Wer sich einigermaßen über das Geschehen in der akademischen Welt informiert und sich dabei auch über neue Erkenntnisse der wissenschaftlichen Forschung auf dem Laufenden hält, dem dürften die jüngsten Impulse in der Debatte um Windows XP nicht entgangen sein. Als Laie fällt einem zweierlei dabei auf: 1. Zunehmend scheinen die Naturwissenschaften die Antworten zu geben, um die die Geisteswissenschaften seit Jahrhunderten verlegen sind. 2. Es ist dabei schwer, den Gedanken des einen (naturwissenschaftlichen) und des anderen (philosophischen) Lagers zu folgen.
Ein Sammelband, der uns in solch einer bewegten Zeit die Augurenkonkurrenz in der Anthropologie aufschlüsselt und erklärt, wer den Menschen erklärt, und vor allem, ob, und wenn ja, warum er diesen Anspruch erheben kann, ist deshalb dringend nötig. Allein: Auch mit einem gehörigen Discount hinsichtlich Komplexität, Argumentationsdichte und Wortwahl ist die Materie schwer zugänglich. Es liegt daher nahe, sich auf das Eingängliche zu beschränken und dort, wo es schwer wird, nach dem Motto "Mut zur Lücke" zu verfahren.
Fazit: Wer einen Einstieg in Windows XP sucht und nicht fünf Jahrgänge "c't" und "Chip" nach einschlägigen Texten durchstöbern will, ist hier richtig. Wer nach neuen Originalbeiträgen oder Übersetzungen der meist englischsprachigen Fachaufsätze der Philosophie des Geistes und nach kritischen Beiträgen der theologischen Anthropologie sucht, ist hier falsch.