic Komponente vertreten die Fluxion für mich so einzigartig gemacht hat), die dennoch ausreichend vertretenenen Ausbrüche sind der Dynamik so besonders zuträglich...
Insgesamt kriegen wie über das ganze Album hinweg, auch aufgrund des gewaltigen Arsenals an Gastmusikern die die Band für dieses Mammutprojekt um sich gescharrt hat, eine Menge vorgesetzt: verschiedene Instrumentierungen(das Ende von Statherian erinnert mich an Bach, und ich möchte verdammt nochmal wissen an welche Band mich das Hauptriff von Stenian erinnert), verschiedene Sänger (schön die vielen Klargesang Parts die das ganze noch emotionaler werden lassen, in den letzten Tracks sogar (da computerverzerrt) an Cynic erinnernd), trotzdem wirkt alles an keiner Stelle auch nur ansatzweise überladen...
Um das ganze zusammenzufassen:
Precambrian ist ein einzigartiges Erlebnis. Es hat mich dazu veranlasst eingehend über das Wort monumental" nachzudenken, was ich daraufhin als das Album nur unzureichend beschreibendes Wort eingestuft habe... The Ocean liefern uns Musik bei der dir während du sie hörst bewusst wird was für ein kleines Licht der Mensch eigentlich im Universum ist, wie fürchterlich unbedeutend doch unsere kleinen lächerlichen Sorgen im Vergleich zum endlosen Strom der Zeit sind...